Joschi Anzinger […] hat wiederum ein Meisterstück im Mühlviertler Dialekt geschaffen. […] Dem Dichter ist zu danken, dass er, genauso wie im ersten Teil des „GRANIDD fausdd“, die alte Mundart des Mühlviertels, die Sprache seiner Kindheit, verwendet, um seine Geschichten zu schreiben. Damit gelangt er, wie er meint, zu seinem „literarischen Brunnen, zum Urquell seiner Wahrnehmung in der Kindheit“. Der Weg dorthin war […] ein Weg der Reifung und der Schulung seiner Beobachtungsgabe. Vor diesem Hintergrund sind nach sechs Gedichtbänden sein erstes großes Epos „s mühlviaddla nibelungenliad“, eine grandiose Geschichte von Liebe und Hass, Eifersucht, Neid, Leidenschaft und Vergeltung, sowie seine zweite große literarische Arbeit, „da GRANIDD fausdd“, hervorgegangen. Und nun schenkt uns Joschi [Anzinger] nach dem ersten Teil von Goethes Faust den zweiten Teil der Tragödie – wiederum in bestem Mühlviertlerisch. Beeindruckend ist die literarische Kraft und Magie seines Dialekts, und man kommt aus dem Staunen nicht heraus, was die Mundart alles zu leisten imstande ist. […] Joschi Anzinger hat mit „da GRANIDD fausdd taö zwoa“ seine Epen-Trilogie um eine weitere Facette bereichert, und er hat natürlich wieder ein Hörbuch, selbst besprochen und mit 4 CDs im Buch, erarbeitet. Joschis phonetische Schreibweise ist anfangs beim Lesen gewöhnungsbedürftig, aber „das gesprochen so geschriebene Wort“ mit den weichen Doppelkonsonanten hat System, denn die Mundart des Mühlviertels ist ebenfalls weich und rund wie die Mühlviertler Landschaft. Der Autor hat auch wieder, wie es in seiner Tradition steht, seine langjährigen musikalischen Weggefährten Josef Wiesinger und Gottfried Kletzmair, „D Mühlviertler Okarinamusi“ eingeladen, mit ihren edlen Klängen das Hörbuch zu vollenden. […]
(Der vagabundierende Kulturwissenschafter
im Vorwort zu Joschi Anzingers „da GRANIDD fausdd“ taö zwoa)
Anzinger
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Weitere Infos & Material
Anzinger, Joschi
Joschi Anzinger: Jahrgang 1958; geboren und aufgewachsen in Altlichtenberg, bei Linz, OÖ, seit 1979 am Pöstlingberg lebend, Angestellter der Linz AG, verheiratet, zwei Kinder; Mitglied der IG Autorinnen Autoren, der österreichischen Dialekt Autorinnen Autoren, der Grazer Autorinnen Autoren Versammlung; Vorstandsmitglied des Stelzhamerbundes, Mitglied der Gruppe »neue mundart«.
Zahlreiche Veröffentlichungen; zuletzt die »Pöstlingberger Trilogie« mit »oadeiddi zwoadeiddi « 2005, »eisn en feia« 2006 und »gounz oda goaned« 2007, erschienen in der Edition Innsalz.
2008: Arbeitsstipendium des Bundesministerium für Unterricht und Kunst.
2009: »s mühlviaddla nibelungenliad« Hörbuch und Lesebuch, Bibliothek der Provinz, Weitra.
2010: Arbeitsstipendium des Bundesministerium für Unterricht und Kunst.
2010: »kopfstücke joschi anzinger« Künstlerportrait des OÖ Filmemachers Andrij Puluj.
Beiträge in Anthologien und Literaturzeitschriften: »die rampe« Kulturamt Oberösterreich; »Zwischenbilanz« Linzer Frühling; »Mostalgie« Landlpresse; »Meridiane« Bibliothek der Provinz; »ollahound duachanound« Stelzhamerbund; »Wenn der Rasen brennt« Edition Geschichte der Heimat; Textbeitrag »Tautropfen Tanzgedicht« für das Projekt »Das getanzte Gedicht« inszeniert von Walter Baco, aufgeführt vom Carousel Theater, steirischer herbst 2004; »Meine Poesie« Nationalbibliothek des deutschsprachigen Gedichts, Band IV; Satiren und Kurzgeschichten im Internet; in unregelmäßigen Intervallen Beiträge in Printmedien, in Rundfunk und Fernsehen; zahlreiche Lesungen.