Buch, Deutsch, Band 323, 60 Seiten, PB, Format (B × H): 113 mm x 181 mm, Gewicht: 57 g
Reihe: Broschüren
Buch, Deutsch, Band 323, 60 Seiten, PB, Format (B × H): 113 mm x 181 mm, Gewicht: 57 g
Reihe: Broschüren
ISBN: 978-3-89515-011-1
Verlag: Prosveta Verlag GmbH
'Ihr müsst wissen, dass es genauso geistige wie materielle Nahrung gibt. Genauso wie ihr jeden Tag Brot esst und Wasser trinkt, um euren physischen Körper zu ernähren, müsst ihr euch auch von der Sonne ernähren, von ihrer Wärme und ihrem Licht, um eure spirituellen Körper zu ernähren. Auf diese Weise werdet ihr wahrhaft lebendig. Bemüht euch also, den Sonnenaufgang jeden Tag so zu betrachten, als würdet ihr ihn zum ersten Mal sehen, und er wird euch immer neu erscheinen.'
Omraam Mikhaël Aïvanhov
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1 Sich vorbereiten
2 Auf dem Weg zum Sonnenaufgang
3 Das Wirken der Sonne: Das Wirken des Geistes
4 Sich regen
5 Die Rolle der Erde
6 Die Einheit von Sonne und Erde
7 Die Sonne der Erneuerung
8 Das Keimen
9 Der Kreislauf des Lichts
10 Die Erneuerung unseres Organismus
11 Das Prana
12 Die Sonne, das Abbild Gottes
13 Die lebendige Verbindung mit der Sonne
14 Die Dreieinigkeit in der Sonne: Licht, Wärme und Leben
15 Das Prinzip einer universellen Religion, die Sonne
16 Das Bild der Vollkommenheit
17 Die Erde der Lebendigen
18 Unser Herz der Sonne geben
19 Das Licht trinken
20 Das Gold, kondensiertes Sonnenlicht
21 Der Reichtum der sieben Farben
22 Das Eindringen der Sonnenstrahlen
23 Der Sonnen-Mensch
24 Die Suche nach dem Gipfel
25 Der Körper und das Blut Christi
26 Betrachtet die Sonne, als wäre es immer das erste Mal
Kapitel 1
Sich vorbereiten
Um ein klares Bewusstsein zu erlangen, was diese lichtvolle, wärmende, belebende Kraft, die Sonne, darstellt, um sie richtig zu verstehen und aufzunehmen, um ihr gegenüber ein Gefühl der Heiligkeit, der Innigkeit, der Reinheit zu empfinden, müsst ihr euch vorbereiten.
Was bedeutet es, sich vorzubereiten? Das ist einfach. Ihr müsst euch eine Lebensweise aneignen, die es erlaubt, euch jeden Tag mehr der Quintessenz der Sonne anzunähern. Dazu gehört, bereits am Vorabend einiges zu beachten: leichter zu essen, früh genug ins Bett zu gehen, um am nächsten Morgen nicht schläfrig zu sein. Ganz besonders aber lasst euch nicht in Streitereien ein oder in Situationen verwickeln, deren Bilder euch dann noch beim Sonnenaufgang verfolgen und an der Konzentration hindern. Sonst kann die Sonne lange da sein, während ihr der Sonne gegenüber sitzt, aber ihr spürt sie nicht wirklich.
Natürlich empfindet ihr immer ein physisches Wohlbefinden auf Grund ihrer Wärme und ihres Lichts anziehen, aber die feinstofflichen Elemente, die euch bei eurer spirituellen Entwicklung helfen können, werdet ihr nicht empfangen.
Ordnet daher am Vorabend alles so, dass ihr innerlich frei seid, damit das Denken klar und das Herz friedvoll ist, ohne noch irgendetwas regeln, bedauern oder wiedergutmachen zu müssen. Schlaft ein mit den besten Gedanken und Gefühlen, mit der Vorstellung, dass ihr am nächsten Morgen durch die Sonne dem Herrn Selbst begegnen werdet. Auf diese Weise ebnet ihr während der Nacht den Weg, und am nächsten Morgen erscheint ihr wach und empfänglich vor der Sonne und denkt: »Der Himmel spricht, die Engel sprechen, sie senden uns Botschaften... Mein Herr und Gott, danke! Ich kann heute ein wenig weiser, ein wenig liebevoller, ein wenig gesünder werden...« So werdet ihr die besten Bedingungen schaffen, um diesen Reichtum zu empfangen, der sich unaufhörlich aus der göttlichen Quelle, der Sonne, ergießt.*
Die Anforderungen für die Meditation zum Sonnenaufgang sind die gleichen wie für jede andere Meditation. Der interessierte Leser wird einige nützliche Erläuterungen in der Broschüre Nr. 302 »Die Meditation«, ebenfalls von Meister Omraam Mikhael Aivanhov, finden.
Kapitel 2
Auf dem Weg zum Sonnenaufgang
Schon wenn ihr euch auf den Weg zum Sonnenaufgang macht, dann denkt, dass ihr einem lebendigen Wesen begegnen werdet und dass die ganze Natur um euch ebenso lebendig ist. Das ganze Universum ist von zahllosen Geschöpfen bevölkert, die zwar unsichtbar, aber doch wirklich da sind. Richtet daher einen Gruß an sie. Sagt all diesen Geschöpfen, die durch die vier Elemente Erde, Wasser, Luft und Feuer in Erscheinung treten, dass ihr sie liebt und ihre Arbeit zu schätzen wisst, dass ihr ihnen für die Klarheit dieses Morgens dankbar seid und für all das erwachende Leben.
Sobald ihr euch auf den Weg zum Sonnenaufgang begebt, solltet ihr in eurem Kopf und eurem Herzen den Gedanken tragen, dass ihr diesem großartigen Ereignis, das sich im Universum vollzieht, nicht nur beiwohnen, sondern bewusst an ihm teilnehmen wollt. Was gibt es Schöneres und Wesentlicheres als die Geburt des Tages? Ihr meint, dass eure Gegenwart nichts ändern wird und der Tag beginnt, ob ihr dabei seid oder nicht. Sicher, aber für euch selbst ist es wichtig; denn es besteht eine Verbindung zwischen dem Geschehen in der Natur und dem Geschehen in euch. Wenn ihr erst einmal wisst, wie ihr die aufgehende Sonne betrachten sollt, dann versteht ihr auch, wie wichtig die Arbeit mit den Kräften des Tages ist, um auch in eurem Bewusstsein den Tag zu erwecken.
Kapitel 3
Das Wirken der Sonne: Das Wirken des Geistes
Wahre Spiritualität kann sich mit der Arbeit der Sonne auf der Erde vergleichen. Unsere Sonne, das heißt unser Geist, aktiviert und belebt unseren Körper, damit Gesundheit, Licht und Fülle in uns wohnen. Wenn unser Geist jeden Tag unser ganzes Wesen erhellt und reinigt, beginnt das neue Leben in uns zu kreisen. Solange aber die Sonne, unser Geist, abwesend ist, ist keine Entfaltung möglich. Alle kennen die Sonne und wissen, dass sie ihr Licht und ihre Wärme verteilt, aber sehr wenige denken daran, sie in ihr Herz und in ihre Seele einzuführen als ein Symbol von Kraft und Leben. Wer lernt, täglich in sich selbst die Sonne aufgehen zu lassen, der nähert sich der Auferstehung.
Kapitel 4
Sich regen
Ihr beklagt euch, dass der Himmel eure Gebete nicht erhört... Aber es ist ganz normal, dass ihr nicht erhört werdet; denn für euch bedeutet beten, vom Herrn zu verlangen, dass Er euch dort aufsucht, wo ihr euch gerade befindet! Ihr ändert nichts an eurem Verhalten, an eurem Denken und bildet euch ein, dass der Herr kommen wird, um euch aus der Hölle zu ziehen, in die ihr euch selbst begeben habt. Dies ist genau so, als wenn ihr, in eine Grotte oder eine Höhle eingesperrt, die Sonne anfleht, euch Licht zu bringen! Glaubt ihr, dass ihr erhört werdet? Ihr müsst selbst hervorkommen, um ihr Licht zu empfangen. Was stellt eine Grotte, eine Höhle, dar? Es sind alle niederen Äußerungen eures Intellektes und eures Herzens, alle üblen Gewohnheiten, die ihr nicht aufgeben wollt. Und darum bleibt ihr in Dunkelheit und Kälte.
Indem ihr dem Sonnenaufgang beiwohnt, vollbringt ihr eine symbolische Handlung. Weil ihr euer Bett verlasst, euer Zimmer – eure Höhle –, um zum Sonnenaufgang zu gehen, zeigt ihr, dass ihr euch im Klaren darüber seid, dass ihr euch von der Stelle bewegen müsst, um erhellt, erwärmt und belebt zu werden.
Wer zu Gott betet, aber sich weigert, seine alte Lebensweise aufzugeben, gleicht demjenigen, der die Sonne darum bittet, ihm auf dem Grunde einer Grotte Licht zu bringen. Er vergeudet seine Zeit. Es ist an ihm, sich von der Stelle zu bewegen, sein Leben zu ändern, um das Licht und die Wärme der Sonne zu empfangen. Und da die Sonne das Symbol für den Herrn ist, wird dieser Mensch die Reichtümer empfangen, die der Herr überall im Weltraum verteilt hat. Alles ist da, in Hülle und Fülle, aber man muss sich aufmachen, es zu suchen.
Kapitel 5
Die Rolle der Erde
Die Sonne sendet uns ihre Energien nicht direkt; zuerst empfängt sie die Erde und gibt sie dann an uns weiter. Das ist ein sehr wichtiger Punkt. Durch ihre ätherischen Schichten dehnt sich die Erde Tausende von Kilometern über uns in den Raum hinein aus. Die wahre Oberfläche der Erde ist von der allgemein dafür gehaltenen sehr weit entfernt. Hier berühren wir nur ihren physisch-materiellen Körper, und die verschiedenen atmosphärischen Schichten gehören noch nicht zum kosmischen Raum, sondern zur Erde. Die Atmosphäre ist die Haut, die Aura unseres Planeten. Sie wird von kosmischen Energieströmen durchquert, die aus dem Weltraum kommen und sich umwandeln, sobald sie mit ihr in Berührung kommen.
Die Sonnenenergie, von der sich Pflanzen, Tiere und Menschen ernähren, wird also zunächst von der Erde aufgefangen und umgewandelt, bevor sie an diese verteilt wird. Aus dieser Sicht ist die Erde für uns genauso wichtig wie die Sonne. Wenn wir uns der Sonne aussetzen, empfangen wir ihre Strahlen nicht direkt; denn bevor sie uns berühren, mussten sie die Atmosphäre der Erde sie umgewandelt hat, können wir sie empfangen und in uns aufnehmen. Darum ist es wichtig, dass ihr eure Beziehungen zur Erde überprüft. Bemüht euch, immer in Harmonie mit ihr zu sein. Betrachtet sie mit Respekt, liebt sie, damit sie sich euch öffnet und euch all den Segen von Licht und Wärme überträgt, den sie von der Sonne empfangen hat.




