Buch, Deutsch, 72 Seiten, Format (B × H): 220 mm x 290 mm, Gewicht: 900 g
Buch, Deutsch, 72 Seiten, Format (B × H): 220 mm x 290 mm, Gewicht: 900 g
ISBN: 978-3-903434-39-4
Verlag: Kovacek & Zetter
VORWORT
Wir freuen uns sehr, Sie zur ersten gemeinsamen Ausstellung von Arik Brauer und Anton Lehmden, die von zwei umfassenden Publikationen begleitet wird, in die Galerie einladen zu dürfen.
Die zwei Freunde, Künstlerkollegen und Mitbegründer der „Wiener Schule des Phantastischen Realismus“, haben bis dato noch nie zu zweit ausgestellt. So freut es uns umso mehr, Ihnen heute diese umfangreiche Werkschau, an der wir mit großer Freude und viel Enthusiasmus über die letzten zwei Jahre gearbeitet haben, präsentieren zu dürfen. Ein großes Dankeschön für die freundschaftliche und gute Zusammenarbeit möchten wir an dieser Stelle an die Töchter der Künstler, Timna Brauer und Barbara Lehmden, richten. Eure persönlichen und tiefen Einblicke in das Werk der beiden großen Künstler waren für uns hierbei unerlässlich und ungeheuer spannend.
Arik Brauer, sicher einer der bedeutendsten österreichischen Künstler, war ein Universalgenie. Als Tänzer, Sänger und Maler begeisterte er zeit seines Lebens ein breites Publikum und erreichte mit der Künstlergruppe der Phantastischen Realisten, die einen Gegenpol zur abstrakten Malerei der Nachkriegszeit bildeten, bereits in den 1960er Jahren große internationale Anerkennung.
Seine feinen, poetischen Bilder voll religiöser, mythologischer und politischer Themen faszinieren mit ihrer leuchtenden Koloristik, der altmeisterlichen Technik und ihren oft visionären inhaltlichen Aussagen bis heute die Kunstwelt.
Wir durften die letzten drei Lebensjahre mit Arik Brauer zusammenarbeiten, er hinterließ nicht nur als begnadeter Künstler, sondern auch als Mensch einen großen Eindruck bei uns. Als Holocaust-Überlebender blieb er stets ein großer Humanist und Menschenfreund, seine lebensbejahende, positive Einstellung war inspirierend und zutiefst menschlich.
Es ist uns gelungen, 13 wichtige Ölbilder und 21 Arbeiten auf Papier – darunter auch frühe, seltene Bilder aus den 1960er und 1970er Jahren, die zum Großteil noch nie gezeigt wurden – sowie zahlreiche grafische Werke für die Ausstellung zu gewinnen. Darunter so zukunftsweisende Arbeiten wie „Mist im Wald“ oder das großformatige Hauptwerk „Fünf nach Zwölf“, in dem sich Arik Brauer mit der Umweltverschmutzung und Genexperimenten, Materien, die ihm ein großes Anliegen waren, auseinandersetzt.
Diese gesellschaftspolitischen Themen – er trat auch stark für die Gleichberechtigung der Frau und gegen jeglichen Rassismus und Fremdenhass ein – waren auch in seiner Musik, seinen Liedern verankert. Als Sänger und Begründer des Austropop – er gewann zwei goldene Schallplatten – ist er vielen bis heute ein Begriff. Seine Enkelin Jasmin, auch Künstlerin, wird zur Eröffnung der Ausstellung zwei Lieder von ihm singen.
Ein großes Dankeschön auch an Sophie Cieslar, die mit großem Enthusiasmus und Akribie, diesen Katalog geschrieben und gestaltet hat.
Herzlichst Ihre,
Claudia Kovacek-Longin und Sophie Zetter-Schwaiger




