Antlitz des Friedens | Buch | 978-3-9822440-6-8 | www.sack.de

Buch, Deutsch, 88 Seiten, Format (B × H): 210 mm x 297 mm

Antlitz des Friedens

Hebräische Sprache und jüdische Kultur im Werk von Carlfriedrich Claus
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-9822440-6-8
Verlag: Eine Art Fabrik

Hebräische Sprache und jüdische Kultur im Werk von Carlfriedrich Claus

Buch, Deutsch, 88 Seiten, Format (B × H): 210 mm x 297 mm

ISBN: 978-3-9822440-6-8
Verlag: Eine Art Fabrik


Carlfriedrich Claus gilt als Solitär in der europäischen Kunstlandschaft der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und zählt zu den wichtigsten Künstler:innen seiner Generation und seines Wirkungskreises. Neben seinen Lautexperimenten und poetologischen Texten ist er vor allem für seine Sprachblätter bekannt.

Claus verbrachte als Kind mit seinen Eltern die Jahre der nationalsozialistischen Diktatur im inneren Exil und schon in dieser Zeit begann sein Interesse für die hebräische Sprache und jüdische Kultur. Durchaus ein Akt des Widerstands, ging diese Beschäftigung aber weit über eine flüchtige Lektüre hinaus. Auf Basis seiner intensiven Auseinandersetzung mit der jüdischen Philosophie integrierte Claus in viele seiner Arbeiten von Beginn an bis ins Spätwerk Zeichen der hebräischen Quadratschrift ebenso wie Überlieferungen der jüdischen Mystik. Von diesen historisch-kulturellen Zeichen und Erzählungen bezog er Inspiration für eigene Exerzitien zur Welt- und Selbsterkenntnis.

1997 verfasste der Autor und Herausgeber Gerhard Wolf – ab 1971 mit Carlfriedrich Claus freundschaftlich verbunden – eine Projekt-Skizze mit dem Titel „Chidr – der ewig Grünende. Hebräische Sprache und jüdische Kultur im Leben von Carlfriedrich Claus“. Wolfs Konzept einer solchen Ausstellung und Publikation konnte zu Lebzeiten beider nicht mehr realisiert werden. Anlässlich von Claus 95. Geburtstag greift die Publikation Antlitz des Friedens. Hebräische Sprache und jüdische Kultur im Werk von Carlfriedrich Claus, entstanden im Rahmen einer Ausstellung, nun die Idee und den Impuls von Gerhard Wolf auf, um diesen bislang wenig beleuchteten Aspekt in Claus’ Werk in den Fokus zu rücken.

Ausgewählte Werke werden in Beziehung zueinander gesetzt, durch kurze Kommentierungen sollen Bezüge hergestellt und Hintergründe vermittelt werden. Die Werkabbildungen und kommentierenden Textsplitter entfalten sich in 11 Kapiteln, die der biografischen und künstlerischen Entwicklung von Claus folgen und zugleich thematische Schwerpunkte setzen. Dem Komplex der Werkbeispiele / Textsplitter ist der Text „Widerfahrung. Hebräische Sprache und jüdische Kultur im Werk von Carlfriedrich Claus“, von Gerhard Wolf als Grundlegung vorangestellt. Die Publikation schließt mit dem Aufsatz „Claus und die Buchstaben des Unaussprechlichen“ von Giulio Busi, einer erhellenden Betrachtung des Werkes von Carlfriedrich Claus auf Basis von Busis wissenschaftlicher Expertise.

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Weitere Infos & Material


Wolf, Gerhard
Gerhard Wolf (1928 in Bad Frankenhausen geboren, 2023 in Berlin gestorben) studierte Germanistik und Geschichte in Jena (1949–1951) und Berlin (1953–1956). Er war als Redakteur, Lektor und Schriftstel- ler ta¨tig. Wolf verfasste zahlreiche Essays zur historischen wie zur zeitgeno¨ssischen deutschen Dichtung und Kunst und ist Heraus- geber zahlreicher literarischer Publikationen. Er war Mitglied des Schriftstellerverbandes der DDR und des PEN-Zentrums der DDR. 1990 gru¨ndete er den Verlag Gerhard Wolf Janus press. Gerhard Wolf war Autor und Herausgeber mehrerer Titel zum Werk von Carlfriedrich Claus, mit dem ihn seit 1971 eine enge Freundschaft verband.

Busi, Giulio
Prof. Dr. Giulio Busi (1960 in Bologna geboren) promovierte 1989 im Fach Judaistik an der Universita¨t Turin zu: Libri e scrittori nella Roma ebraica del medioevo. Von 1992 bis 1999 war er Professor fu¨r hebra¨ische Literatur an der Universita¨t Venedig. Seit 1999 ist er Professor fu¨r Judaistik an der Freien Universita¨t Berlin. Zu seinen Forschungsschwerpunkten za¨hlen u.a. die Geschich- te der ju¨dischen Mystik sowie ju¨dische Kultur in der Spa¨tantike und in der fru¨hen Neuzeit. Er konzipierte zahlreiche internationale Ausstellungs- und Publikationsprojekte, u.a. Mantova e la Qabbalah. Mantua und die Kabbalah (Mantua, New York City, Berlin 2000–2002) und Il Rinascimento parla ebraico. The Renaissance speaks Hebrew (Ferrara 2019).

Claus, Carlfriedrich
Carlfriedrich Claus (1930 in Annaberg geboren, 1998 in Chemnitz gestorben)
erhielt durch die Eltern eine humanistische Erziehung und Kennt- nis der unter der nationalsozialistischen Diktatur als „entartet“ verfemten Kunst, Literatur und Philosophie. Er absolvierte von 1945 bis 1948 eine Lehre als Einzelhandelskaufmann und ver- fasste ab 1952 experimentelle Texte. Ab Ende der 1950er-Jahre wandte er sich konzentriert einer akustischen und bildnerischen Literatur zu, es entstanden Sprachbla¨tter, theoretische Texte und Klangarbeiten. Als Hauptwerke gelten die Mappenwerke Geschichtsphiloso- phisches Kombinat (1963), Aurora (1977) und Aggregat K (1988) sowie die akustischen Arbeiten Bewusstseinsta¨tigkeit im Schlaf (1981), Lautaggregat (1993) und Sprech-Operationsra¨ume (1996).
Seit 1971 verband ihn eine enge Freundschaft mit Christa und Gerhard Wolf. 1975 richtete Klaus Werner die erste Einzelausstel- lung in der DDR in der Berliner Galerie Arkade aus. Von 1977 bis 1982 war Claus in der nonkonformistischen Ku¨nstlergruppe und Produzentengalerie Clara Mosch in Karl-Marx-Stadt aktiv. Anla¨sslich des 60. Geburtstags war ab 1990 die Retrospektive »Erwachen am Augenblick. Sprachbla¨tter« in den Sta¨dtischen Museen Karl-Marx-Stadt, im Westfa¨lischen Landesmuseum Mu¨nster und an zahlreichen weiteren Stationen zu sehen.
Claus war ab 1975 Mitglied des Verbandes Bildender Ku¨nstler der DDR und ab 1991 Mitglied der Akademie der Ku¨nste, Berlin.
Sein Nachlass befindet sich in der Stiftung Carlfriedrich Claus-Archiv der Kunstsammlungen Chemnitz.



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