Binder | Sayfo – Genozid und Selbstrekonstruktion | Buch | 978-3-447-12484-3 | www.sack.de

Buch, Deutsch, Band 74, 924 Seiten, Format (B × H): 170 mm x 240 mm, Gewicht: 2000 g

Reihe: Göttinger Orientforschungen, I. Reihe: Syriaca

Binder

Sayfo – Genozid und Selbstrekonstruktion

Teilband 1. Analysen: Narrative, Strategien, Motive. Teilband 2. Quellen: Kontexte, Inhalte, Intentionen.
Quellen: Kontexte, Inhalte, Intentionen
ISBN: 978-3-447-12484-3
Verlag: Harrassowitz

Teilband 1. Analysen: Narrative, Strategien, Motive. Teilband 2. Quellen: Kontexte, Inhalte, Intentionen.

Buch, Deutsch, Band 74, 924 Seiten, Format (B × H): 170 mm x 240 mm, Gewicht: 2000 g

Reihe: Göttinger Orientforschungen, I. Reihe: Syriaca

ISBN: 978-3-447-12484-3
Verlag: Harrassowitz


Der „Sayfo“ – so der aramäisch/assyrische Name des Genozids um 1915 im Osmanischen Reich – hat eine über 100-jährige Überlieferungsgeschichte unter den überlebenden Nachkommen und bleibt weiterhin wichtiger Bestandteil von Erinnerungskultur und Identitätspolitik. Matthias Binder untersucht in seiner Studie rund 300 Quellen, die von Angehörigen der Syrisch-Orthodoxen Kirche stammen. Da sie meist erst im Nachhinein fixiert wurden, spiegeln sie vielfach die Phase des anhaltenden Post-Genozids wider.

Teilband I vollzieht die enthaltenen Narrative nach und analysiert ihre Ausdrucksformen und Deutungen sowie die darin enthaltenen Überlebens- und Erinnerungsstrategien. Teilband II bespricht die betreffenden Quellen in ihren verschiedenen Textformen: klassische schriftliche (Versdichtung, Klage, Lyrik, Lied, Chronistik) und moderne schriftliche (Aufsatz, Monographie, Roman, Lehrplan, Vorwort, Übersetzung) Formen; sowie audiovisuelle (Interview, Dokumentarfilm), sachliche (Monument, Ausstellung, Ikone) und soziale (Gedächtnisjahr, Konferenz, Gottesdienst). Den größten Raum gewähren die Quellen der narrativen Rekonstruktion des Genozids; sie bemühen sich aber auch um Verstehen (historisch, theologisch) und um Handlungsstrategien (Verteidigung, religiöse Praxis, Klage, Schweigen, Anerkennungskampf, Heilung u.a.). Es wird deutlich, wie erinnernde Rekonstruktion des Ereignisses und Rekonstruktion verwundeter Identität einander bedingen. Erkenntnisse aus der Genozid- und Traumaforschung sowie der (Kirchen-) Geschichtsschreibung fließen in die Untersuchung mit ein und werden weiterentwickelt.

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