Buch, Deutsch, 43 Seiten, Format (B × H): 160 mm x 220 mm
Eine abenteuerlich-amüsante Reise in eine fremde Welt
Buch, Deutsch, 43 Seiten, Format (B × H): 160 mm x 220 mm
ISBN: 978-3-947737-03-1
Verlag: edition ginga
Was würden Sie tun, wenn plötzlich eine Art Troll vor Ihnen steht und sagt, dass Sie auserwählt sind, die Menschheit zu retten? Ich würde mit ihm gehen, und genau das tut auch die Erzählerin dieser Geschichte.
Die Reise führt mitten ins Bermuda-Dreieck, denn dort liegt die Welt des Trolls, dicht neben Atlantis, das ein bisher unbekanntes, wenig erfreuliches Geheimnis birgt. Die beiden überreden Elias, einen mit seiner Vodka-Flasche verwachsenen Hobbypiloten, sie zu begleiten, und ein wahnwitziges Abenteuer mit einem ziemlich überraschenden Ende beginnt.
Und sie stellen fest, dass die Angst vor dem Fremden nicht ungewöhnlich, aber meist unbegründet ist.
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Ich fuhr herum und starrte in die schwarzen Knopfaugen eines höchst eigenartig anmutenden Männchens. Es wies eine gewisse Ähnlichkeit mit einer Trollfigur aus Baumpilz und Rentierhaar auf, die mein Vater mir einmal aus Finnland mitgebracht hatte.
Das Männchen war ungefähr neunzig Zentimeter groß, am ganzen Körper mit langem, weißem Fell bedeckt und stand auf vierzehigen Füßen, die aufgrund ihrer immensen Größe absolut nicht zu dem gedrungenen Körper passen wollten. Die kurzen Beine verschwanden fast vollständig in dem dichten Fell. Die ebenfalls viel zu großen Hände hatte das Männchen vor der Brust verschränkt.
„Was bist du“, brachte ich endlich hervor. „Etwa ein Troll oder sowas?“
Wortlos förderte das Männchen ein dickes Buch zutage und begann, darin zu blättern. Schließlich fand es die gesuchte Stelle. „Troll, Troll“, murmelte es dabei vor sich hin. „Riesiges oder auch zwergenhaftes Koboldwesen, oft mit einem eigenwilligen Sinn für Humor ausgestattet.“ Er steckte das Buch weg und wandte sich mir wieder zu. „Gefällt mir. Eigentlich heiße ich Kabulatimatoranschamagnatusmissarus. Aber du kannst mich Troll nennen, wenn du willst.“
Ich fühlte mich plötzlich wie in einem aufblasbaren Boot irgendwo weit draußen auf dem Meer, während ein mir unbekanntes Tier in dem lebensrettenden Gummi unter mir herumstocherte.
„Wach auch“, schrie meine innere Stimme. „Das ist nur ein Traum. Das kann einfach nur ein Traum sein.“
„Das darf doch alles nicht wahr sein“, schrie ich laut, als könne ich die Seifenblase, die mich gefangen hielt, damit zum Platzen bringen.
Doch ich wachte nicht auf. Auch fand ich mich nicht plötzlich in meinem Bett wieder, während mein Freund ruhig neben mir schlief. Er stand vermutlich noch immer vor der Tür, mit Flecken auf den Armen, die geheimnisvoll umherwanderten, während die Realität, die mein Dasein bisher beherrscht hatte, ein ums andere Mal über den Haufen geworfen wurde.
„Wenn das so weitergeht, kann ich mir bald ein hübsches Zimmer in der Klapsmühle aussuchen“, sagte ich, angenehm überrascht, daß ich mir zumindest meinen Galgenhumor bewahrt hatte.
Kaum hatte ich die Worte ausgesprochen, blätterte der Troll auch schon wieder in seinem Lexikon. Diesmal jedoch suchte er sehr viel länger.
„Klapsmühle find ich nicht“, stellte er schließlich resigniert fest. „Die alten Lexika sind eben auch nicht mehr das Wahre. Wird Zeit für ein Neues. Wenn die Dinger nur nicht so verflucht teuer wären.“




