Buch, Deutsch, 282 Seiten, Format (B × H): 154 mm x 240 mm, Gewicht: 506 g
Multi-rassifizierte Affekte im Leben von Frauen koreanischer Folgegenerationen in Deutschland
Buch, Deutsch, 282 Seiten, Format (B × H): 154 mm x 240 mm, Gewicht: 506 g
Reihe: EmotionsKulturen / EmotionCultures
ISBN: 978-3-8376-8067-6
Verlag: Transcript Verlag
1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Rassismus ist in Deutschland Normalität und strukturiert grundlegend unser Zusammenleben. Obwohl Affekte dabei eine elementare Rolle spielen, werden sie kaum mitgedacht. Dabei ist es unerlässlich, genau hinzusehen, wie auf fast unmerkliche und damit sehr effektive Weise Affekte in der Re-Produktion von 'Rasse' wirken. Schließlich geht es um die Rassismuserfahrungen von multi-rassifizierten Frauen der koreanischen Folgegenerationen, deren Stimmen bisher keinen Eingang in die Öffentlichkeit fanden.
2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Zum einen wird das politische Potential deutlich, wenn (negative) multi-rassifizierte Affekte gefühlt werden dürfen. Zum anderen wird klar: Das biologistische 'Rasse'-Verständnis ist weiter wirksam. Das koloniale, eugenische und national-sozialistische 'Erbe' versteckt sich im Alltag – im Freundeskreis, mit Partner*innen oder gegenüber unseren Kindern. Das kann erst betroffen machen, aber es ist zentral dranzubleiben, wenn wir in unseren Einflussbereichen Rassismus als Norm unterbrechen wollen.
3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Der Verstrickung von Affekt und Rassifizierung kommt im deutschsprachigen Raum bisher nur selten Beachtung zu. Ich plädiere daher nicht nur für eine rassismuskritische, engagierte psychologische Anthropologie, sondern appelliere auch an weitere Disziplinen, um sowohl dieser Verstrickung als auch den gegenwärtigen Normalisierungen und Neucodierungen von Rassismus nachzugehen und darüber nicht zuletzt biomedizinischen Erforschungen von 'Rasse' kritisch entgegenzutreten.
4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Persönlich am liebsten mit allen Menschen, die unterschiedlich rassifizierte Elternteile haben und in Deutschland aufgewachsen sind. Ich würde sie gern fragen, welche ihrer Gefühle kein Gehör finden und was 'Heilung' oder 'Auszeit' für sie bedeuten. Darüber hinaus wünsche ich mir, dass die vielen Themen im Buch einen sensiblen Anstoß für zahlreiche 'Küchentisch'-Gespräche bieten – ob in der Familie, mit Freund*innen, für die Kindererziehung in multi-rassifizierten Familien und darüber hinaus.
5. Ihr Buch in einem Satz:
Dafür zitiere ich eine meiner Gesprächspartnerinnen: 'Das mal zuzulassen, dass man das alles fühlen darf…'. Darum geht es in diesem Buch.




