Siewert Praxis der Viszeralchirurgie
2. Auflage 2006
ISBN: 978-3-540-30036-6
Verlag: Springer
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Onkologische Chirurgie
E-Book, Deutsch, 917 Seiten, Web PDF
Reihe: Medicine (German Language)
ISBN: 978-3-540-30036-6
Verlag: Springer
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Das ganze Wissen für Ihre diagnostischen und therapeutischen Entscheidungen! Moderne onkologische Chirurgie ist immer interdisziplinär: bei jeder Therapieentscheidung sind operative, chemotherapeutische und strahlentherapeutische Therapieprinzipien zu berücksichtigen; ein fundiertes Wissen zur Onkogenese sowie zur molekularen, funktionellen und bildgebenden Diagnostik ist Voraussetzung; unterstützende Therapieansätze und gezielte Nachsorge tragen zur Sicherung der Lebensqualität des Patienten bei.
Fundiertes und detailliertes Wissen zu allen Aspekten der onkologischen Viszeralchirurgie finden Sie in diesem Band: onkologisches Grundlagenwissen, diagnostische und therapeutische Verfahren, systematische Darstellung aller Tumoren der Viszeralorgane und der benachbarten Organgebiete, hervorragende Autoren aus allen Fachgebieten, systematisch strukturierte Empfehlungen zum diagnostischen und therapeutischen Vorgehen und zur Verfahrenswahl, zahlreiche Schemata und Abbildungen.
Auch bei komplexen Fragestellungen – die "Chirurgische Onkologie" lässt Sie nicht alleine.
Zielgruppe
Professional/practitioner
Weitere Infos & Material
Allgemeine Onkologie: Grundlagen.- Allgemeine Onkogenese und Tumorpathologie.- Präkanzerosen und molekulare Marker.- Prinzipien der Tumorklassifikation und Prognosefaktoren.- Epidemiologie bösartiger Neubildungen.- Molekulare Pathogenese, Diagnostik und Therapie hereditärer Tumoren des Gastrointestinaltrakts.- Tumormetastasierung.- Allgemeine Onkologie: Onkologische Diagnostik.- Klinische Untersuchung.- Chirurgische Endoskopie und intraluminales Staging.- Nuklearmedizin: biologische Bildgebung und Response Evaluation.- Möglichkeiten der Response Prediction.- Konventionelle radiologische Diagnostik.- Tumormarker bei gastrointestinalen Erkrankungen.- Zytologie/Immunzytologie.- Biopsie.- Sentinel Lymph Node Mapping.- Diagnostische Laparoskopie.- Ambulante onkologische Chirurgie.- Allgemeine Onkologie: Allgemeine Prinzipien in der onkologischen Therapie.- Tumortherapiezentren.- Prinzipien der Chirurgie maligner Tumoren.- Prinzipien der Chemotherapie und der hormonalen Therapie maligner Tumoren.- Prinzipien der Strahlentherapie und der kombinierten Radio-Chemo-Therapie.- Prinzipien der Hyperthermie in Kombination mit Strahlentherapie und Chemotherapie.- Interventionelle Radiologie.- Endoskopische Therapieverfahren im oberen Gastrointestinaltrakt.- Immun- und Gentherapie bei malignen Erkrankungen.- Unterstützende Therapie — Psychoonkologie und Rehabilitation.- Nachsorge nach Krebsoperationen.- Statistische Bewertung von Therapieergebnissen.- Erfassung der Lebensqualität in der Onkologie.- Präoperative Risikoabschätzung und Operationsvorbereitung in der onkologischen Chirurgie.- Enterale und parenterale Ernährung in der Viszeralchirurgie.- Schmerztherapie in der Onkologie.- Spezieller Teil: Therapieentscheidungen und therapeutisches Vorgehen.- MaligneLungentumoren.- Lungenmetastasen.- Ösophaguskarzinom.- Adenokarzinom des gastro ösophagealen Übergangs (AEG-Karzinom), sog. Kardiakarzinom.- Magenkarzinom.- Gastrointestinale Stromatumoren.- Gastrointestinale Lymphome.- Maligne Tumoren der Pankreas und der periampullären Region.- Besonderheiten neuroendokriner Pankreastumoren.- Chirurgische Therapie primärer maligner Lebertumoren.- Chirurgische Therapie von Lebermetastasen.- Chirurgische Therapie von Karzinomen der Gallenblase und der extrahepatischen Gallenwege.- Maligne Dünndarmtumoren.- Kolonkarzinom.- Rektumkarzinom.- Tumoren der Analregion.- HIV-assoziierte Tumoren.- Benigne und maligne Tumoren der Mamma.- Malignes Melanom des Viszerum (Primärtumor und Metastasen).- Weichgewebssarkome.- Maligne Lymphome — Morbus Hodgkin und Non-Hodgkin-Lymphome.- Maligne viszerale Tumoren des Kindes.- Urologie im Rahmen der onkologischen Chirurgie.- Nierenzellkarzinom.- Gefäßchirurgie im Rahmen der onkologischen Chirurgie.- Ovarialkarzinom aus Sicht des Viszeralchirurgen.
4 Epidemiologie bösartiger Neubildungen (S. 35-36)
Im ersten Teil des Beitrages werden Datenquellen (Todesursachenstatistik, Krebsregister), grundlegende Maßgrößen (Inzidenz- und Mortalitätsrate, relatives und attributables Risiko) und Studientypen (Follow-up-Studie, Fall-Kontroll-Studie, Interventionsstudie) eingeführt. Im zweiten Teil wird ein Überblick über Ergebnisse der Krebsepidemiologie gegeben: die Entwicklung der Krebssterblichkeit mit – soweit verfügbar – Zahlen zur Krebsinzidenz in Deutschland, die maßgeblichen Ursachen der Krebskrankheiten sowie Möglichkeiten zur primären und sekundären Prävention.
4.1 Einleitung
Lange Latenzzeiten, eine multifaktorielle Verursachung und eine bei den meisten Agenzien vergleichsweise geringe Risikoerhohung machen es bis auf wenige Ausnahmen unmoglich, auf individueller Ebene die Ursachen von Krebserkrankungen zu identifizieren. Aus diesem Grund ist man darauf angewiesen, gruppentypische Unterschiede in gegenuber bestimmten Agenzien verschieden stark exponierten Bevolkerungsgruppen aufzuspuren und zu quantifizieren. Dies ist die Aufgabe der Epidemiologie, die definiert werden kann als die Wissenschaft vom Auftreten von Krankheiten in menschlichen Bevolkerungen bzw. Bevolkerungsgruppen und seinen Ursachen.
Aufgrund der bevölkerungsbezogenen Betrachtungsweise wird also der Blick gewissermasen aus der Vogelperspektive auf das Krankheitsgeschehen geworfen. Man erhalt damit kaum Einblick in die biologischen Ablaufe der Karzinogenese. Ziel der Epidemiologie ist dementsprechend auch weniger, zum mechanistischen Verstandnis der Krebsentstehung beizutragen, als vielmehr die Wissensgrundlagen dafur zu schaffen, Pravention zu betreiben und Strategien hierfur zu entwickeln.
Die Erfahrung lehrt, dass eine wirksame Pravention haufig bereits eingeleitet werden kann, bevor die Entstehungsmechanismen einer Krankheit biologisch genau verstanden sind. Beispiele hierfur sind bereits aus der Epidemiologie der Infektionskrankheiten bekannt, bei denen es vielfach genugte, die Ausbreitungswege zu erkennen und zu unterbrechen, z. T. lange bevor die bakteriellen oder viralen Erreger identifiziert und bekampft werden konnten. Beispiele aus der Krebsforschung sind der Zusammenhang zwischen Rauchen und Lungenkrebs oder beruflichen Expositionen und verschiedenen Krebsarten, bei denen nach Entdeckung jeweils unmittelbar Praventionsmasnahmen angegeben bzw. durchgefuhrt werden konnten, ohne zuvor die Pathogenese im einzelnen aufgeklart zu haben.
Die wesentlichen Ziele der Krebsepidemiologie lassen sich somit folgendermasen zusammenfassen: ,
- Quantifizierung von Inzidenz und Mortalitat sowie Beobachtung regionaler Unterschiede und zeitlicher Veranderungen, ,
- ,Erforschung der Atiologie: Identifizierung krebserregender Agenzien und Quantifizierung des Erkrankungsrisikos bei Exposition gegenuber diesen Agenzien, ,
- ,Entwicklung von Strategien zur primaren Pravention bosartiger Neubildungen sowie zur Fruherkennung und -behandlung bereits Erkrankter (sekundare Pravention) und Prufung deren Wirksamkeit, ,
- ,Nachverfolgung des Verlaufsschicksals an Krebs erkrankter Personen bzw. von unter einem erhohten Krebsrisiko stehenden Personen.
4.2 Datenquellen und Methoden
Die Berichterstattung uber die Haufigkeit von Krankheiten in menschlichen Bevolkerungen wird als deskriptive Epidemiologie bezeichnet. Sie gibt Auskunft uber das Krankheitsgeschehen in verschiedenen Landern bzw. in verschiedenen Regionen eines Landes hinsichtlich des sakularen zeitlichen Verlaufes und in Abhangigkeit vom Lebensalter. Krebsatlanten sind typische Bei spiele fur Veroffentlichungen aus diesem Bereich (s. unten). Die ätiologische Epidemiologie hat die Erforschung der Ursachen der Krankheiten zum Ziel. Sie bedient sich ganzlich anderer Methoden und unterscheidet sich insbesondere auch darin, welche Daten sie verwendet: Ein wesentlicher Unterschied zwischen deskriptiver und atiologischer Epidemiologie besteht darin, dass Erstere sich zumeist auf aggregierte Daten routinemasig erhobener Sammelstatistiken (amtliche Todesursachenstatistik, Daten von Krebsregistern) mit wenigen oder gar keinen Angaben zu individuellen Merkmalen stutzt. Die atiologische Epidemiologie dagegen erhebt ihre Daten stets gezielt, auf die jeweilige Fragestellung bezogen und auf individueller Ebene.
4.2.1 Datenquellen
Amtliche Todesursachenstatistik Fur die Beantwortung der Frage, wie haufig bestimmte Krankheiten in einem Land zur Todesursache werden bzw. an welchen Todesursachen die Menschen in einem Land versterben, ist die amtliche Todesursachenstatistik die grundlegende Datenquelle.




