E-Book, Deutsch
Reihe: dp Verlag
Adam Die Lady von Brightwood Manor
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-98637-671-0
Verlag: dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
E-Book, Deutsch
Reihe: dp Verlag
ISBN: 978-3-98637-671-0
Verlag: dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Eine unabhängige Lady und ein Earl mit einem gefährlich verführerischen Charme
Die gefühl- und stimmungsvolle Regency Romance voller Leidenschaft
Lady Beatrice O‘Brien ist eine unabhängige und kluge junge Frau. Die Leute nennen sie die Jungfer von Brightwood Manor und das ist ihr ganz recht. Beatrice ist vollkommen zufrieden damit, die Güter ihres Vaters zu verwalten und dabei ihr eigenes Vermögen anzuhäufen, ohne dass ihr ein Mann sagt, was sie zu tun oder zu lassen hat.
Doch als Beatrice versehentlich ihren neuen Nachbarn, den Earl of Drennan, anschießt, wird ihr Leben gründlich auf den Kopf gestellt. Plötzlich fühlt sich dieser arrogante Gentleman, der auch noch charmant und attraktiv ist, auf Brightwood Manor wie zu Hause und macht ihr den Hof! Beatrice weiß eines ganz genau: Eine Heirat würde ihr Leben nur verkomplizieren. Aber sich verlieben? Das ist eine ganz andere Sache …
Erste Leser:innenstimmen
„Ich liebe historische Romane mit starken Frauenrollen und habe die Regency Romance daher nur so verschlungen!“
„Romantische Liebesgeschichte mit einigen spannenden Wendungen.“
„Herzerwärmend, humorvoll und mitreißend geschrieben!“
„Erfrischende Historical Romance mit viel Leidenschaft, starken Charakteren und einem tollen Setting in Irland.“
Beverly Adam schreibt fesselnde Geschichten mit temperamentvollen Heldinnen und liebenswerten Helden. Sie ist Autorin der Regency Romance-Reihe Gentlemen of Honor und der biografischen Romane: Two Lovers: The True Love Story of Carole Lombard and Russ Columbo und She Rode The Rails: The Life of Travelling Railroad Photographer Mary Jane Wyatt. Mit Geschichte hat sie immer wieder als Liebesromanautorin, Bloggerin und Biografin zu tun. Sie hat einen Abschluss in Vergleichender Literaturwissenschaft von der University of California Irvine und einen weiteren in Fotojournalismus vom Pasadena City College.
Weitere Infos & Material
Kapitel 1
Es war noch früh am Morgen, doch schon ballten sich dunkle Wolken über den sanften grünen Hügeln von Urlingford, als ein junger Bote mit struppigem rotem Haar am Tor von Brightwood Manor eintraf. Hastig teilte er sein Anliegen dem Stubenmädchen mit, worauf dieses ihn ins Speisezimmer führte. Lady Beatrice, die Herrin des Hauses, trank gerade Tee, nachdem sie ihren Morgenimbiss eingenommen hatte.
Der Junge, der kaum älter als sieben Jahre zu sein schien, nahm seine Mütze ab und machte einen respektvollen Diener vor der eleganten Dame, die ruhig dasaß, die dicken, nachtschwarzen Zöpfe zu einem Krönchen aufgesteckt, und ihn mit ihren leuchtend grünen Augen erwartungsvoll anblickte. Er holte tief Luft und sprudelte hervor: „Mum sagt, es wird Zeit, dass Sie kommen, Mylady. Das neue Kind wird bald da sein.“
Sie lächelte ihm beruhigend zu. „Sag deiner Mutter, ich bin gleich bei ihr, Ennis. Und du hast deine Sache gut gemacht, mein Junge.“
„Ja, Ma’am. Und danke, Mylady.“ Er nickte und rannte hinaus, um seiner Mutter die gute Nachricht zu bringen, dass die Jungfer von Brightwood ihr beistehen würde.
Lady Beatrice drehte sich um und rief ihrer Zofe Druscilla Pruit, die am Kamin mit Flickarbeiten beschäftigt war, zu: „Mistress Ryan bekommt bald ihr Baby. Wärst du bitte so freundlich, mir meine Tasche zu bringen, Dru?“
Sie deutete vage mit der Hand zu den Zimmern im Obergeschoss, wo ihr Kleiderschrank stand.
„Gewiss, Mylady. Aber glauben Sie nicht, ich sollte besser mitkommen, Ma'am? Es schickt sich ganz und gar nicht, dass Sie ohne Begleitung in der Gegend herumlaufen“, bemerkte die Zofe mit einem kleinen missbilligenden Schnauben. „Und Ihr Vater wäre mit diesen Unternehmungen bestimmt nicht einverstanden. Man kann ja nie wissen, was für gefährliche Wegelagerer es auf Eure Ladyschaft abgesehen haben. Eine reiche Erbin wie Sie sollte besser auf sich achtgeben. Auf diesen einsamen Landstraßen treiben sich jede Menge Banditen herum, die Ihnen etwas antun könnten.“
„Also wirklich, Druscilla“, seufzte Beatrice, „so, wie du daherredest, könnte man meinen, ich sei noch ein Kleinkind, das am Schürzenzipfel seines Kindermädchens hängt. Hör jetzt mit der Unkerei auf und hol mir meine Tasche.“
Völlig unbeeindruckt von den Bedenken ihrer Zofe begann sie, sich ihre Handschuhe anzuziehen. Das Dorf war ein winziger Flecken, für praktisch niemanden von Interesse außer den Bewohnern selbst. Und kein Dieb, der auf sich hielt, würde dort etwas stehlen, sagte sie sich mit der Selbstsicherheit der Hochgestellten, die stets gut behütet waren. „Am besten holst du mir auch mein Umschlagtuch. Es scheint ein Unwetter aufzuziehen“, rief sie der Zofe nach, wobei sich ihr irischer Akzent wie immer bemerkbar machte.
Trotz der hartnäckigen Bemühungen ihrer strengen englischen Gouvernante, die ihr Vater ihr als Kind aufgezwungen hatte, sprach und handelte Beatrice noch immer wie ein Kind der Grünen Insel, was ihr irischer Vater regelmäßig beklagte.
„Was für eine Vergeudung von gutem, ehrlichem …“ Er brach ab und schüttelte traurig sein ergrauendes Haupt. „Nachdem diese Frau mit dir fertig war, wollte ich dir einen passenden englischen Gentleman als Ehemann suchen. Aber , , was soll bloß aus dir werden? Hier gibt es keinen standesgemäßen Herrn, den du dir angeln könntest. Wenn es einen gäbe, hätte ich ihn schon ausfindig gemacht. Und von den Rindfleisch essenden englischen Gutsherren hier in der Gegend wird sich keiner finden, der dich mit diesem starken Akzent, auf den du so stolz bist, nimmt. Ständig frage ich mich, was ich mit dir anfangen soll, Tochter. Was soll nur aus meinem Mädchen werden?“
Worauf er sich betrübt abzuwenden pflegte angesichts einer Tochter, die sich hartnäckig weigerte, sich den englischen Sitten zu beugen.
Als sie ihrer Herrin das Tuch brachte, konnte Druscilla Beatrice doch noch überreden, sie zu der Geburt mitzunehmen, indem sie ihr damit drohte, Lord O’Brien von einigen undamenhaften Abenteuern seiner Tochter zu erzählen.
Schließlich gab Beatrice nach und erlaubte ihr, sie zu begleiten. Als die beiden Damen am Schäfer-Cottage eintrafen, in dem ein Torffeuer brannte, wartete die Familie Ryan schon sehnsüchtig auf sie.
Bei ihrem Eintritt wurden sie begeistert von der vielköpfigen Kinderschar begrüßt. Einige von den Kleinsten zupften Beatrice am Rock, die daran denken musste, wie sie zum ersten Mal bei einer Geburt in der Familie geholfen hatte, gemeinsam mit ihrer Freundin, der Heilerin Sarah Duncan, und deren Mutter, Gladys Clogheen of Varrik-on-Suir, die sie in Geburtshilfe und Heilkunde unterrichtet hatte.
Eine so hervorragende Heilerin wie Sarah war Beatrice nicht, doch sie war eine fähige Hebamme und liebte Kinder. Sie betrachtete es als ihre Pflicht, den Mitgliedern der Gemeinde zu helfen, und außerdem machte es ihr Freude, einem neuen Leben auf die Welt zu helfen.
Beatrice untersuchte die Gebärende. Das Kind konnte jetzt jeden Augenblick kommen. Sie überprüfte die Lage des Ungeborenen und stellte zu ihrer Beunruhigung fest, dass es sich in Steißlage mit den Füßen im Becken der Mutter befand.
„Sie kennen doch meine Schwester Fiona, Mylady“, sagte ihre Zofe nervös. „Sie hat ihre Kinder doch tatsächlich in weniger als einer Stunde zur Welt gebracht …“
Die werdende Mutter drückte stöhnend die Hand ihres Mannes.
„Wir wussten schon immer, dass unsere Fiona breit wie ein Scheunentor und fruchtbar wie ein Kartoffelacker ist. Aber wie gebärfreudig sie wirklich war, zeigte sich erst, als sie ihr Zehntes zur Welt brachte. Wobei es das letzte beinahe nicht geschafft hätte, Mylady. Bei der Geburt unseres Ian hätte es meine Schwester fast zerrissen. Sie blutete danach fast den ganzen Tag, und die Hebamme hatte alle Hände voll zu tun, um die Blutung zu stillen. Wir dachten schon, wir würden Fiona verlieren.“
Wieder stöhnte die Gebärende, als eine gewaltige Wehe ihren Körper erfasste. Mit schweißnassem Gesicht blickte sie Beatrice flehend an. Dieses Baby war auch ihr zehntes.
Beatrice lächelte der Frau beruhigend zu, bevor sie Dru mit einem warnenden Blick zum Schweigen brachte. Der stämmige rothaarige Vater der Kinderschar, der schon seit Stunden seiner Frau nicht von der Seite gewichen war, nickte seinem angstbleichen Nachwuchs zu.
„Los jetzt, für uns wird’s Zeit zu gehen.“ Er drückte seiner Frau einen zärtlichen Kuss auf die Stirn. „Du hältst dich wirklich gut, Maureen, mein Schatz“, sagte er liebevoll. „Sobald ich höre, dass das Baby geboren ist, bin ich wieder da.“
Mit ernstem Blick schaute er auf seine älteste Tochter hinunter, die neben ihrer Mutter saß. Sie war eine vernünftige junge Frau, die schon eine eigene Familie hatte. „Du bleibst hier, Mary, und sagst uns Bescheid, wenn das Kind da ist, nicht wahr, mein Mädchen?“, sagte er.
„Ja, Vater, das mache ich“, erwiderte die pflichtbewusste junge Frau, während sie ihrer Mutter die Stirn mit einem feuchten Tuch kühlte. „Ich lasse sie nicht allein“, fügte sie hinzu und sandte einen beschwörenden Blick in Druscillas Richtung.
Doch die bemerkte das ebenso wenig wie die gedrückte Atmosphäre im Raum oder die warnenden Blicke ihrer Herrin.
Den übrigen Kindern wurde ganz elend vor Angst. Das Geplapper der Zofe hatte ihnen einen heillosen Schrecken eingejagt, zumal ihrer Mutter jetzt der schwierigste Teil der Geburt bevorstand.
„Also, wir gehen dann“, sagte der Vater und verließ das winzige Cottage, gefolgt von seinen Kindern im Gänsemarsch.
Beatrice konnte es ihnen nicht verdenken. Normalerweise hielt die Familie fest zusammen und hieß jedes neue Mitglied in ihrem Kreis willkommen. Doch heute, angesichts der schwierigen Geburt und Druscillas blutrünstigen Schilderungen, schaffte es nur jemand mit einem unverwüstlichen Magen hierzubleiben.
Vorsichtig schob sie ihre Hand in den Schoß der Gebärenden in der Hoffnung, dass sich das Kind gedreht hätte. Doch zu ihrem Leidwesen lag es immer noch verkehrt herum.
„Als Fiona nicht aufhören wollte zu bluten, schickten wir nach einem Priester, damit er ihr die letzte Ölung gab. In meinem ganzen Leben hatte ich noch nie so viel Angst. Meine Schwester blutete und blutete. Es wollte einfach nicht aufhören …“
„Druscilla“, unterbrach sie Beatrice, die nach einer Gelegenheit suchte, ihre lästige Begleiterin loszuwerden. „Ich habe ein wichtiges Instrument, das ich dringend brauche, in Brightwood vergessen. Wärst du so freundlich, es mir aus meinem Schrank zu holen? Es sieht aus wie ein, äh, Trichter.“
„Gewiss, Mylady. Wenn Sie sicher sind, dass Sie mich hier entbehren können.“
„Ganz sicher, Dru“, antwortete sie bestimmt. „Und nimm den Ponywagen, ja? Das Baby wird noch nicht so bald kommen“, log sie.
Als sich die Tür hinter der Zofe schloss, stieß die älteste Tochter einen tiefen Seufzer der Erleichterung aus, und die Spannung im Raum ließ spürbar nach. „Ich werde Ihre Hilfe brauchen“, wandte sich Beatrice an die junge Frau. Die Wehen waren jetzt stark und regelmäßig, und die werdende Mutter verspürte den Drang zu pressen.
„Sie müssen Ihre Mutter stützen, während ich versuche, das Baby herauszubekommen. Ich fürchte, es ist entschlossen, mit den Füßen voran auf die Welt zu kommen, meine Liebe.“ Die junge Frau nickte verständnisvoll und half ihrer Mutter, sich aufzusetzen.
Maureen ergriff Beatrices Arm und flüsterte: „Bitte, bitte, holen Sie das Kind heraus … oh, oh, ich muss pressen …“
„Halten Sie es noch ein wenig zurück, Mistress Ryan!“, bat Beatrice und wusch sich erneut die...




