Juristische Datenbanken – Checkliste für Einsteiger

Juristische Datenbanken - Checkliste für EinsteigerJuristische Datenbanken - Checkliste für Einsteiger

Wie finde ich das richtige Modul für meinen Bedarf?
Ein Einsteiger-Leitfaden mit Checkliste

 

Direkt zu den Checklisten-Punkten:

1. Vorerfahrung: Ja oder Nein?
2. Welches Budget steht mir zur Verfügung?
3. Welchen Datenbanken-Typ brauche ich?
4. Die Vorteile der einzelnen Anbieter
5. Wie viele Nutzer-Lizenzen benötige ich?

 

Alte Hasen in der Nutzung von Fachdatenbanken für Juristen und/oder Steuerberater werden bei dieser Überschrift vielleicht gelangweilt gähnen. Und denen gebe ich auch Recht, dass die folgenden Tipps eher etwas für diejenigen KollegInnen sind, die sich dem Online-Thema  als Neulinge nähern.  Allerdings kann ich auch die Profi-UserInnen unter Ihnen auf den interessanten Umstand hinweisen, dass es trotz omnipräsenter Digitalisierungs-Debatte noch viele KollegInnen gibt, die sich treu nach dem Grundsatz „alt und bewährt“ bisher noch nicht an die juristischen Datenbanken herangewagt haben.

Insbesondere diesen NeueinsteigerInnen in das ungemein vielfältige Online-Angebot am Markt soll die folgende Checkliste bei der punktgenauen Auswahl der optimalen Digitallösung weiterhelfen, so, wie  ich sie mir aufgrund meiner subjektiven 10jährigen Erfahrung als Datenbankberater und aufgrund unzähliger Kundengespräche ursprünglich für meinen Eigengebrauch als Rechtsanwalt zusammengestellt habe.

Ich denke aber, dass auch die Power-UserInnen unter Ihnen noch den ein oder anderen neuen Aspekt aus der Liste herausziehen können. Hier kommen meine fünf zielführende Kontrollfragen vor dem Datenbanken-Kauf:

 

1. Vorerfahrung: Ja oder Nein?

Bestehen tatsächlich noch keine Vorerfahrungen im Umgang mit Datenbanken oder haben Sie unbewusst, z.B. in Studium oder Ausbildung, vielleicht doch schon mit Beck oder Juris (oder anderen Systemen) recherchiert?

Sollte das der Fall sein, haben Sie dabei schon eine Erfahrung machen können, welche Rechercheplattform Ihnen besser und welche Ihnen schlechter liegt? Die Frage lohnt sich. Denn: Die Auswahl der für Sie richtigen Digitallösung ist zum großen Teil auch eine Frage Ihres persönlichen Geschmacks und Arbeitsstils. Wenn Sie bereits einen heimlichen Favoriten bei sich spüren, starten Sie am besten dort mit Ihrer Suche.

 

2. Welches Budget steht mir für die Anschaffung Ihrer Datenbanklösung zur Verfügung?

Da die meisten von uns die Rechtsrecherche doch nicht primär aus wissenschaftlichem Interesse, sondern beruflich betreiben, ist die Frage nach dem Preis mehr als erlaubt! Auch wenn Sie „Einzelkämpfer“ in Ihrer Kanzlei sind, seien Sie unbesorgt, dass eine digitale Bibliothek nicht Ihren finanziellen Rahmen sprengt.  Denn die aktuelle Fülle an Produkten am Datenbankenmarkt liefert selbst im Niedrigpreissektor sehr effektive Online-Bibliotheken.

 

3. Welchen Datenbanken-Typ brauche ich?

Brauche ich einen „Alleskönner“ unter den Datenbanken, also ein Programm, das mir möglichst rechtsgebietsübergreifend sämtliche verfügbaren Literaturformate und Arbeitshilfen für meine Kanzlei liefert?  Oder soll meine Datenbank eine Spezialisierung aufweisen? Sei es, dass inhaltlich nur ein Thema abgehandelt  oder, wie z.B. beim „Kommentarmodul“, nur Fachinformationen eines bestimmten Literaturformats  geliefert werden sollen.

  • Berücksichtigen Sie bitte, dass einige Verlage auch „reine Rechtsprechungsdatenbanken“ anbieten. Die bekanntesten Beispiele heißen „Juris DAV“ und „beck-online, Rechtsprechung Plus“.
  • Es gibt auch „reine Vorschriftensammlungen wie z.B. „Beck Schönfelder Plus“ oder „Beck Sartorius Plus“.
  • Außerdem trägt der Markt dem speziellen Recherchebedarf der „Generalisten“ unter den Steuerberatern und Anwälten Rechnung, nämlich durch preislich attraktiv kalkulierte, eigene Modulreihen. Das sind auf beck-online die Modul-Formate  Anwalt Premium und Nomos Anwalt  Online  und auf Wolters Kluwer Online die Produktreihe WKO Anwaltspraxis.

 

»Juristische Datenbanken: Die Top-Module für Ihr Rechtsgebiet

 

4. Die Vorteile der einzelnen Anbieter

Prädestiniert mich der folgende Katalog charakteristischer Stärken einzelner Fachverlage zum „Fan“ eines bestimmten Anbieters? Gibt es also einen Anbieter, der sich für meinen speziellen Recherchebedarf von vornherein als beste Lösung „aufdrängt“ ?

  • Wer ausschließlich nach Rechtsprechung recherchiert, fährt mit einem Modul von Juris sicher nicht verkehrt.
  • Wer die aktuell umfangreichste Datenbanklösung am Markt wünscht und gleichzeitig keine Kosten scheut, um eine einzige Rechercheoberfläche zu erhalten, die sowohl Standard-Titel für Steuerberater als auch für Anwälte liefert, der fährt aktuell mit beck-online am sichersten.
  • Wer die Option sucht, auch einzelne Literaturtitel als Digitalversion kaufen zu können, ohne dabei gleich ein ganzes Content-Paket im Modul miterwerben zu müssen, der wird entweder bei Wolters Kluwer Online oder bei Stotax First fündig.
  • Den „Industrie-Standard“ des Arbeitshilfenpakets für Steuerberater finden Sie bei Haufe oder Stotax First.
  • Die renommierten Praktikerzeitschriften von NWB für Steuerberater können Sie nur direkt über  NWB beziehen.
  • Hingegen können Sie die umfangreichsten Kommentare zum Steuer- und Gesellschaftsrecht, die für beide Rechtsgebiete aus dem Dr. Otto Schmidt Verlag stammen, mittlerweile schon auf 3 unterschiedlichen Rechercheplattformen finden, nämlich der verlagseigenen des Otto Schmidt Verlags, auf Juris und auf der mit Blick auf die Menge an Verlagen breit aufgestellte Plattform von Owlit. Dies aufgrund der Tatsache, dass immer mehr Verlage dazu übergehen, Allianzen zu schließen und ihre Fachinhalte miteinander auszutauschen.

 

»Zum Überblick: Juristische Datenbanken nach Anbietern

 

5. Wieviele Nutzer-Lizenzen benötige ich?

Last but not least sollten Sie die Wahl der richtigen Datenbank auch an der von Ihnen geplanten Nutzer-Zahl ausrichten. Denn die Verlage beziffern die enthaltenen Lizenzen für ihre Online-Module durchaus unterschiedlich. Von 1-er bis 5-er Lizenz als Basislizenz ist hier am Markt alles vertreten. Einhellige Regel aller Verlage ist dabei allerdings, dass die Nutzerlizenzen immer als „personalisierte Nutzerrechte“ vergeben werden. Das bedeutet, dass jede Nutzerlizenz dauerhaft einer natürlichen Person zugeordnet werden muss und nicht nacheinander unterschiedlichen Personen überlassen werden darf.  Jede Person, die mit der Datenbank arbeitet, muss eine eigene Lizenz erwerben, so dass sich die von den Verlagen gewährte Höhe der Basislizenz ganz entscheidend auf den Abonnementpreis auswirkt.

Wie Sie sehen, wollen bei der Auswahl der optimalen Datenbank wirklich viele Aspekte bedacht sein. Ich hoffe, Sie mit diesem „5-Punkte-Plan“ Ihrer „Traum-Datenbank“ aber schon ein gehöriges Stück näher gebracht zu haben.

Wenn Sie die Zeit einsparen möchten, die man, wie beschrieben, für die punktgenaue Analyse des eigenen Recherchebedarfs benötigt, dann können Sie auch gerne uns von Sack damit beauftragen. Bestellen Sie dafür  bei uns einfach den kostenlosen Sack Fachmediencheck, und wir suchen Ihnen als  Fachbuchhändler  Ihres Vertrauens  kostenlos diejenigen Online-Anbieter heraus, die zu Ihren bisherigen Printbezügen am besten passen. Das machen wir häufig und gerne für unsere Kunden.

Ihr
Marcus Ibold

 

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