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Lior Neue Ideen für die Porträtfotografie



Menschen kreativ fotografieren. Workshops für inszenierte Fotografie. Verständlich erklärt - für Einsteiger geeignet.

1. Auflage 2018, 288 Seiten, eBook, Format (B × H): 145 mm x 215 mm
ISBN: 978-3-86910-383-9
Verlag: Schlütersche
Format: EPUB
Kopierschutz: Wasserzeichen (»Systemvoraussetzungen)



Lior Neue Ideen für die Porträtfotografie

Das Kraftpaket für alle, die Menschen kreativ und inhaltlich interessant in Szene setzen möchten: Zahlreiche Workshops mit vielen Bildern und Tipps sorgen für frische Ideen und das nötige Wissen: Was muss ich bei der Location-Auswahl beachten? Wie nutze ich optimal das Licht? Wie führe ich mein Model? Welche Kostüme und Requisiten kann ich einsetzen, um Botschaften zu vermitteln? Der perfekte Ratgeber für Hobby- und fortgeschrittene Fotografen, deren Herz für die Porträtfotografie schlägt.

Alles Wichtige im Blick: Themen-Ideen, Set- und Bildaufbau, Arbeiten mit dem Model und vieles mehr.

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GRUNDLAGEN
Menschen vor der Kamera – vielfältiger geht es kaum: Mal posieren Modelle in opulenten Kostümen, mal ausgefallen-modern gestylt oder ganz schlicht, mal vor Schlössern, in der Natur, im Wasserbassin oder im Bällebad. Auch unterwegs in der Stadt oder im Urlaub finden Sie wundervolle Motive für die inszenierte Menschenfotografie – die Welt wird zur Kulisse und Inspiration! Sie haben sich also für ein sehr weites und spannendes Feld entschieden. Mit den Workshops in diesem Buch möchte ich Ihnen unterschiedliche Themen, verbunden mit unterschiedlichen Locations, Sets, Kostümen, Requisiten, Posings und unterschiedlichen Bedeutungen näherbringen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der inszenierten Fotografie, das heißt, Sie müssen nicht auf Situationen warten, sondern kreieren sie einfach selbst. Bevor es losgeht, folgt hier eine mikroskopisch kurze Einführung in die Modelfotografie für alle, die sich darin noch nicht zuhause fühlen. Die Hauptdarstellerin – Ihr Model
Eine Freundin oder Verwandte (meist handelt es sich bei Fotomodellen um Frauen) eignet sich optimal dazu, erste Erfahrungen in der inszenierten Menschenfotografie zu sammeln und Sicherheit zu gewinnen. Auch Fotoworkshops helfen und vermitteln Ihnen Bekanntschaften zu routinierten Fotomodellen. Mit ein paar vorzeigbaren Bildern finden Sie über Internetforen, z. B. über die Modelkartei, die Fotocommunity oder entsprechende Gruppen auf Facebook Ihre Modelle. Ob und wie kostspielig es wird, entscheidet der Markt: Je gefragter das Model ist, desto mehr Ansprüche kann sie stellen. Eine häufige Regelung ist TFP – Time for Pictures. Bei dieser Variante fließt kein Geld in Richtung Model oder Fotograf. Beide investieren ihre Zeit für gute Bildergebnisse. Je nach Bildthema kommen eventuell Kosten für Visagistik, Fahrt, Locationmiete u. a. hinzu. Viele Modelle achten sehr auf ihren Körper, ernähren sich gut und treiben Sport, verbringen Stunden im Auto oder im Zug, um zum Shooting zu gelangen, müssen dann in der Maske lange stillsitzen und beim Shooting unangenehme Posings halten. Respekt!
Mehr als nur hübsch aussehen – Fotomodeln kann ziemlich anstrengend sein Das Beste aus der Kamera herausholen
Nun zu den fotografischen Grundlagen, ein Themenbereich, den ich nur kurz streifen werde, da Sie sicher schon Erfahrungen im Umgang mit Ihrer Kamera gesammelt haben. Dabei ist es besonders wichtig, das Zusammenspiel der Faktoren „Belichtungszeit“, „Blende“ und „ISO“ zu kennen. Diese drei Faktoren helfen dabei, genügend Licht auf den Chip zu bekommen. Sie sollten versuchen, sie eigenständig zu regeln und nicht dem Automatikmodus zu überlassen – nur so können Sie Ihre Bilder selbst gestalten. Die Belichtungszeit Die Belichtungszeit bestimmt, wie lange die Kamera Licht hineinlässt – je länger, desto heller wird das Bild. Allerdings bedeutet dieses „länger“ auch, dass es leichter zu Verwacklungen kommen kann. Fotografieren Sie einen sich bewegenden Menschen, ist das natürlich besonders schnell passiert. Hier benötigen Sie je nach Bewegung Belichtungszeiten kürzer als 1/250 s. Aber auch statisch posierende Menschen können verwackeln: Völlig regungslos kann niemand verharren, und Sie selbst werden die Kamera, sofern diese nicht auf einem Stativ befestigt ist, auch nicht lange unbeweglich halten können – allein das Drücken auf den Auslöser bewirkt schon eine Erschütterung. Kameras oder Objektive mit Verwacklungsschutz sind im Vorteil, aber auch damit ist es oft schwierig, mit Belichtungszeiten von länger als 1/50 s ein scharfes Bild zu erzielen. Dabei kommt es auch auf die Brennweite an: Je näher Sie herangezoomt haben, desto kürzer sollten Sie belichten. Die Blende Die Blende meint die Größe der Objektivöffnung – je offener, desto mehr Licht gelangt auf den Chip. Offene Blenden sind mit niedrigen Blendenwerten bezeichnet, geschlossene mit hohen. Eine Blende von f/1.2 z. B. ist eine sehr offene Blende. Offene Blenden bewirken aber auch eine größere Tiefenunschärfe. Das ist von Vorteil, wenn Sie den Fokus exakt auf ein Auge legen möchten und alles andere sukzessive in der Unschärfe versinken soll. Möchten Sie aber ein rundum scharfes Bild oder haben Sie nicht die Möglichkeit, ganz exakt zu fokussieren, sollte die Blende eher geschlossen sein. Der ISO-Wert Der dritte Faktor „ISO“ bezeichnet die Empfindlichkeit gegenüber Licht: Je höher die ISO-Zahl, desto empfindlicher. Hohe ISO-Werte resultieren aber auch in stärkerem Bildrauschen. Je nach Kamera fängt das Rauschen ab ISO 640, 800 oder 1000 an, im Bild deutlich zu werden. Das Rauschen kann als gestalterisches Element verstanden werden, es kann aber auch stören. Die Brennweite Geringe Brennweiten, z. B. 20 mm, ergeben eine weitwinklige Optik, um die 50 mm spricht man von einer Normalbrennweite, der Begriff „Tele“ kennzeichnet größere Brennweiten. Bei geringer Aufnahmedistanz zeigen weitwinklige Brennweiten eine perspektivische Verzerrung. Außerdem besitzen sie einen großen Schärfentiefebereich und ein geringes Verwacklungsrisiko, sodass sie sich z. B. für lichtarme Sets wie in der Urbex-Fotografie eignen. Im Telebereich wirken Objekte in unterschiedlichen Entfernungen näher aneinandergerückt. Die Schärfentiefe ist deutlich vermindert, was ebenfalls künstlerisch genutzt werden kann, zum Beispiel bei eng geschnittenen Porträts. Sie können festbrennweitige oder Zoomobjektive erwerben. Festbrennweiten zeichnen sich oft durch eine besonders gute Schärfeleistung und die Möglichkeit besonders offener Blenden aus, Zoomobjektive hingegen sind in vielen Kontexten praktischer.
Bei recht offener Blende und Fokus auf das vordere Model wird das hintere unscharf abgebildet Der RAW-Modus Neben diesen drei Faktoren gibt es noch eine Möglichkeit, zu Fotos zu gelangen, die hell genug sind: Fotografieren Sie im RAW-Modus. Damit haben Sie später einen recht großen Korrekturspielraum. Auch können Sie durch den RAW-Modus Bilder mit sehr hohem Kontrastumfang retten, Bilder, in denen sehr helle und sehr dunkle Bereiche bestehen, die zum „Ausfressen“ tendieren, das heißt, keine Zeichnung mehr besitzen. Das Bild „Sonnenflecken“ zeigt, wie der RAW-Modus bei Sonnenflecken, einer schwierigen Lichtsituation, mit doppelter Entwicklung dabei hilft, überall Zeichnung bestehen zu lassen und keine völlig weißen oder schwarzen Bereiche im Bild zu haben.
Sonnenflecken – eine schwierige Lichtsituation Licht ins Dunkel
Die meisten Workshops in diesem Buch benötigen keine besondere Lichtanlage. Für viele Themen sind Dauerlichter aber sinnvoll, das sind z. B. Neonröhren oder starke Energiesparlampen. Es empfiehlt sich eine Positionierung der Lampe von oben, oberhalb des Gesichts. Das entspricht unseren Wahrnehmungsgewohnheiten, denn auch die Sonne kommt von oben, nicht von unten. Von allzu weit oben ergeben sich allerdings ungünstige Nasenschatten – ein langer Schatten bis in die Lippen –, und auch die Augen versinken dann leicht in dunklen Augenhöhlen. Den meisten Gesichtern steht ein Winkel um die 45 Grad am besten. Ganz frontales Licht, wie es der kamerainterne Blitz kreiert, oder Licht von unten ist hingegen selten vorteilhaft.
Licht von schräg oben steht den allermeisten Menschen Manche Lichtquellen bieten ein sehr gelbes Licht, so z. B. Baustrahler oder Kerzen. Das muss Ihrem Bild nicht zum Nachteil gereichen und lässt sich mittels des Weißabgleichs an der Kamera oder in der RAW-Entwicklung auch anpassen. Einfacher ist es aber meist, neutrale Lichter zu nutzen. Auch die Härte des Lichts spielt eine Rolle: Wenn Sie exakte Schatten möchten, benötigen Sie sehr hartes Licht wie etwa strahlendes Sonnenlicht zur Mittagszeit. Für viele inszenierte Themen ist hartes Licht eher unvorteilhaft und diffuses Licht, wie an einem bewölkten Tag, optimal. Eine Blitzanlage bietet den Vorteil, in jeder Available-Light-Situation mit kurzen Belichtungszeiten, niedriger ISO und geschlossener Blende arbeiten zu können. Sie benötigen mindestens einen Studioblitz mit Blitzstativ und dem gewünschten Lichtformer, ggf. eine Kabeltrommel sowie eine Möglichkeit der Kommunikation zwischen Blitz und Kamera. Hierfür kommt ein Kabel infrage, angenehmer ist aber ein Infrarot- oder Funkset. Lichtformer gestalten das Licht – machen es z. B. diffus oder besonders hart, lassen nur einen engen Lichtstrahl durch oder bieten eine flächige Ausleuchtung. Für weiches Licht eignen sich Softboxen. Reflektoraufsätze gestalten hartes Licht, Spots enge Lichtkegel. Ein Tipp: Wenn Sie eine Blitzanlage kaufen möchten, zeigen Sie dem Händler Fotos mit Lichtsetzungen, die Ihnen gefallen – er kann dann die passenden Lichtformer heraussuchen. Es gibt übrigens auch akkubetriebene Blitzanlagen – die...


Lior, Jamari
Die Fotografin und Foto-Dozentin Jamari Lior lehrt Fotografie unter anderem an der FH Trier, dem Indian Institute of Photography und der Deutschen POP. Sie hat bereits mehrere praktische und theoretische Bücher über Fotografie geschrieben, Workshop-DVDs produziert und arbeitet als Redakteurin des Foto-Magazins „Pictures“. Darüber hinaus wurden ihre Bilder in großen Foto-Magazinen veröffentlicht und mehrfach ausgezeichnet.


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