Ballis / Sosna / Wrobel | Praktiken der Erinnerung | Buch | 978-3-98940-109-9 | www.sack.de

Buch, Deutsch, Band 15, 268 Seiten, Format (B × H): 148 mm x 210 mm, Gewicht: 434 g

Reihe: Beiträge zur Didaktik der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur

Ballis / Sosna / Wrobel

Praktiken der Erinnerung

Holocaust und Nationalsozialismus im Deutschunterricht der Zukunft
Erscheinungsjahr 2026
ISBN: 978-3-98940-109-9
Verlag: WVT Wissenschaftlicher Verlag Trier

Holocaust und Nationalsozialismus im Deutschunterricht der Zukunft

Buch, Deutsch, Band 15, 268 Seiten, Format (B × H): 148 mm x 210 mm, Gewicht: 434 g

Reihe: Beiträge zur Didaktik der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur

ISBN: 978-3-98940-109-9
Verlag: WVT Wissenschaftlicher Verlag Trier


Die Auseinandersetzung mit Holocaust und Nationalsozialismus muss auch für den Deutschunterricht aktualisiert werden: Zum einen erreichen offizielle Erinnerungsinszenierungen eine nachwachsende Generation kaum mehr und zum anderen muss der Erinnerungsbegriff selbst reformuliert werden. Erinnerungsfähiges Wissen kann nicht (mehr) vorausgesetzt, sondern muss erst hergestellt und aufbereitet werden.
Der Deutschunterricht muss reagieren: Eine Möglichkeit liegt darin, die Textgrundlagen zu erweitern, den Anforderungen anzupassen sowie mit Praktiken zu verbinden. Da immer weniger auf unmittelbare Erfahrungen an die Zeit von Holocaust und NS-Verbrechen zurückgegriffen werden kann, ist die Weitergabe von Erinnerung zunehmend auf Trägermedien und ihre Erschließung angewiesen. Die Verantwortlichkeit des Deutschunterrichts betrifft auch den Wandel medialer und ästhetischer Verfasstheit der „Erinnerungstexte“: Es geht um das Stiften und Begleiten von Erfahrungen mit ihren formal-ästhetischen Besonderheiten und mithin um Erschließungskompetenzen. Hierzu können für den Literaturunterricht neben (digital gespeicherten) Zeitzeug*innengesprächen vor allem innovative und multimodale Textformate (bspw. Filme, Graphic Novels, multimediale Lernumgebungen etc.) genutzt werden.
Die Beiträge beleuchten Aspekte dieses Wandels und daraus resultierende Herausforderungen aus fachdidaktischen, aber auch inter- und transdisziplinären Perspektiven. Neben didaktisch orientierten Textkommentaren wird die Perspektive der Lehrkräfte eingeholt, denn auch hier hat eine nachwachsende Generation veränderte Überzeugungen und Orientierungen.


Die Herausgebenden haben Professuren für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur inne, Anja Ballis an der Universität München, Anette Sosna an der Universität Greifswald und Dieter Wrobel an der Universität Würzburg.


INHALT


ANJA BALLIS, ANETTE SOSNA UND DIETER WROBEL
Praktiken der Erinnerung: Wandel, Orientierung, Konsequenzen. Zur Einführung 1


ANETTE SOSNA
„Wollen die Deutschen noch hinschauen?“ Textwirkungen, Erinnerungskultur und der Bildungsauftrag des Deutschunterrichts 13


MICHELE BARRICELLI
Geschichtskultur als Praxis der Erinnerung an die Demokratie 23


ANDREAS OHME
Holocaustliteratur. Versuch einer Begriffs- und Funktionsbestimmung 37


MONIKA ROX-HELMER
„Vorbei ist eben nicht vorbei“. Die Nachgeschichte von Nationalsozialismus und Holocaust in der aktuellen Jugendliteratur als Anlass zur unterrichtlichen Reflexion von Praktiken des Erinnerns 55


JENNIFER EHRHARDT UND SASCHA FEUCHERT
Doppelte (dreifache?) Adaption als Chance. Marcin Szczygielskis Flügel aus Papier zwischen literarischem und historischem Lernen 75


MICHAEL VEEH UND DIETER WROBEL
Comics, Graphic Novels und historisches Lernen. Varianten der Darstellung von Holocaust und Nationalsozialismus in Bild-Text-Verbünden 97


SIMONE SCHIEDERMAIR
Holocaust Education in Kontexten von Deutsch als Fremd- und Zweitsprache. Herausforderungen und das Potenzial der Graphic Novel Aber ich lebe (2022) von Barbara Yelin 121


TINA DIETRICH
Historisches Lernen in Lehr-Lern-Materialien zu John Boynes Jugendbuch Der Junge im gestreiften Pyjama 151


KONSTANZE MARX-WISCHNOWSKI
Mimesis als rechte Strategie auf TikTok 167


IRIS KRUSE UND JULIAN KANNING
Zwischen Ablehnung und Befürwortung. Professionelle Beliefs zu Holocaust-Bilderbüchern im Unterricht von Klasse 4 179


FRITZ KEMPAS
„Erinnern ist voll okay […], aber“. Orientierungen von Studierenden des Grundschullehramts zur Shoah 203


ANJA BALLIS UND LISA SCHWENDEMANN
Language Beyond Words. Die Rolle von Virtual Reality bei der Vermittlung von Holocaust und NS-Verbrechen 223


FLORIAN DUDA
„Frag einfach alles, was du wissen willst.“ Schüler:innen interagieren mit dem Anne-Frank-Chatbot 239


ERNST HÜTTL
Die Rolle der Moderation in der Bildungsarbeit mit interaktiven digitalen Zeugnissen 253


Autorinnen und Autoren 265
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