Büchner | Kraft und Stoff. | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 312 Seiten

Büchner Kraft und Stoff.

Empirisch-naturphilosophische Studien in allgemeinverständlicher Darstellung.
1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-7448-4233-4
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Empirisch-naturphilosophische Studien in allgemeinverständlicher Darstellung.

E-Book, Deutsch, 312 Seiten

ISBN: 978-3-7448-4233-4
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Das Wesen von Materie und Energie; Himmel und Erde; Urzeugung; Gehirn und Seele; die Gottesidee, Leben und Sterben; die Moral.

Ludwig Büchner (1824-1899), Arzt und Schriftsteller, veröffentlichte zahlreiche äußerst populäre große und kleinere Schriften über naturwissenschaftliche und philosophische Fragen. Als streitbarer Materialist und Gegner jeder Gottesidee wurde er gefeiert und beschimpft. Es ist sein großes Verdienst, die vieldiskutierten Fragen nach dem Ursprung der Erde und des Universums, nach der Herkunft des Menschen, nach der Existenz einer Seele einem großen Publikum verständlich gemacht zu haben. Man kann ihn auch heute noch mit Gewinn lesen!
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Friedrich Karl Christian Ludwig Büchner


geboren in Darmstadt am 29. März 1824 als jüngerer Bruder des durch sein Trauerspiel „Dantons Tod“ berühmt gewordenen und schon im 23. Lebensjahr verstorbenen Georg Büchner, bezog, nachdem er auf dem Gymnasium seiner Vaterstadt die Maturität (Zeugnis der Reife) und ein glänzendes Abgangszeugnis erlangt hatte, die dortige höhere Gewerbeschule, um sich naturwissenschaftlichen Studien zu widmen, und ein Jahr danach (Frühjahr 1843) die Universität Gießen, wo er sich zunächst allgemeinen philosophischen Studien, später aber auf Wunsch seines Vaters und entgegen eigener Neigung dem speziellen Studium der Medizin zuwandte. Neben den medizinischen setzte Büchner seine philosophischen und ästhetischen Studien unter Hellebrand, Adrian, Carriere und Krönlein fort. Nachdem Büchner zwischendurch auch in Straßburg medizinische Vorlesungen in französischer Sprache gehört hatte, bestand er im Frühjahr des stürmischen Jahres 1848 sein Fakultäts-Examen magna cum laude (mit großem Lob) und verließ im Herbst desselben Jahres Gießen, nachdem er seine Inaugural-Abhandlung „Beiträge zur Hall'schen Lehre von einem excitomotorischen Nervensystem“ geschrieben und öffentlich eine Reihe akademischer Thesen, unter denen sich auch die These befand „Die persönliche Seele ist ohne ihr materielles Substrat undenkbar“, verteidigt hatte, um in seine Vaterstadt zurückzukehren.

Hier setzte er seine bereits in Gießen in radikalem Sinne begonnene politische Tätigkeit so lange fort, bis die Niederschlagung des Aufstandes in Baden aller revolutionären Bewegung ein Ziel setzte. Zur weiteren Berufsausbildung folgte nun ein längerer Aufenthalt in Würzburg, wo damals Virchow dozierte, und in Wien, wo Skoda, Dumreicher, Hebra, Rokitanski u. a. die Hauptanziehungspunkte bildeten. Vorher aber besorgte Büchner noch die Herausgabe der nachgelassenen Schriften seines Bruders Georg und verfaßte die Lebensbeschreibung als Einleitung dazu (Frankfurt a. M., Sauerländer, 1850). Nach seiner Rückkehr von Wien befaßte sich Büchner unter Anleitung seines Vaters teils mit ärztlicher Praxis, teil mit gerichtlich-medizinischen Arbeiten. Einige von ihm verfaßte und in der „Vereinten deutschen Zeitschrift für Staatsarzneikunde“ veröffentlichte gerichtlich-medizinische Ober-Gutachten fanden einen solchen Beifall, daß der Verein badischer Ärzte den Verfasser im Jahre 1855 zu seinem korrespondierenden und Ehrenmitglied ernannte und ihm im Jahre 1860 die silberne Medaille für literarische Verdienste um Staatsarzneikunde verlieh.

Im Jahr 1852 nahm Büchner eine Stellung als Assistenzarzt an der medizinischen Klinik in Tübingen und als Privatdozent daselbst an. Er dozierte neben gerichtlicher Medizin mehrere praktisch-medizinische Fächer und veröffentlichte neben einer Reihe von Facharbeiten in medizinischen Zeitschriften auch verschiedene naturwissenschaftliche Aufsätze populärer Tendenz in Zeitschriften für die allgemeine Bildung. Im Jahre 1854 schrieb Bücher die Berichte über die in diesem Jahre in Tübingen stattgehabte Naturforscherversammlung für den Württembergischen Staatsanzeiger und für die Augsburger Allgemeine Zeitung. Diese Arbeiten sowie die Lektüre der um jene Zeit erschienenen bekannten Schrift Moleschotts „Der Kreislauf des Lebens“ gaben Büchner die erste Anregung zur Abfassung seiner später so berühmt gewordenen Schrift „Kraft und Stoff“, in der er den kühnen Versuch unternahm, die bisherige theologisch-philosophische Weltanschauung auf Grund moderner Naturkenntnis und einer darauf gebauten natürlichen Weltordnung total umzugestalten. Tendenz und Art der Darstellung gewannen dem zuerst im Jahre 1855 bei Meidinger in Frankfurt a. M. erschienenen Buche eine solche Teilnahme, daß schon nach wenigen Wochen eine neue Auflage nötig wurde, der bald danach eine ganze Reihe weiterer Auflagen folgten. Für den Verfasser selbst aber hatte das Buch die unangenehme Folge, daß er seinen Lehrstuhl in Tübingen aufgeben und zur praktischen Tätigkeit als Arzt in seine Vaterstadt zurückkehren mußte.

Hier suchte er den von allen Seiten auf ihn einstürmenden Angriffen teils durch eine Reihe von Vorreden zu den verschiedenen Auflagen seiner Schrift, teils durch eine Reihe von Journal-Aufsätzen zu begegnen, die später als gesammelte Aufsätze „Aus Natur und Wissenschaft“ in zwei Bänden (18862, 1864, 3. Aufl. 1886) erschienen sind. Den beiden in der von ihm angeregten Streitfragen einander bekämpfenden Standpunkten oder Gegensätzen suchte Büchner durch eine in dialogischer Form geschriebenen Schrift „Natur und Geist oder Gespräche zweier Freunde über den Materialismus und über die realphilosophischen Fragen der Gegenwart“ (Leipzig, 1857; 3. Aufl. 1874) gerecht zu werden; auch schrieb er um diese Zeit den ersten Band seiner „Physiologischen Bilder“ (1861, 3. Aufl. 1886), deren zweiter Band aber erst lange danach im Jahre 1875 das Licht der Welt erblickte.

Nachdem der erste Sturm etwas ausgetobt hatte, unternahm Büchner eine Übersetzung und populäre Bearbeitung der Schrift des berühmten englischen Geologen Lyell über das Alter des Menschengeschlechts (1864). Eine zweite Auflage dieser Übersetzung erschien 1874.

Im Jahre 1868 erschienen „Sechs Vorlesungen über die Darwinsche Theorie“, und diese Schrift fand einen solchen Anklang bei dem lesenden Publikum, daß rasch hintereinander fünf Auflagen nötig wurden. Die fünfte Auflage erschien 1890.

Im Jahre 1869 veröffentlichte Büchner seine große Schrift über den „Menschen und seine Stellung in Natur und Gesellschaft“ mit solchem Erfolg, daß 1889 die dritte, sehr vermehrte Auflage erscheinen konnte.

Darauf folgten zwei Schriften aus dem Gebiet der Tierseelenkunde: „Aus dem Geistesleben der Tiere“ (1876) und „Liebe und Liebesleben in der Tierwelt“ (1885), von denen die erste vier, die letzte zwei Auflagen erlebte.

Im Jahre 1882 erschien „Licht und Leben. Drei Beiträge zur Theorie der natürlichen Weltordnung“, von dem vor Jahren bereits eine zweite Auflage erschien; im Jahre 1887 „Tatsachen und Theorien aus dem naturwissenschaftlichen Leben der Gegenwart; im Jahre 1889 „Das künftige Leben und die moderne Wissenschaft“; im Jahre 1890 „Fremdes und Eignes aus dem geistigen Leben der Gegenwart“; im Jahre 1891 „Das goldene Zeitalter oder das Leben vor der Geschichte“; im Jahre 1892 „Das Buch vom langen Leben oder die Lehre von der Dauer und Erhaltung des langen Lebens“. Sein letztes und reifstes Werk „Am Sterbelager des Jahrhunderts“ (1898) bildet eine Zusammenfassung der Resultate seiner reichen schriftstellerischen Tätigkeit, einen Rückblick auf das, was er gewirkt und erstrebt und einen Ausblick in die Zukunft vom Standpunkt eines Mannes, der Zeit seines Lebens bis zum letzten Atemzug ein überzeugter Anhänger einer auf naturwissenschaftlicher Erkenntnis gegründeten Welt- und Lebensanschauung gewesen.

Außer diesen größeren Werken veröffentlichte Büchner eine Anzahl kleinerer Schriften in Broschürenform: „Der Fortschritt im Lichte der Darwinschen Theorie“ (1884); „Über religiöse und wissenschaftliche Weltanschauung“ (1887); „Zwei gekrönte Freidenker“ (1890); „Darwinismus und Sozialismus“ (1894); „Meine Begegnung mit Ferdinand Lassalle“ (1894).

An Übersetzungen von Büchners Schriften in fremde Sprachen fehlt es selbstverständlich nicht. So wurde „Kraft und Stoff“ in nicht weniger als fünfzehn lebende Sprachen (Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Ungarisch, Polnisch, Schwedisch, Holländisch, Griechisch, Russisch, Dänisch, Armenisch, Rumänisch, Tschechisch, Litauisch) übersetzt und in Amerika in deutscher und englischer Sprache mehrmals nachgedruckt. Die französische Ausgabe hat bis jetzt sieben, die englische vier, die italienische drei, die ungarische und holländische je zwei Auflagen erlebt. Auch die meisten übrigen Schriften Büchners sind in Frankreich, England, Italien, Spanien, Holland, Polen, Rußland, Ägypten (Arabisch) usw. übersetzt und zum Teil mehrmals aufgelegt worden.

Während der Kriegsjahre 1866 und 1871 beteiligte sich Büchner lebhaft an der Verpflegung und ärztlichen Behandlung der Kranken und Verwundeten, sowohl im Felde als zu Hause und wurde dafür durch Verleihung österreichischer, preußischer, hessischer und sächsischer Ehrenzeichen ausgezeichnet. Auch verdiente er sich den Dank vieler Invaliden und Soldatenfamilien durch Verteilung von Geldmitteln, die ihm aus Amerika für diesen Zweck zugekommen waren.

Den Winter 1872–73 brachte Büchner in den Vereinigten Staaten von Nord-Amerika zu, wo er infolge einer von verschiedenen deutschen Vereinen an ihn ergangenen Einladung in ungefähr 32 verschiedenen Städten eine Reihe von ca. einhundert Vorlesungen über verschiedene naturwissenschaftliche und naturphilosophische Gegenstände mit großem Erfolg hielt.

Seitdem lebte er, neben ärztlicher Praxis mit...



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