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Niederau Das große Buch der Nagelerkrankungen



Ursache, Podologische Diagnostik, Therapie, Prophylaxe

überarbeitete und erweiterte Auflage, 320 Seiten, eBook, Format (B × H): 165 mm x 245 mm
ISBN: 978-3-95409-808-8
Verlag: Neuer Merkur
Format: EPUB
Kopierschutz: Wasserzeichen (»Systemvoraussetzungen)


Niederau Das große Buch der Nagelerkrankungen

Das Nachschlagewerk für Podologinnen und Podologen schlechthin – nun als überarbeitete und ergänzte vierte Auflage!

In ihrem „Großen Buch der Nagelerkrankungen“ stellt Anke Niederau zahlreiche Fälle und Anwendungsmethoden ausführlich vor: von der Ursache über die podologische Diagnostik und Therapie bis hin zur Prophylaxe. Aufwendige Bildserien dokumentieren die einzelnen Arbeitsschritte klar und übersichtlich. Diese vierte Auflage wurde um ein Kapitel zu Kindernägeln und deren Erkrankungen erweitert. Zudem wurden zahlreiche neue Abbildungen aus dem Fundus der Autorin sowie etliche zusätzliche Spangen und ihre Anwendungen hinzugefügt.

Dieses Lehrbuch bietet jeder Podologin und jedem Podologen das nötige Rüstzeug für eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Ärzten, Physiotherapeuten, Pflegepersonal u.v.m. In diesem interdisziplinären Behandlungsnetz nehmen sie eine unverzichtbare Rolle ein, denn durch ihre podologische Mitwirkung kann die Behandlungsdauer verkürzt und ein schnellerer Therapieerfolg erzielt werden.

Zielgruppe


Podologinnen und Podologen, medizinische Fußpflegerinnen und Fußpfleger


Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Der Aufbau des Nagels
Nagelerkrankungen, inkl. der Kindernagel
Orthonyxie
Nagelprothetik
Tamponaden
Kurzzusammenfassung
Differenzialdiagnosen von Nagelveränderungen


Der Aufbau des Nagels
Der Nagel (lat.: Unguis, griech.: Onyx) ist ein Hautanhangsgebilde und besteht aus 100 bis 150 unregelmäßig übereinander geschichteten Lagen von Hornzellen, die üblicherweise zwischen zwischen 0,05 mm (Nagel eines Babys) und 0,75 mm stark sind. Die Nagelbildung (Onychisation) ist eine Verhornung tief hinter dem Nagelfalz. Gebildet werden die Hornzellen aus hartem Keratin mit einem hohen Anteil an Schwefeldoppelverbindungen sowie einer regelmäßigen Anordnung der Keratinfilamente (Bestandteile des Keratins). Der wesentliche Anteil der Hornsubstanz besteht aus Eiweißmolekülketten, den Polypeptidketten. Der Nagel wächst kontinuierlich: die Fingernägel ca. 1 mm pro Woche und die Fußnägel ca. 1 mm pro Monat (siehe Tabelle 2.1). Nagelbildung (Onychisation)
Die Nagelbildung ist eine Verhornung tief hinter dem Nagelfalz ohne Bildung der Zwischenstufe Keratohyalin. Letzteres ist ein Eiweiß, das bei der Verhornung im Stratum granulosum von Epithelien in Form kleiner Körnchen innerhalb der Zellen angesammelt wird. Im Zuge der weiteren Verhornung wird es in Eleidin (halbflüssige, fett- und eiweißreiche azidophile Substanz) und schließlich zu Keratin umwandelt. Das Keratin wird in das Stratum lucidum befördert, weshalb diese Schicht als sehr dünner Strich erscheint. Es dient dem Schutz vor Wasserverlust. Nagelplatte (Corpus unguis)
In der Keimschicht (Nagelmatrix) bildet sich die Nagelplatte. Die Hornsubstanz wird zu 1/3 vom Stratum granulosum (Körnerschicht) des Nagelbetts gebildet. Der Rest der Nagelplatte wird durch die Lunula gebildet. Der Nagel besteht aus drei Schichten: die dorsale Schicht (Dorsalnagel), die aus hartem Keratin besteht, die intermediäre Schicht (Intermediärnagel), die aus Keratin mit Zellstrukturen und Zellkernresten besteht und die palmare Schicht (Ventralnagel), die aus weichem Keratin besteht und mit dem Nagelbett durch longitudinale (längs verlaufende) Leisten verbunden ist. Die Nagelplatte schiebt sich aus der Keimschicht auf dem Nagelbett nach distal. Das Nagelbett weist spezielle leistenartige Strukturen auf, durch die Nagelplatte und Nagelbett miteinander verbunden sind. Die Nagelplatte wölbt sich in zwei Richtungen (Längs- und Querrichtung). Durch diese Form bekommt die Nagelplatte eine erhöhte Stabilität. Verschiedene Faktoren bewirken eine spezielle Farbgebung der Nagelplatte: •das Kapillarnetz des Nagelbetts (d. h. die von feinsten Blutgefäßen durchzogene Fläche, auf der der Nagel ruht) •das Keratin (Hornsubstanz), welches von gelblicher bis grauer Farbe ist •pigmentbildende Zellen (Melanozyten) im Bereich der Matrix sowie des Nagelbetts Die Dicke der Nagelplatte nimmt zum distalen Ende hin zu, im Bereich der Keimzone ist sie dünner. Nagelmatrix (Radix unguis)
Die Nagelmatrix (Keimzone) produziert fortlaufend Zellen, die sich in ihrer weiteren Entwicklung abflachen und zur Nagelplatte werden. Die halbmond- oder sichelförmig ausgebildete weißlich durchscheinende Basis des Nagelbetts bezeichnet man als Lunula (lat.: kleiner Mond). Die Lunula ist der sichtbare Teil der Nagelmatrix. Nagelbett (Solum unguis)
Das Nagelbett ist der Bereich von der Lunula bis zum Hyponychium. Es besteht aus in Längsrichtung parallel angeordneten epidermalen Leisten, die mit den Dermalleisten verzahnt sind. Hier findet in den Basalzellen keine Mitose mehr statt. Da diese ihre Zellkerne verlieren, werden sie zu Nagelbetthornzellen umgebildet. Hyponychium
An das Nagelbett schließt sich das Hyponychium an, das bis zur distalen Furche reicht. Pilzinfektionen nehmen meist hier ihren Anfang. Abb. 2.1 Abb. 2.2 Abb. 2.1 bis 2.4 Beschriftung 1 Corpus unguis, Nagelplatte 2 Margo liber, freier Nagelrand 3 Lunula, Nagelmond 4 Radix unguis, Nagelwurzel 5 Matrix, Keimschicht 6 seitlicher Margo liber, seitlicher freier Nagelrand 7 Cuticula, Nagelhäutchen 8 Hyponychium – Solum unguis, Nagelbett 9 Sulcus unguis, Nagelfalz 10Intermediärnagel mit Papillenleisten 11Hyponychium – Solum unguis, Nagelbett mit Papillenleisten 12Perionychium – Vallum unguis, Nagelwall 13Sohlenhorn 14Knochen, Zehenendglied Abb. 2.3 Abb. 2.4 Abb. 2.5Die drei Hornschichten des Nagels Abb. 2.6Distale Sicht auf den ventralen Nagel am Übergang zum Sohlenhorn (PodoCam) Abb. 2.7Nagel distal. Im Bereich der Matrix sind keine Lamellenleisten vorhanden, hier ist der Nagel bis zum Ende der Lunula zweischichtig. Nagelwall (Perionychium)
Die Nagelplatte wird durch die seitliche und proximal liegende Hautfalte begrenzt. Der sichelartige proximale Teil des Nagels mit der darunterliegenden Matrix wird vom Perionychium und durch die epitheliale Cuticula (Nagelhäutchen) abgedeckt. Nagelfalz (Sulcus unguis)
Der Sulcus unguis stellt die Übergangszone der Nagelplatte zum Nagelwall dar. Nagelhäutchen (Cuticula)
Das Nagelhäutchen befindet sich am proximalen Perionychium (Nagelwall). Es verschließt so die Nageltasche und liegt auf dem Nagelrücken wie eine feine, dichte Lippe. Eine Verletzung des Nagelhäutchens kann zu schweren Nagelwachstumsstörungen (z. B. infolge einer Infektion mit Bakterien oder Pilzen) führen. Sohlenhorn
Das Sohlenhorn liegt unter dem distalen freien Nagelende. Hierbei handelt es sich um eine verhornte Struktur, die verhindert, dass sich der Nagel vom Nagelbett ablöst und dadurch Fremdkörper oder Keime unter die Nagelplatte gelangen könnten. Funktion
Die Hauptaufgabe des Nagels besteht in seiner Schutzfunktion. Der Nagel schützt das empfindliche Finger-/Zehenendglied und unterstützt die Kuppe von Fingern und Zehen bei der Erfassung feinster Berührungsreize. Mit dem Finger greifen wir und heben kleine Objekte auf. Die Nägel von Daumen und Zeigefinger wirken dabei wie eine feine Pinzette. Der Mensch kann sich mithilfe des Nagels kratzen. Das Nagelwachstum erfolgt kontinuierlich. Es beträgt bei Fingernägeln ca. 1 mm/Woche, die Nagelerneuerungszeit beträgt ca. sechs Monate. Fußnägel wachsen langsamer, die Erneuerungszeit beträgt ca. zwölf Monate und sie sind dicker. Beschleunigtes Wachstum Vermindertes Wachstum Sommer
tagsüber
Schwangerschaft
Bagatellverletzungen
Nagelbeißen
Nagelschneiden
Nägel der rechten Hand (bei Rechtshändern)
Nägel der linken Hand (bei Linkshändern)
jugendliches Alter
Männer
Finger
Mittelfinger
Ringfinger
Zeigefinger Winter
nachts




Nägel der linken Hand (bei Rechtshändern)
Nägel der rechten Hand (bei Linkshändern)
fortgeschrittenes Alter
Frauen
Zehen
Daumen und kleine Finger Tab. 2.1 Nagelwachstum Die Bildung des fötalen Nagels beginnt gegen Ende des dritten Schwangerschaftsmonats. Es bildet sich ein leicht vertieftes, primäres Nagelfeld. Es wird durch einen bogenförmigen Wulst begrenzt. Aus Körnerzellen entwickelt sich langsam der Nagel, er wächst von distal nach proximal. Ende des fünften Monats bildet das Eponychium und das Hyponychium eine Tasche, die Matrix. Nach dem sechsten Monat beginnt das Nagelwachstum von proximal nach distal. Nagelwachstumsstörungen
Bei der Nagelbildung kann es durch zahlreiche äußere und innere Einflüsse zu einem verzögerten Wachstum kommen. Je nach Ursache unterscheidet man verschiedene Formen der Nagelbildungsstörungen. Nagelbildungsstörungen durch •exogene (äußere) Faktoren (Abb. 2.8)
Die exogenen Nagelwachstumsstörungen sind physikalische Traumata, die durch Verletzungen, chemische Gifte, Medikamente sowie Fuß- und Zehendeformitäten hervorgerufen werden. •endogene (innere) Faktoren (Abb. 2.9)
Bei dieser Form betrifft die Nagelbildungsstörung in den meisten Fällen nicht nur einzelne, sondern alle Nägel. Hauterkrankungen und viele weitere Grunderkrankungen können diese Form der Nagelbildungsstörung auslösen. Ein Mangel an Mineralstoffen und Vitaminen kann auch die Ursache sein. •Vererbung
Bei der sogenannten Dystrophia unguium mediana canaliformis ist der Nagel in der Mitte längs gespalten. Auch Sandpapiernägel beruhen auf erblichen Faktoren. Abb. 2.8Zehendeformitäten (Hallux rigidus, Krallenzehen D2 bis D4, Digitus superductus D2) Abb. 2.9Psoriatrischer Nagel Abb. 2.10Patientin: „Die Schuhe waren früher so schön und ich wollte doch meinem Mann bis zu Schulter gehen … Heute weiß ich es besser und würde es nicht mehr machen, denn jetzt kann ich nicht mehr richtig...


Niederau, Anke
Anke Niederau ist ausgebildete Arzthelferin, Podologin und Lehrerin für Gesundheitsfachberufe. Sie absolvierte Fortbildungen zum Thema „Reflexzonenarbeit am Fuß“ und zur Diabetischen Fachpodologin DDG. Seit 2007 lehrt die Autorin als freie Dozentin an verschiedenen Podologie- und Fußpflegeschulen im In- und Ausland.
Anke Niederau ist seit 1990 selbstständig in der medizinischen Fußpflege tätig. Ihr Nachschlagewerk „Das große Buch der Nagelerkrankungen“ wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und ist von Russland über Polen bis Japan als Lehrbuch im Einsatz.


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