Buch, Deutsch, 71 Seiten, Format (B × H): 160 mm x 220 mm
Drei ungewöhnliche Geschichten über Liebe, Leben und Tod
Buch, Deutsch, 71 Seiten, Format (B × H): 160 mm x 220 mm
ISBN: 978-3-947737-16-1
Verlag: edition ginga
Eine kleine Geschichte über das Leben
Was kommt nach dem Tod? Darüber machen sich viele Menschen Gedanken. Ich natürlich auch, und entstanden ist dabei eine Geschichte, die Mut machen soll. Es ist die Geschichte einer Frau, die die Chance bekommt, den Menschen noch einmal zu sehen, den sie über den Tod hinaus liebt.
Leader of the Pack
Die junge Betty, Tochter aus gutem Hause, verliebt sich in Jimmy, den Boss einer Motorradgang. Natürlich ist ihr Vater strikt gegen diese Verbindung und verbietet Betty jeglichen Umgang mit Jimmy. Erste zarte Liebesbande werden in aller Heimlichkeit geknüpft. So ist Betty die einzige, die unter Jimmys schwarzer Motorradkluft den äußerst sensiblen Menschen kennenlernt.
Diese Geschichte beruht auf dem Titel "Leader of the Pack" von den Shangri-Las aus dem Jahr 1965.
Andreas
Andi war der erste Junge, der mir gezeigt hat, dass ich kein hässliches Entlein bin, in das sich niemand verlieben kann. Er stellte er mir die Frage aller Fragen: "Willst du mit mir gehen?" Bis über beide Ohren verliebt und unglaublich feige habe ich nein gesagt, aus Angst, mich vor der versammelten Klasse zu blamieren. An diesen Tag wurde ich erinnert, als ich eines Abends plötzlich vor Andis Grab stand.
Autoren/Hrsg.
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Eine kleine Geschichte über das Leben
Und dann sah ich das Licht. Es schien, als wäre ein zu groß geratenes Glühwürmchen in mein Sichtfeld getreten. Im ersten Moment war ich geblendet, so daß ich nicht viel erkennnen konnte. Doch dann wurde die Gestalt in dem Lichtschein immer deutlicher.
„Hallo“, sagte Jeremy und streckte die Hand nach mir aus.
Ich dachte nicht mehr darüber nach, warum ich hier war, wo ich mich überhaupt befand, all die Fragen hatten ihre Bedeutung in dem Moment verloren, als ich Jeremy erkannte. Das Gesicht, das ich mir tagtäglich ins Gedächtnis rief, das mich jede Nacht bis in den Schlaf begleitete. Doch hier stand er leibhaftig vor mir, echt, dreidimensional, aus Fleisch und Blut.
Das Boot schwankte heftig unter mir, als ich aufsprang, doch Jeremy fing mich auf, bevor ich kopfüber ins Wasser stürzen konnte.
„Komm mit mir“, sagte er. „Ich muß dir was zeigen.“ Jeremy nahm meine Hand und zog mich mit sich über den steinigen Boden und durch die tunnelartige Höhle. Das Licht war nun fast erloschen, so daß ich blind hinter ihm herstolperte. Nun, blind wäre ich mit oder ohne Licht ohnehin gewesen, denn ich konnte trotz aller Willensanstrengung ein paar Tränen nicht zurückhalten.
„Was ist das?“ fragte ich, als wir durch eine kaum einen Meter hohe Öffnung ins Freie traten. Wir standen an einem schneeweißen Sandstrand, der auf der einen Seite von dunkelblauem Wasser begrenzt wurde. Unmittelbar hinter uns begann ein dichter Regenwald. Vogelgezwitscher tönte aus den Bäumen, es raschelte überall, wenn kleine unsichtbare Tiere über den Waldboden huschten. Eine Gruppe Kakadus hockte auf einem Baum und beobachtete uns neugierig.




