Amann / Lavant | Das Wechselbälgchen | Buch | 978-3-8353-1147-3 | www.sack.de

Buch, Deutsch, 104 Seiten, Format (B × H): 202 mm x 120 mm, Gewicht: 212 g

Amann / Lavant

Das Wechselbälgchen


9. Auflage 2012
ISBN: 978-3-8353-1147-3
Verlag: Wallstein Verlag GmbH

Buch, Deutsch, 104 Seiten, Format (B × H): 202 mm x 120 mm, Gewicht: 212 g

ISBN: 978-3-8353-1147-3
Verlag: Wallstein Verlag GmbH


Christine Lavant, die große österreichische Lyrikerin, ist als Prosaautorin neu zu entdecken. Ihre ganz unvergleichliche Erzählung 'Das Wechselbälgchen' - jetzt wieder lieferbar.

Zitha ist vom Schicksal geschlagen. Sie ist das uneheliche Kind einer Bauernmagd, geistig zurückgeblieben und körperlich entstellt. Die Leute im Dorf, die so katholisch wie abergläubisch befangen sind, haben für das traurige Schicksal des Mädchens eine einfache Erklärung: Böse Geister haben der unglücklichen Magd nach der Geburt das Kind geraubt und ihr stattdessen ein verhextes Mädchen untergeschoben. Einen Wechselbalg, wie er aus Sagen und Gespenstergeschichten der Alpengegenden bekannt ist. Er werde das ganze Dorf ins Unglück stürzen, heißt es. So nimmt der kollektive Wahn seinen Lauf, gegen den auch die Liebe der Mutter nichts auszurichten vermag. Schließlich wird dem Mädchen sogar nach dem Leben getrachtet.
Christine Lavant beschreibt die Ausgrenzung einer Schwachen aus der dörflichen Gemeinschaft mit großer Eindringlichkeit. Die erst 1998 posthum veröffentlichte Erzählung steht auch für die Gefährdung unserer Zivilisation, die sich nicht zuletzt zu Lebzeiten Christine Lavants in der 'Vernichtung unwerten Lebens' durch die Nationalsozialisten gezeigt hat. Nachdem 'Das Wechselbälgchen' längere Zeit vergriffen war, erscheint die Erzählung nun erstmals im Wallstein Verlag, herausgegeben von Klaus Amann, der eine kommentierte Werkausgabe von Christine Lavant vorbereitet.

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Weitere Infos & Material


Lavant, Christine
Christine Lavant (1915-1973), geb. als Christine Thonhauser in St. Stefan im Lavanttal (Kärnten) als neuntes Kind eines Bergmanns, war Lyrikerin und Erzählerin. Ihre Schulbildung musste sie aus gesundheitlichen Gründen früh abbrechen. Jahrzehntelang bestritt sie den Familienunterhalt als Strickerin. Sie erhielt u. a. den Georg-Trakl-Preis (1954 und 1964) und den Großen Österreichischen Staatspreis (1970). Seit 2014 erscheint eine Werkausgabe von Christine Lavant im Wallstein Verlag.

Amann, Klaus
Klaus Amann, bis 2014 Professor fu¨r Neuere Deutsche Literatur, Gru¨nder und langjähriger Leiter des Robert-Musil-Instituts fu¨r Literaturforschung der Universität Klagenfurt sowie des Kärntner Literaturarchivs. Zahlreiche Buchpublikationen und Aufsätze. Mitherausgeber der Gesamtausgaben von Robert Musil und Christine Lavant.

Christine Lavant, geboren 1915 in ärmlichsten Verhältnissen in St. Stefan im Kärntner Lavanttal, litt seit früher Kindheit an schwersten Erkrankungen, die sie lebenslang beeinträchtigten. Ihren Lebensunterhalt verdiente sie mit Stricken. Sie begann schon in den 1930er Jahren mit dem Schreiben, ihre ersten Veröffentlichungen erschienen ab Ende der 1940er Jahre. Neben zahlreichen anderen Auszeichnungen erhielt sie 1954 und 1964 den Georg-Trakl-Preis für Lyrik und 1970 den Großen Österreichischen Staatspreis für Literatur. Christine Lavant starb 1973. Ein beträchtlicher Teil ihres literarischen Nachlasses ist noch unveröffentlicht.

Klaus Amann, geb. 1949, studierte Germanistik und Anglistik, Professor für Geschichte und Theorie des Literarischen Lebens, Leiter des Robert Musil-Instituts Klagenfurt. Bücher u. a. über Adalbert Stifter, Robert Musil, Ingeborg Bachmann. Mitherausgeber der kommentierten digitalen Gesamtausgabe von Robert Musil.

Christine Lavant, Born in 1915 in poor circumstances in St. Stefan in the Lavant Valley region of Carinthia, Christine Lavant was prone to severe illnesses from a very young age, which affected her for the whole of her life. She earned her living by knitting. She began writing in the 1930s, and her first publications appeared at the end of the 1940s. As well as a large number of other awards, she won the Georg Trakl Prize for Poetry in 1954 and 1964, and the Great Austrian State Prize for Literature in 1970. Christine Lavant died in 1973. A considerable part of her literary estate has not yet been published.



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