Mehrwertsteueränderung bei Fachmedien

November 2020

 

Mehrwertsteuer-FAQ

 

Als Teil des im Juni 2020 von der Bundesregierung beschlossenen Konjunkturpakets wurde in diesem Jahr eine befristete Senkung der Mehrwertsteuer  im zweiten Halbjahr 2020 umgesetzt. Die Mehrwertsteuer wird damit für den Zeitraum vom 1. Juli 2020 bis zum 31. Dezember 2020 gesenkt. Der reguläre Steuersatz sinkt dabei von 19 % auf 16 %, der reduzierte Steuersatz von 7 % auf 5 %.

Das Informationsschreiben mit allen Umsetzungsdetails, welches das Bundesfinanzministerium dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels zu den Änderungen zur Verfügung gestellt hat, finden Sie hier vollständig aufgeführt.

 

Warum ändert sich der Preis meiner Print-Erzeugnisse durch die Mehrwertsteuersenkung nicht?

Die deutschen Fachverlage haben aufgrund der gesetzlichen Preisbindung größtenteils die Bruttopreise ihrer Print-Erzeugnisse (Bücher und Zeitschriften) unverändert gelassen haben. Im Rahmen der für Printerzeugnisse geltenden Preisbindung sind wir als Händler gesetzlich gebunden, die von den Verlagen festgesetzten Preise zu berechnen. Das trifft ebenso auf die Datenbanken zu. Dies gilt für alle am Markt beteiligten Unternehmen, sodass es hier hinsichtlich der Preisgestaltung keine Ausnahmen geben wird.

 

  • § 3, 5 Buchpreisbindungsgesetz:

Wer gewerbs- oder geschäftsmäßig Bücher an Letztabnehmer in Deutschland verkauft, muss den nach § 5 festgesetzten Preis einhalten. (…)

Wer Bücher für den Verkauf an Letztabnehmer in Deutschland verlegt oder importiert, ist verpflichtet, einen Preis einschließlich Umsatzsteuer (Endpreis) für die Ausgabe eines Buches für den Verkauf an Letztabnehmer in Deutschland festzusetzen und in geeigneter Weise zu veröffentlichen. Entsprechendes gilt für Änderungen des Endpreises. (…)

 

Warum erhalte ich nun Korrekturbelege mit Rechnungs-Endsumme 0,00€?

Da die Verlage ihre Bruttopreise nicht verändert haben, handelt es sich bei diesen Korrekturbelegen hauptsächlich um reine Korrekturen des berechneten Steuersatzes. Sie benötigen diese auch ohne Veränderung des endgültigen Rechnungsbetrags für Ihre Steuerunterlagen.

Lediglich wenn der jeweilige Verlag seinen Endpreis im Zuge der Mehrwertsteuersenkung angepasst hat, bringt der Korrekturbeleg auch einen abweichenden Endbetrag mit sich.

 

Was ist ein Dauerleistungsartikel?

Das Bundesfinanzministerium kategorisiert rechtlich sowohl Print- als auch Online-Abonnements als sogenannte Dauerleistungsartikel. Eine Dauerleistung gilt an dem Tag als erbracht, an welchem der vereinbarte Leistungszeitraum endet. Dies betrifft neben Abonnements z.B. auch Vermietung, Leasing, Wartung und Mitgliedsbeiträge.

 

Warum hat meine Abonnement-Rechnung trotz der Mehrwertsteuersenkung eine Mehrwertsteuer von 7 bzw. 19%?

Da Abonnements von Print- und Online-Artikeln als Dauerleistungsartikel kategorisiert werden, werden diese nach Vorgabe der Gesetzesänderung für den gesamten Leistungszeitraum nach gültigem Mehrwertsteuersatz des letzten Leistungsmonats besteuert.

Beispiel: Ein Abonnement, das vom 01.01.2020 – 31.12.2020 berechnet wird, hat somit für den gesamten Zeitraum den vergünstigten Mehrwertsteuersatz von 5 bzw. 16%. Ist der Leistungszeitraum hingegen der 01.02.2020 – 31.01.2021, gilt für den gesamten Zeitraum der ab 01.01.2021 wieder geltende Steuersatz von 7 bzw. 19%.

 

Sollten Sie weitere Fragen bezüglich der Korrektur der berechneten Mehrwertsteuersätze haben, stehen Ihnen unsere »Kundenbetreuer gern zur Verfügung.

 

Juni 2020

 

Hinweise zur Mehrwertsteueränderung bei Fachmedien

Die temporäre Mehrwertsteuersenkung vom 1. Juli bis 31. Dezember 2020 von 7% auf 5% bzw. 19% auf 16% Prozent führt zu vielen Fragen, die sich aufgrund der Informationen seitens der Finanzbehörden zum jetzigen Zeitpunkt erst teilweise beantworten lassen.

 

  1. Grundsätzlich betrifft die Umsatzsteuersenkung sämtliche umsatzsteuerpflichtige Transaktionen, d.h. alle nationalen Verkäufe von Verlagserzeugnissen (gedruckt, digital, preisgebunden und nicht preisgebunden) sowie die Durchführung aller Rücksendungen im Absenkungszeitraum.
  2. Die technische Umstellung unserer Systeme auf die neuen Mehrwertsteuersätze erfolgt zum 01.07.2020. Von diesem Zeitpunkt an werden alle Produkte mit den entsprechend gültigen Mehrwertsteuersätzen berechnet.
  3. Die Fachverlage signalisieren zu einem großen Teil, dass die Bruttopreise für Printerzeugnisse (Bücher und Zeitschriften) in der Regel unverändert bleiben werden. Begründet wird dies sowohl mit der gesetzlich verankerten Preisbindung als auch mit den erheblichen Kosten einer Umstellung derer IT-Systeme.
  4. Bei den Preisen der juristischen und steuerrechtlichen Datenbanken handelt es sich in der Regel um Nettopreise. Hier wird die Mehrwertsteuersenkung daher entsprechende Änderungen der Bruttopreise nach sich ziehen.
  5. Im Rahmen der für Printerzeugnisse geltenden Preisbindung sind wir als Händler gesetzlich gebunden, die von den Verlagen festgesetzten Preise zu berechnen. Dies gilt im Übrigen für alle am Markt beteiligten Unternehmen, so dass es hier hinsichtlich der Preisgestaltung keine Ausnahmen geben wird.
  6. Die Auswirkungen der Mehrwertsteuersenkung für die Abrechnung von Print- und Online-Abonnements sind bzgl. des anzuwendenden Mehrwertsteuersatzes komplex. So muss bspw. geklärt werden, wie ein Jahresabonnement in Hinblick auf die erste Abrechnungsphase mit 7% und die zweite Abrechnungsphase mit 5% zu behandeln ist. Hier werden in den nächsten Wochen bezüglich der Umsetzung noch detaillierte Anweisungen des Bundesministeriums für Finanzen (BMF) folgen. Ein genauerer Zeitpunkt ist uns aktuell nicht bekannt. Vor Bekanntgabe dieser Richtlinien können wir keine genauen Angaben zum Ablauf geschweige denn zum Zeitpunkt einer möglichen Umsetzung machen.