Becker | Ungleiche Schwestern? | Buch | 978-3-593-52268-5 | www.sack.de

Buch, Deutsch, 305 Seiten, Format (B × H): 153 mm x 235 mm, Gewicht: 566 g

Becker

Ungleiche Schwestern?

Geschichtsschreibung und Literatur
1. Auflage 2026
ISBN: 978-3-593-52268-5
Verlag: Campus Verlag GmbH

Geschichtsschreibung und Literatur

Buch, Deutsch, 305 Seiten, Format (B × H): 153 mm x 235 mm, Gewicht: 566 g

ISBN: 978-3-593-52268-5
Verlag: Campus Verlag GmbH


Geschichtsschreibung und Literatur haben viele Gemeinsamkeiten: Beide versuchen mit sprachlichen Mitteln etwas festzuhalten, was im Strom der Zeit unterzugehen droht. Als Text fixiert, kann es sich auf Dauer behaupten und die Einbildungskraft künftig lebender Menschen herausfordern, es im Denken, Empfinden und Vorstellen neu erstehen zu lassen; das Zu-Erinnernde leistet dabei gleichzeitig einen Beitrag zur Erklärung und Deutung der Welt. Beide nutzen einen kulturellen Vorrat von Erzählverfahren, Wissensbeständen, Begriffen und Symbolen. Doch wo liegen die Unterschiede? Was ist mit den diskursiven Elementen in den Texten der Historiker:innen, den Argumenten, Urteilen und Thesen, was mit dem Gegensatz von Faktizität und Fiktion, was mit der Referenz auf Realität im gegenständlichen Sinne, ohne die Geschichtsschreibung, anders als Literatur, nicht auskommt?

Frank Becker bietet in diesem Buch erstmals eine grundsätzliche Erörterung des Wechselspiels von Geschichtsschreibung und schöner Literatur in der europäisch-nordamerikanischen Kultur der Neuzeit. Sein Buch spricht Leser:innen, die von der Geschichte und Geschichtswissenschaft aus auf die Literatur schauen, genauso an wie solche, die von der Literatur, konkret: von unterschiedlichen Nationalliteraturen bzw. Philologien aus auf die Geschichte blicken.

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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Vorwort

Einleitung
»Ungleiche Schwestern«
Beiträge aus der Forschung
Ziele und Vorgehensweise

Thematischer Aufriss
Wege, sich der Vergangenheit zu nähern
Der linguistic turn und seine Folgen
Perspektivische Brechungen
Populäre Geschichtsdarstellungen
Öffnung der Geschichtsschreibung zur Literatur
Realität und Fiktion

Was kann Geschichtsschreibung, was kann Literatur?
Konkurrenz und Inspiration
–Problematische Ansprüche
–Freundliche Übernahmen
–Der Historische Roman
Gegenwelten
–Kontrafaktische Geschichtsschreibung
–Literarische Alternativgeschichte

–Experiment und Versuchsanordnung
–Nischen des Möglichen
Historiker und ihre Verwandten als literarische Figuren
–Die Fingierung von Geschichtsschreibung
–Der Historiker als Romanheld
–Zeitreisen

Literatur als Quelle, die historische Erkenntnisse liefert
Der Literat als Intellektueller
–Das Wirken in der Öffentlichkeit
–Politischer Einfluss
–Geistige Führung
–Kultobjekte
Literatur und Wahrheit
–Wahrheitsformen, Wahrheitsansprüche
–Deutungsangebote der (Geschichts-)Philosophie
–Hellsicht

Literatur und Wissen
–Verzeichnen und Darstellen
–Vermitteln und Belehren
–Ordnungen reflektieren
–Wissen verknüpfen
Literatur als Deutungsinstanz
–Mentalität oder Wahrnehmung?
–Literatur interpretiert immer
–Wiederkehrende Deutungsmuster
–Das Vorstellbare
Literatur in der Erinnerungskultur
–Die Formung des kulturellen Gedächtnisses
–Wie funktioniert das Erinnern?
–Kritik an Manipulation und Steuerung
Literatur und Politik
–Die politische Dimension aller Literatur
–Politische Leistungen und Einsprüche
–Engagierte Literatur
–Freies Sprechen
–Handlungsimpulse und kulturelle Rahmungen
–Narrative und Mythen
Literatur löst öffentliche Debatten aus
–Die besonderen Chancen der Literatur
–Über die Provokation zur Verschiebung von Diskurslagen
–Tabus und das Schweigen brechen
Die Sprachlichkeit der Literatur
–Etappen der Sprachgeschichte
–Begriffe, Symbole und Metaphern
–Sprache und Identität
–Literarische Elemente in der außerliterarischen Kommunikation
Literatur und Gesellschaft
–Das Soziale der Literatur
–Die Lebenskultur von sozialen Schichten
–Situationen des Lesens
–Porträts von Gesellschaften
–Der Blick des Autors
–Literarische Anleitungen für soziales Handeln

Die Literarizität der Geschichtsschreibung
Eine Geschichte von Einheit und Trennung – und neuer Annäherung?
–Historiografie und Dichtung von der Antike bis zur Aufklärung
–(Unvollständige) Ausdifferenzierung im 19. Jahrhundert
–Die Öffnung zu den positiven Wissenschaften, zu den Sozial- und zuletzt zu den Kulturwissenschaften
–Meistererzählungen
Die Darstellungsformen
–Zeit und Raum
–Figurentableau und Erzählperspektive
Hybride Textsorten
–Reiseberichte, Gesprächsprotokolle, (fingierte) Quellensammlungen
–Die Biografie
–Autofiktionalität
–Experimentelle Textsorten in den (Sozial-)Wissenschaften

Schlussbetrachtung
Ergebnisse
Perspektiven

Anmerkungen

Bibliografie


Becker, Frank
Frank Becker ist Professor für Neuere und Neueste Geschichte am Historischen Institut der Universität Duisburg-Essen.

Frank Becker ist Professor für Neuere und Neueste Geschichte am Historischen Institut der Universität Duisburg-Essen.



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