Buch, Deutsch, Band 22, 208 Seiten, Format (B × H): 120 mm x 205 mm
Reihe: Caracol Prosa
Roman
Buch, Deutsch, Band 22, 208 Seiten, Format (B × H): 120 mm x 205 mm
Reihe: Caracol Prosa
ISBN: 978-3-907296-46-2
Verlag: Caracol Verlag der Autorinnen & Autoren
Dixie kann als Nostalgie-Saga oder als moderne Fabel gelesen werden, die ein beseeltes und somit fühlendes und denkendes Gerät in verschiedene Gesellschaftsschichten führt. Ich-Erzähler ist ein Radiorekorder namens «Dixie», geboren in den 1970ern. Der Schweizer Student Zellweger bringt ihn 1978 aus Iowa mit ins Berner Drei-Seen-Land und stellt damit die Weichen für die Lebensreise des liebenswerten Geräts. Dixie gerät in abenteuerliche Situationen, trifft auf teils wunderliche Besitzer*innen. Er begegnet Zellwegers Stiefsohn Hubi, dessen Lehrer das Radio konfisziert und für sieben Jahre wegsperrt. Erlöst wird er von Bibou, einem Bauarbeiter und erfolglosen Tänzer, der für eine Teenie-Girlgroup im Einsatz ist und ihn aus Geldnot an den Trödler Tönu verkauft. Über diesen gelangt Dixie schließlich zur Grafikerin Jackie, die wie Zellweger den Geist in der Maschine spürt. In ihrem Atelier im Berner Mattequartier kommt Dixie für fast vier Jahrzehnte zur Ruhe, bis es 2023 zur Auseinandersetzung mit einer manipulativen Multifunktionsmaschine und mit der Künstlichen Intelligenz kommt. Analog gegen digital, menschliche Kreativität gegen seelenlose Effizienz. – Wer wird triumphieren?
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Glücklich, Teil 1
1986
Ich möchte verkünden, dass ich glücklich bin, aber kein Mensch darf erfahren, dass es mich gibt. Natürlich wissen die Leute, dass es mich gibt, aber sie wissen nicht, dass ich denken und fühlen kann. Mehr als einmal war ich versucht, mich bemerkbar zu machen, aber was würde geschehen, wenn ich verriete, wer ich wirklich bin? Undenkbar! Deshalb unterdrücke ich meine Fähigkeiten, obwohl sie mich dazu bringen könnte, alles preiszugeben. Sie, die mich aufgenommen hat und bereits am ersten Abend verstand, dass ich nicht wie alle anderen bin. Manchmal spricht sie mich direkt an, und trotzdem werde ich der Versuchung widerstehen, ihr zu antworten.
Mein Name ist Dixieland 01, viel lieber mag ich aber meinen Spitznamen «Dixie». Als Prototyp der neuen Serie stand mir ein solcher zu; man gab ihn mir am Tag der Inbetriebnahme. Mehr Aufmerksamkeit schenkte man mir aber nicht. Warum auch? Die meisten halten den Geist in der Maschine für eine Fantasie.
Weil niemand ahnte, wer ich wirklich bin, reichte man mich einfach weiter. Und so ging ich in einer Zeitspanne von einem Jahrzehnt von einer Hand zur nächsten, bevor ich endlich im sicheren Hafen einlaufen durfte.
Meine Geschichte kann ich nicht niederschreiben, aber ich denke sie an dieser Stelle durch. Damit Menschen, die eine Antenne dafür haben, meine Worte empfangen können. Gehen wir dafür neun Jahre zurück …




