Buch, Deutsch, 418 Seiten, fadengeheftete Broschur, Format (B × H): 154 mm x 232 mm, Gewicht: 622 g
Reihe: Studien zum ausländischen und internationalen Privatrecht
Eine migrationssoziologische Analyse von Interessenkonflikten im Internationalen Personen- und Familienrecht
Buch, Deutsch, 418 Seiten, fadengeheftete Broschur, Format (B × H): 154 mm x 232 mm, Gewicht: 622 g
Reihe: Studien zum ausländischen und internationalen Privatrecht
ISBN: 978-3-16-200270-9
Verlag: Mohr Siebeck
Vanessa Grifo entwickelt einen migrationssoziologisch informierten Analyserahmen für das Internationale Personen- und Familienrecht. Ziel ist es, die Interessenkonflikte offenzulegen, die Gesetzgebung und Rechtsprechung im Migrationskontext prägen. In der Migrationssoziologie beschreibt das Konzept der postmigrantischen Gesellschaft, wie Politik und Gesellschaft die kulturelle Integration der Zugewanderten neu aushandeln, seit die Bundespolitik im Jahr 2001 erstmals anerkannte: „Deutschland ist Einwanderungsland". Dabei werden Konflikte zwischen der kulturellen Identität der Zugewanderten und der nationalen Identität des Einwanderungslandes - häufig gerade in Abgrenzung zu muslimischen Zugewanderten - neu ausbalanciert. In diesen postmigrantischen Identitätskonflikten kommt dem IPR eine besondere Moderationsfunktion zu. Es bestimmt, welcher Rechtsordnung die privaten Statusverhältnisse des Zugewanderten unterstehen. Dabei kann die Anwendung ausländischer, insbesondere islamisch geprägter, Rechtsordnungen Inhalte der nationalen Identität herausfordern. Die Autorin zeigt, dass sich die von der Migrationssoziologie herausgearbeiteten Kriterien zur Analyse postmigrantischer Identitätskonflikte auch in Konzepte und Methoden des IPR übersetzen lassen. Eine migrationssoziologisch informierte Analyse ausgewählter Gesetzgebungsakte und Urteile seit den 1970er Jahren offenbart, dass Gerichte und Gesetzgeber seit der Jahrtausendwende die kulturelle Identität Zugewanderter nicht mehr automatisch mit ihrer Heimatrechtsordnung gleichsetzen. Zugleich ziehen sie die nationale Identität des Einwanderungslandes verstärkt bei der Bildung und Anwendung von Kollisionsnormen heran. Dadurch verarbeitet die kollisionsrechtliche Dogmatik einen Wandel des Integrationsverständnisses von einem pluralistischen zu einem zunehmend assimilationsorientierten Ansatz.
Autoren/Hrsg.
Fachgebiete
- Rechtswissenschaften Internationales Recht und Europarecht Internationales Recht Internationales Privatrecht
- Sozialwissenschaften Soziologie | Soziale Arbeit Spezielle Soziologie Soziologie von Migranten und Minderheiten
- Rechtswissenschaften Recht, Rechtswissenschaft Allgemein Rechtssoziologie, Rechtspsychologie, Rechtslinguistik
Weitere Infos & Material
Erster Teil: Migrationssoziologische Betrachtung des Internationalen Personen- und Familienrechts
§ 1 Untersuchungsgegenstand und Anliegen der Arbeit
§ 2 Gang der Untersuchung
§ 3 Kollisionsrechtliche Dogmatik im politischen und gesellschaftlichen Kontext
§ 4 Identitätsjurisprudenz als neuer Analyserahmen
§ 5 Analysegegenstand: Umgang mit islamisch geprägten Rechtsordnungen
§ 6 Ergebnisse des ersten Teils in Thesenform
Zweiter Teil: Kegels Interessenjurisprudenz im Internationalen Privatrecht
§ 7 Kegels Interessenbegriff
§ 8 Kegels Interessenlehre
§ 9 Ergebnisse des zweiten Teils in Thesenform
Dritter Teil: Identitätsjurisprudenz im Internationalen Personen- und Familienrecht
§ 10 Kulturelle Identitäten in Soziologie, Sozialphilosophie und im Kollisionsrecht
§ 11 Bedeutungswandel kultureller Identitäten im postmigrantischen Kontext
§ 12 Integrationsverständnis als Ergebnis der Abwägung unterschiedlicher kultureller Identitäten
§ 13 Ergebnisse des dritten Teils in Thesenform
Vierter Teil: Analyse von Rechtsprechung und Gesetzgebung im Internationalen Personen- und Familienrecht aus der Perspektive der Identitätsjurisprudenz
§ 14 Zusammenführung der Analysekriterien für eine Identitätsjurisprudenz
§ 15 Analyse von Rechtsprechung und Gesetzgebung im Verhältnis zu islamisch geprägten Rechtsordnungen
§ 16 Ergebnisse des vierten Teils in Thesenform
Schluss
Gesamtergebnis der Arbeit in Thesen
Erster Teil: Migrationssoziologische Betrachtung des Internationalen Personen- und Familienrechts
§ 1 Untersuchungsgegenstand und Anliegen der Arbeit
§ 2 Gang der Untersuchung
§ 3 Kollisionsrechtliche Dogmatik im politischen und gesellschaftlichen Kontext
§ 4 Identitätsjurisprudenz als neuer Analyserahmen
§ 5 Analysegegenstand: Umgang mit islamisch geprägten Rechtsordnungen
§ 6 Ergebnisse des ersten Teils in Thesenform
Zweiter Teil: Kegels Interessenjurisprudenz im Internationalen Privatrecht
§ 7 Kegels Interessenbegriff
§ 8 Kegels Interessenlehre
§ 9 Ergebnisse des zweiten Teils in Thesenform
Dritter Teil: Identitätsjurisprudenz im Internationalen Personen- und Familienrecht
§ 10 Kulturelle Identitäten in Soziologie, Sozialphilosophie und im Kollisionsrecht
§ 11 Bedeutungswandel kultureller Identitäten im postmigrantischen Kontext
§ 12 Integrationsverständnis als Ergebnis der Abwägung unterschiedlicher kultureller Identitäten
§ 13 Ergebnisse des dritten Teils in Thesenform
Vierter Teil: Analyse von Rechtsprechung und Gesetzgebung im Internationalen Personen- und Familienrecht aus der Perspektive der Identitätsjurisprudenz
§ 14 Zusammenführung der Analysekriterien für eine Identitätsjurisprudenz
§ 15 Analyse von Rechtsprechung und Gesetzgebung im Verhältnis zu islamisch geprägten Rechtsordnungen
§ 16 Ergebnisse des vierten Teils in Thesenform
Schluss
Gesamtergebnis der Arbeit in Thesen




