Baumgart | Wie ein toter Teddybär | Buch | 978-3-947737-14-7 | www.sack.de

Buch, Deutsch, 129 Seiten, Format (B × H): 160 mm x 220 mm

Baumgart

Wie ein toter Teddybär

Eine Geschichte über Liebe und Aids / Janine oder Liebe am Ende der Welt – Eine Endzeitgeschichte
2. Auflage 2001
ISBN: 978-3-947737-14-7
Verlag: edition ginga

Eine Geschichte über Liebe und Aids / Janine oder Liebe am Ende der Welt – Eine Endzeitgeschichte

Buch, Deutsch, 129 Seiten, Format (B × H): 160 mm x 220 mm

ISBN: 978-3-947737-14-7
Verlag: edition ginga


Dieses Buch enthält neben der Titelgeschichte auch die Endzeit-Geschichte "Janine oder Liebe am Ende der Welt"


Wie ein toter Teddybär

erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die den Mann fürs Leben gefunden zu haben scheint. Nach einem Jahr erfährt sie, dass er HIV-positiv ist. Sie begleitet ihn bis zum Ende und erzählt von ihren Gefühlen und Erlebnissen im Umgang mit anderen Menschen, offen und ohne Schönmalerei oder Schwarzfärberei. Viele Leute, die diese Geschichte gelesen haben, gelangten zu der Überzeugung, sie sei authentisch. Das ist sie nicht, doch ich finde, es spricht für die Geschichte.


Janine oder Liebe am Ende der Welt

wird ebenfalls von der Hauptperson selbst erzählt, die gemeinsam mit ihrem Bruder in der Wüste Australiens den atomaren Schlag überlebt. Diese Geschichte ist eigentlich ein Brief, den die Erzählerin an ihre kleine Tochter schreibt, die ein Jahr nach dem Fall-Out gezeugt wird. Es ist die Geschichte zweier Menschen, die vielleicht den Grundstein legen für eine neue (bessere?) Menschheit, und die trotz der Katastrophe auch mit ihren ganz persönlichen Problemen klarkommen müssen. Und davon gibt es mehr als genug.

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Wie ein toter Teddybär

An diesem Abend gab es nur uns und die beiden Whiskeyflaschen. Wir hatten viel Spaß, tatsächlich waren wir lange nicht mehr so unbeschwert gewesen. Frank und ich waren voll wie die Haubitzen, als die Kneipe gegen halb vier morgens ihre Tore schloß. Ich weiß nicht, wieviel wir getrunken haben, aber es muß beachtlich gewesen sein. Arm in Arm torkelten wir zur Tür hinaus. Als ich meine Schritte zum Taxistand lenken wollte, drängte mich Frank durch ein Tor in einen Hinterhof.
„Was hast du vor?“ lallte ich.
„Ich möchte mit dir schlafen.“ Seine Stimme klang keinen Deut besser als meine.
„Hier? Das ist nicht dein Ernst.“
Er meinte es ernst. Ehe ich mich versah, hatte er den Reißverschluß seiner Jeans geöffnet. Der Anblick seines bereits angeschwollenen Gliedes in den Boxershorts weckte in mir Gefühle, die eigentlich nicht in die Öffentlichkeit gehören. Er schaute mich fragend an, und ich nickte. Ohne ein weiteres Wort des Widerspruchs ließ ich es zu, daß er auch meine Jeans öffnete und ein Stück hinunterschob. Dann drängte ich mich dicht an ihn.
Es war schnell vorbei, niemand erwischte uns in flagranti. Die Angst, erwischt zu werden, steigerte die Spannung tatsächlich, genauso wie es immer wieder behauptet und beschrieben wird. Für ein ausgiebiges Liebesspiel aber war es viel zu kalt. Trotz unseres Alkoholpegels empfanden wir den kalten Wind auf der nackten Haut schnell als unangenehm, so daß wir unseren Quicky abbrachen, noch bevor wir den Höhepunkt erreicht hatten. Vielleicht war dieser Umstand von größerer Tragweite, als wir ahnten.
Als wir dort mit herunter gelassenen Hosen in dem Hinterhof standen, dachten wir eigentlich an gar nichts. Wir handelten so gedankenlos, wie ich es uns beiden niemals zugetraut hätte. Vielleicht brauchten wir diesen einen Moment der totalen Hingabe, nachdem unser gesamtes Liebesleben darin bestand, nachzudenken über das, was passieren könnte, wenn wir einen einzigen Fehler begingen. Aber im nachhinein denke ich, daß wir unglaublich verantwortungslos gehandelt haben. Ich und auch Frank.
Kichernd wie zwei kleine Kinder gingen wir Arm in Arm zum Taxistand. Der Fahrer muß uns für ein frisch verliebtes und hoffnungslos betrunkenes Paar gehalten haben. Ganz unrecht hatte er nicht, aber die näheren Umstände kannte er nicht. Er hatte keine Ahnung, welche Ängste wir täglich ausstanden, welche Ängste ich nach dieser Nacht ausstand, und er wird es nie erfahren.


Baumgart, Swantje
Swantje Baumgart wurde in Berlin geboren und ist in einem Vorort von Köln aufgewachsen. Durch ihren Vater, Dieter J. Baumgart, kam sie zum Schreiben und veröffentlichte im Eigenverlag ihres Vaters ihre ersten Bücher. Seit 2000 veröffentlicht sie in ihrem eigenen Verlag edition ginga. Den Namen fand sie während einer Australienreise im Jahr 1999. Seit 2015 ist sie hauptberuflich als Literaturübersetzerin tätig und widmet sich wieder verstärkt ihrer eigenen schriftstellerischen Tätigkeit. Neben den Büchern im Eigenverlag hat sie mehrere Gedichte und Kurzgeschichten in Anthologien veröffentlicht, unter anderem im Heyne-Verlag und im ferber-verlag köln.



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