Dominik | Die Spur des Dschingis-Khan | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 218 Seiten

Dominik Die Spur des Dschingis-Khan


1. Auflage 2018
ISBN: 978-83-8136-588-8
Verlag: Ktoczyta.pl
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 218 Seiten

ISBN: 978-83-8136-588-8
Verlag: Ktoczyta.pl
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Oberingenieur der Asiatischen Dynothermkompagnie, Georg Isenbrandt ist Erfinder des radioaktiven Wunderstoffes Dynotherm, durch dessen Anwendung asiatische Wüsten in fruchtbares Land für deutsche Siedler verwandelt werden. Auf meilenweiten Ländereien, die vordem unfruchtbare Steppen, nach der Erfindung des Dynotherms bestes Ackerland geworden waren. Der neue Herrscher im chinesischen Reich, der sich als der wahre Erbe des mächtigen Dschingis-Khan sieht, fühlt sich und sein Volk bedrängt. Er mobilisiert seine Riesenheere im Kampf gegen die verhassten Europäer. Als der Kaiser des Geeinten Gelbes Reiches zum Krieg gegen Europa rüstet, setzt Isenbrandt das geheime, neue Mittel Antidynotherm ein mit grausigen Folgen für die Angreifer. Wird es durch die Nutzung der neuesten westlichen Technologie gelingen, die riesigen asiatischen Armeen aufzuhalten, und den Weg für Verständnis und Zusammenarbeit aller Völker und Nationen zu ebnen?

Dominik Die Spur des Dschingis-Khan jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


§ 10. Der Sergeant, der die Meldung des Barons von Löwen an Georg Isenbrandt überbrachte, daß das Schiff in zehn Minuten startbereit sei, vergaß, bei seinem Fortgehen die Tür hinter sich zu schließen. So blieb sie halb offen stehen und gestattete den Freunden, zu sehen und zu hören, was in dem anstoßenden Hotelsaal vor sich ging. Aus dem Stimmengewirr hoben sich deutsche Worte heraus. Eine Frauenstimme war es. Ein junges Mädchen, das mit einem der Platzschaffner sprach. Wellington Fox sah ein feines Gesicht. Lichtblondes Haar umrahmte die schmale Stirn, unter der lichtblaue Augen erglänzten. Sie beklagte sich über den Ausfall des Schiffes nach Andischan. »Mein Vater erwartet mich. Was wird er sagen, wenn ich ausbleibe? … Er wird in Angst um mich sein … Was soll ich nur tun?« Der gutmütige Schaffner suchte sie zu trösten. »Wir können ja telephonieren. Wohin wollen Sie denn … nach Kaschgar …« Wellington Fox wiederholte mechanisch die letzten Worte. »Nach Kaschgar will sie … wer mag sie sein?« »Wer mag sie sein …« Georg Isenbrandt saß geistesabwesend auf seinem Stuhl. Wellington Fox wandte ihm halb den Rücken zu, so daß er die plötzliche Veränderung nicht bemerken konnte, die im Wesen seines Freundes vorging. »Weißt du, als Ritter ohne Furcht und Tadel sollten wir uns des armen Dinges annehmen. Wir haben den ganzen Luftkahn für uns. Was steht dem im Wege, daß wir sie bis Ferghana mitnehmen … Soll ich zu ihr gehen, es ihr anbieten?« Er erhielt auf seine Frage keine Antwort und wandte sich um. »Georg! Wie denkst du darüber?« Noch einmal kam die Frage von den Lippen Georg Isenbrandts: »Wer mag sie sein?« Jetzt wandte Wellington Fox sich ganz um. »Was hast du denn, Georg … was ist dir?« Georg Isenbrandt stürzte seine Stirn in die Hände. »Eine Erinnerung aus schönen Tagen.« Isenbrandt sprach stockend, als ob ihm die Worte nur schwer von den Lippen wollten: »Dieses junge Mädchen … wie ich die Stimme hörte … als ich ihre Gestalt sah … als ob ich sie wiedersähe … Maria Ortwin …!« Wellington Fox versuchte sich die Szene zu erklären. Er wußte von dem kurzen Glück seines Freundes. Lodernde, brennende Liebe … und dann die jähe Trennung durch den Tod. Wellington Fox war damals in den Vereinigten Staaten. Er hatte die verstorbene Braut seines Freundes nie gesehen. Aber er begriff wohl, daß hier eine täuschende Ähnlichkeit obwalten müsse. »Ich glaube, Georg, wir tun ein gutes Werk, wenn wir die junge Dame mitnehmen. Soll ich sie auffordern?« »Ja … wenn sie mit uns fahren will. Sprich du mit ihr.« Mit großer Geschwindigkeit ging Wellington Fox daran, diesen Auftrag zu vollziehen. Und dann stand Wellington Fox bei ihm und machte ihn mit Maria Feodorowna Witthusen bekannt. »Ich danke Ihnen, mein Herr, daß Sie mir die Möglichkeit geben, sofort nach Ferghana weiterzukommen.« »Ich bin glücklich, wenn ich Ihnen diesen Dienst erweisen kann …« Er stockte und schwieg. Auch das Mädchen schwieg. Wie im Traum schritt Georg Isenbrandt an ihrer Seite. Wie im Traum glaubte er an der Seite derjenigen zu schreiten, die er einst so sehr geliebt hatte. Zu dritt bestiegen sie den Compagniekreuzer und nahmen In der reservierten Kabine Platz. Mit voller Kraft schoß der Kreuzer über die Hungersteppe dahin. Der alte Name hatte heute nur noch historische Bedeutung. Wo sich früher eine dürftige und trostlose Steppe dehnte, da grünten jetzt üppige Felder. Georg Isenbrandt erhob sich, um eine Karte aus dem Nebenraum zu holen. Forschend schaute ihm Maria Feodorowna nach. Dann richtete sie eine Frage an Wellington Fox. »Ist Ihr Freund immer so schweigsam und ernst?« »Nicht immer … Gewiß, sein Charakter ist ernst. Heute kommt ein besonderer Grund hinzu … ein Grund, der Ihnen auch die besonders ernste Stimmung meines Freundes erklären kann …« »Sie machen mich neugierig, Mr. Fox. Darf man den Grund wissen?« »Ich sehe nicht ein, warum ich ihn verheimlichen sollte. Sie gleichen in Stimme und Gestalt einer Frau, die Georg Isenbrandt vor Jahren über alles geliebt hat …« »… einer Frau, die Ihr Freund liebte? … Wo ist sie jetzt?« »Sie ist tot … in wenigen Tagen wurde sie dahingerafft … Ich war in Amerika, als sie Maria Ortwin begruben. Als ich zurückkam, war mein Freund ein stiller Mann geworden, der nur noch seiner Arbeit lebte …« Wellington Fox legte den Finger an die Lippen. Georg Isenbrandt kam wieder in den Raum. Er trug die Karten und breitete sie auf dem Tisch aus. Wellington Fox begann von den Arbeiten zu sprechen, während Georg Isenbrandt nur wenige erläuternde Worte hinzufügte. Sein Blick umfing die Gestalt Maria Feodorownas. Maria Witthusen horchte auf die Erklärungen von Wellington Fox. Der Kreuzer hatte jetzt reinen Südostkurs. Im Südwesten stand eine gewaltige Wolkenwand an dem bisher so klaren Himmel. Eine mächtige Bank brodelnden und wogenden Wasserdampfes. Wellington Fox erklärte: »Der erste der großen kochenden Seen. Alles Wasser, was von den Bergen in den See strömt, dampft hier auf und wird von den Winden nach Norden mitgenommen.« Er deutete auf Isenbrandt: »Und hier ist der Oberkoch, der die Berge dampfen und die Seen brodeln läßt.« Marias Blicke flogen zu Georg Isenbrandt hinüber. Nachdem sie den Grund seiner Schweigsamkeit vernommen hatte, gewannen diese scharfen und entschlossenen Züge ein besonderes Interesse für sie. Während der Kreuzer mit unveränderter Geschwindigkeit seinen Kurs verfolgte, traten die Wolkenmassen über dem Aralsee allmählich zurück. Georg Isenbrandt blickte ihnen kurze Zeit nach. Dann wandte er sich an Maria Feodorowna. »Wir müßten viel weiter südlich fliegen. Wir müßten dem Hochgebirge folgen. Dann würden Sie unsere Arbeiten sehen können. Da heben wir die Wassermengen in den Äther, die das Land bis in den hohen Norden warm und fruchtbar machen …« »Oh ja! Ich sah etwas davon in Kaschgar. Da sehen wir es im Westen und im Norden dampfen und nebeln, soweit das Auge den Horizont zu erfassen vermag. Sie können viel, Herr Isenbrandt, aber den Winden können Sie doch nicht gebieten. Der Wind tut Ihnen nicht immer den Gefallen, nach Norden zu wehen. Bläst er nach Osten, so bekommen wir den ganzen Segen. Auch unsere Flüsse dort fließen stärker, seitdem die Berge im Norden und Westen brennen.« Wellington Fox griff den Faden auf. »Ja! Sag mal, Georg … Fräulein Witthusen hat recht. Da scheitern deine Künste. Die unerwünschte Windrichtung tritt ja Gott sei Dank nur selten ein. Bedenklich wäre es aber doch, wenn es dem guten Gott der Winde gefiele, ein paar Monate hintereinander auf Abwegen zu wandeln.« Georg Isenbrandt preßte die Lippen zusammen. Die leicht hingeworfenen Worte seines Freundes betrafen ein Problem, an dessen Lösung er im stillen schon seit Jahren arbeitete. Noch nie war die Frage so brennend gewesen wie jetzt. Seit langen Wochen waren die Winde unregelmäßig geworden. Er wußte auch, daß ein Zusammenhang zwischen diesen Abweichungen und den immer größer werdenden Schmelzarbeiten bestehen müsse. Schon waren aus einzelnen Siedlungsgegenden im Norden Berichte gekommen, die über Regenmangel klagten. Wellington Fox unterbrach sein Grübeln. »Sieh hier, Georg! Wieder neue Dörfer … Auf der Karte nicht eingetragen … merkwürdiger Baustil … das sieht ja beinahe amerikanisch aus.« Ein leichtes Lächeln spielte um die Lippen Isenbrandts. »Es ist auch amerikanisch, Fox! Deutsch-amerikanisch! Pfälzer aus den Seestaaten, die jetzt nach hier übergesiedelt sind.« Das Schiff stand jetzt über Perowsk und folgte eine größere Strecke dem vielfach gewundenen Lauf des Sir Darja. Isenbrandt deutete in die Tiefe, wo der breite, grüne Strom deutlich zu sehen war. »Jetzt sind wir am alten Jaxartes. Bis hierhin ist der große Alexander auf seinen Eroberungszügen vorgedrungen. Wir sind weitergekommen. Fünfhundert Meilen weiter nach Osten. Wir schaffen Neuland für Hunderte von Millionen Menschen.« Maria Feodorowna spann seinen Gedankengang weiter: »Ein gewaltiges Werk! Doch die Gelben sehen es nicht gern. Ich höre, wie sie bei uns in Kaschgar darüber sprechen. Fremde Teufeleien, die dem Gelben und dem Blauen Fluß das Wasser nehmen. Vielleicht müssen wir eines Tages den Ort verlassen, an dem wir seit zwanzig Jahren wohnen.« Prüfend ruhte der Blick Georg Isenbrandts auf den Zügen der Sprecherin. »Der Tag kann schneller kommen, als Sie denken. Ich werde Sie warnen. Versprechen Sie mir, meiner Warnung zu folgen …« Maria Feodorowna streckte dem...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.