E-Book, Deutsch, 560 Seiten
Wead Donald Trump
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-96092-518-7
Verlag: FinanzBuch Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Die wahre Geschichte seiner Präsidentschaft – Mit bisher noch nie da gewesenem Zugang zum Präsidenten, seiner Familie und seiner engsten Berater
E-Book, Deutsch, 560 Seiten
ISBN: 978-3-96092-518-7
Verlag: FinanzBuch Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Doug Wead ist New York Times-Bestsellerautor und mehr als dreißig Bücher verfasst. Er war als Berater für zwei der amerikansichen Präsidenten tätig, hat ein Buch mit einem von ihnen mitverfasst und war im »Senior Staff« des Weißen Hauses. Er lebt außerhalb von Washington, D.C. mit seiner Frau Myriam.
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EINLEITUNG
Trump triumphiert
»Manche dieser Bücher sind kaum zu ertragen – sie sind voller unwahrer Geschichten.«
Präsident Trump zum Autor bei einer Besprechung im Oval Office1
Es war am 23. Dezember 2018. Viele Mitarbeiter des Weißen Hauses hatten sich bereits in den Weihnachtsurlaub verabschiedet. Das Anwesen wirkte beinahe verlassen – verglichen mit den meisten anderen Abenden jedenfalls. Draußen strahlten Scheinwerfer das Gebäude an und leuchteten das Gelände aus. Drinnen war die üppige Weihnachtsbeleuchtung großenteils bereits abgeschaltet. Nur die Sicherheitsleute und etwas Servicepersonal hatten noch Dienst. Manche Mitarbeiter hatten sich ihre Schichten so gelegt, dass sie möglichst bald zu ihren Familien nach Hause konnten.
Präsident Donald Trump hielt sich noch in den Staatsgemächern des Weißen Hauses auf. Gerade nahm er den Weg zwischen den zahlreichen Weihnachtsbäumen hindurch – ganz allein. Personal war natürlich immer in der Nähe, doch die Mitarbeiter hielten sich möglichst unsichtbar im Hintergrund. Manche benutzten sogar kleine Taschenlampen, um sich unauffällig zu bewegen. Wenn der Präsident an ihnen vorbeikam, lächelte er und erkundigte sich freundlich nach der Familie. Er war auf dem Weg in den Blue Room. Dort stand der Hauptbaum des Weißen Hauses im Dunklen, und der Präsident blickte aus der Düsternis in die glitzernde Nacht hinaus. Gleich links ragte das Washington Monument in Flutlicht getaucht über der Stadt auf.2 Im Vordergrund strahlte der National Christmas Tree so hell, dass die leuchtende Marmorkuppel des Jefferson Memorial dahinter kaum zu erkennen war.
Donald Trump hatte gerade die Hälfte seiner ersten Amtszeit als Präsident der Vereinigten Staaten hinter sich. Doch an jenem Abend war er nur ein einsamer Mann, allein im dunklen Blue Room des Weißen Hauses, in dessen Fenstern sich die fernen Marmormonumente anderer großer Männer spiegelten.
Die Überwindung der Schwerkraft
Er hatte einen spektakulären Aufstieg hinter sich. 2016 war Trump von den Republikanern als Präsidentschaftskandidat nominiert worden – der einhelligen Meinung der Politikexperten zum Trotz. Monate später hatte er die Experten erneut eines Besseren belehrt und die Wahl gewonnen. Noch am Wahltag hatte ihm die New York Times eine Gewinnchance von 9 Prozent ausgerechnet.3 Hollywood, akademische Kreise, die Wall Street und die nationalen Medien waren gegen ihn gewesen. Sämtliche Altpräsidenten, ob Republikaner oder Demokraten, hatten gegen ihn gestimmt. 240 Zeitungen hatten seine Gegnerin, Hillary Clinton, unterstützt, 19 ihn.4 Die Milliardäre hatten im Verhältnis 20 zu 1 gegen ihn gestimmt.5 Dennoch hatte er die Wahl mit einem Erdrutschsieg für sich entschieden.
Im Wahlkampf hatte er versprochen, er werde »für den Arbeitsmarkt der beste Präsident, den Gott je erschaffen hat«. Doch die Ökonomen in aller Welt begegneten ihm mit Verachtung und spotteten über seine Wirtschaftsprognosen. Mathematisch unmöglich seien sie, hieß es.6
Noch kurz vor der Wahl erklärte die Washington Post, wenn er gewönne, würde er »die Weltwirtschaft ruinieren«.7
Am Tag nach seiner Wahl sagte Paul Krugman von der New York Times »auf unabsehbare Zeit eine weltweite Rezession« voraus.8
Larry Summers, ehemaliger Finanzminister und leitender Wirtschaftsberater von Clinton und Obama, verwarf Trumps Haushaltsplan als »lachhaft«. Er könnte funktionieren, wenn man an »Zahnfeen« glaube, meinte Summers, der auch schon Präsident der Harvard University gewesen war.9
»Nein, Schweine können nicht fliegen«, erklärte Chefökonom Robert Brusca von FAO Economics. »Donald Trump ist ein Träumer.«10
Doch am Ende des Jahres waren Donald Trumps Träume für Amerika wahr geworden. Seine Wirtschaft hatte mühelos der Schwerkraft getrotzt. Im zweiten Quartal 2018 hatte das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts bereits über 4,1 Prozent gelegen.11 Die Löhne stiegen, die Arbeitslosenquote war gering.
CNN hatte versichert: »Ein Wahlsieg Trumps würde die Aktien auf Talfahrt schicken.«12 Stattdessen knackte die New Yorker Börse in seinen beiden ersten Amtsjahren 96-mal neue Rekordmarken. Noch immer hieß es, es stünde eine Rezession bevor und das spektakuläre Wachstum der beiden Vorjahre sei nunmehr vorbei. Wieder falsch: Der Boom sollte noch weit ins Jahr 2019 hinein anhalten. Natürlich würde früher oder später eine Marktkorrektur einsetzen, doch während die Weltwirtschaft stagnierte, verzeichnete Trumps Amerika weiterhin dynamisches Wachstum. Am Ende seines ersten Präsidentschaftsjahrs hatte Donald Trump zwei der wichtigsten Themen aus dem Präsidentschaftswahlkampf 2016 bravourös abgearbeitet: Er hatte Arbeitsplätze geschaffen und das Terror-Kalifat des Islamischen Staates im Irak und in Syrien (IS) zerschlagen.13
Am Ende seines zweiten Amtsjahrs war die Liste seiner Leistungen noch viel länger geworden. Festgehalten hat sie Paul Bedard in einem Artikel im Washington Examiner mit dem Titel: »Trump’s list: 289 accomplishments in just 20 months, ›Relentless‹ Promise-Keeping«.14
Seine Kritiker hatten mit Donald Trumps unerwartetem Wahlsieg nicht gerechnet. Sie hatten ihm nicht geglaubt, als er einen baldigen Konjunkturaufschwung versprochen hatte. Sie leugneten die Niederlage des IS, der sein 90.000 Quadratkilometer großes Territorium eingebüßt hatte. Sie behaupteten, der IS sei nicht vollständig vernichtet, deshalb sei auch der Krieg nicht gewonnen. Genauso gut könnte man sagen, die Alliierten hätten den Zweiten Weltkrieg nicht wirklich gewonnen, weil es noch immer Nazis auf der Welt gibt.
2014, also lange bevor Trump zur Präsidentenwahl antrat, noch als Unternehmer, hatte er bereits ein Lieblingszitat des deutschen Philosophen Arthur Schopenhauer getwittert: »Das Talent gleicht dem Schützen, der ein Ziel trifft, welches die übrigen nicht erreichen können; das Genie dem, der eins trifft, bis zu welchem sie nicht einmal zu sehen vermögen.«15
Barack Obama und Hillary Clinton hatten sich im Wahlkampf beide über Trump lustig gemacht. »Wo will er diese Jobs denn hernehmen?«, wollte Obama wissen. »Hat er einen Zauberstab?«16 Clinton hatte über seinen »geheimen« Plan gespottet, den IS zu vernichten. »Das Geheimnis ist: Er hat keinen Plan.«17
Was die Wirtschafts- und Außenpolitikexperten, die Obamas und Clintons und die Medien nicht sehen konnten, hatte Donald Trump klar erkannt und offen ausgesprochen. Wie Schopenhauers Genie war Donald Trump bei der Regierungsarbeit neue Wege gegangen – mit unbestreitbaren Ergebnissen.
Als Donald Trump erstmals zum Präsidenten gewählt worden war, erklärte Robert F. Kennedy Jr., der schillernde Geschäftsmann habe eine Chance, ein großer Präsident zu werden, weil er »anders denkt«.18 Es waren Trumps bilderstürmerische, mitunter unerhörte Methoden, die es ihm ermöglichten, die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen. Dadurch konnte die vergessene amerikanische Mittelschicht wieder auf die Füße kommen und ihre Träume leben. Und es waren Trumps Fähigkeiten als Querdenker, die den schwer greifbaren IS letztlich unter Kontrolle brachten.
Die Ironie dabei: Je hysterischer und krampfhafter Präsident Donald Trump und seine Familie angegangen werden, desto tiefer werden sie in den Marmor der Geschichte gemeißelt werden. Künftige Autoren werden sich nicht beeindrucken lassen von Lügenmärchen, die ihn als russischen Spion hinstellten. Oder von den nationalen Medien, die abgeschmackte Falschmeldungen über die First Lady in die Welt setzten. Oder von populären Late-Night-Comedians, die ihr Fernsehpublikum aufforderten, pornografische Bilder über die Familie Trump zu verbreiten.19
Es waren hämische, geschmacklose, persönliche Angriffe auf die Familie Trump, zu denen Führungskräfte aus Wirtschaft und Medien angestachelt hatten und die durch von ihnen ausgewählte Personen des öffentlichen Lebens propagiert wurden. Mit etwas zeitlichem Abstand würden sie die meisten vernunftbegabten Beobachter mit Abscheu erfüllen. Die Geschichte entsteht aus Fakten, nicht aus den kruden Emotionen, die im Fernsehen hohe Einschaltquoten brachten. Doch die Leidenschaft, mit der Donald Trump herabgewürdigt und letztlich entmachtet werden sollte – entgegen dem Willen des Volkes, das ihn zum Präsidenten gewählt hatte –, bewirkte nur, dass seine Stunden und Tage im Weißen Haus umso denkwürdiger werden.
Die Anwürfe sorgten für Dramatik und...




