Bircher | Handbuch für Rheuma und Arthritiskranke | Buch | 978-2-9700722-1-8 | www.sack.de

Buch, Deutsch, Band 10, 126 Seiten, PB, Format (B × H): 162 mm x 218 mm, Gewicht: 253 g

Reihe: Bircher-Benner-Handbuch

Bircher

Handbuch für Rheuma und Arthritiskranke

Echte Heilwege ohne Schmerzmittel, Über das Wesen der Rheumakrankheit. Moderne rheumatologische Forschung, Umfassende Anleitung zur Pflege und Diät, Speisepläne und Rezepte aus dem Medizinischen Zentrum Bircher-Benner
24. Auflage 2013
ISBN: 978-2-9700722-1-8
Verlag: Edition Bircher-Benner

Echte Heilwege ohne Schmerzmittel, Über das Wesen der Rheumakrankheit. Moderne rheumatologische Forschung, Umfassende Anleitung zur Pflege und Diät, Speisepläne und Rezepte aus dem Medizinischen Zentrum Bircher-Benner

Buch, Deutsch, Band 10, 126 Seiten, PB, Format (B × H): 162 mm x 218 mm, Gewicht: 253 g

Reihe: Bircher-Benner-Handbuch

ISBN: 978-2-9700722-1-8
Verlag: Edition Bircher-Benner


Handbuch für Rheuma-und Arthritiskranke:
Diesem Handbuch liegt das Wissen und die jahrzehntelange Erfahrung aus einem ärztlichen Zentrum modernster Heilkunst, der weltberühmten Bircher-Benner-Klinik, heute Medizinisches Zentrum Bircher-Benner, zu Grunde. Dem Kranken ist dieses Buch eine grosse Hilfe für seine aktive Mitarbeit auf seinem Weg zur Heilung und Vorbeugung der Krankheit. Es ermöglicht ihm den Einblick in die wissenschaftlichen Grundlagen und Ursachen seiner Krankheit und gibt ihm wertvolle Anleitungen für die Diätetik, die Pflege und physikalischen Anwendungen in die Hand. Das Buch erklärt die Diätetik in aufbauenden Stufen, bereit zur einfachen praktischen Anwendung und ist mit wohlschmeckenden, erprobten, abwechslungsreichen Diätrezepten aus der Bircher-Benner-Klinik ausgestattet. Für den Arzt ist dieses Buch eine grosse Zeitersparnis und eine wertvolle Hilfe bei der Führung seiner Patienten.

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Weitere Infos & Material


Inhaltsverzeichnis zu „Bircher-Benner-Handbuch: Bd.8 Bircher-Benner Handbuch Rheuma- und Arhtritiskranke“
Vorwort7
Einleitung9
Was ist Rheuma? 9
Ursprung des Rheumas ist die Erkrankung des weichen Bindegewebes (Mesenchym).10
Die biochemische Struktur des weichen Bindegewebes12
Die Verknüpfung des weichen Bindegewebes mit dem Hormonsystem und dem vegetativen Nervensystem..13
Das Experiment im Royal Free Hospital in London oder die wunderbare Wirkung der Bircherschen Rohkostbehandlung15
Die Patientin mit sekundär-chronischer Polyarthritis.16
Grenzen der Heilungsmöglichkeit.18
Wissenschaftliche Grundlagen der Ordnungstherapie der rheumatischen Krankheiten22"Der rheumatische Formenkreis" 27
Die chronische Polyarthritis (cP oder pcP)27
Die Spondylarthritis ankylosans (Morbus Bechterew)28
Die Psoriasisarthritis.28
Die juvenile chronische Arthritis....29
Die Kollagenosen oder Konnektivitiden 29
Die Polymyalgia rheumatice..30
Die Gicht.31
Der Weichteilrheumatismus..31
Infektiöse Arthritiden31
Die Arthrose32
Die Behandlung der rheumatischen Krankheiten33
Die Ordnung der Nahrungsmittel, der Mahlzeiten und der
Lebensweise.33
Die Befreiung von Infektherden und Schwer-
metallbelastung..36
Die Physiotherapie.38
Die Bewegungstherapie..38
Die Hydrotherapie..39
Der Kohlwickel..40
Der Quarkwickel40
Die Heilerde41
Die Heublumen41
Der Fango..41
Der Nackenguss nach Kneipp.42
Der Lendenguss nach Kneipp.42
Die Dampfkompresse nach Kneipp.42
Pflanzliche Heilmittel bei Rheuma.43
Die Behandlung von Infektionen..44
Die homöopathische Therapie.45
Die neue wissenschaftliche Akupunktur48
Manualtherapie, Chiropraktik und Osteopathie.48
Die Neuraltherapie nach Huneke.49
Medikamentöse Behandlung50
Die operative Behandlung.53
Der Heilplan54
Die Heildiät.54
Zur Vorbeugung und zur Vermeidung von Rückfällen55
Die vier Diätstufen58
Die Diätstufe 1.58
Die Diätstufe 2.60
Die Diätstufe 3.62
Kleine Austauschtabelle für tierische Produkte, die bei Diät-
stufe 3 weggelassen werden müssen..63
Die Diätstufe 4.64
Die Rezepte.66
Säfte ..67
Müesli.69
Rohgemüse

und Salate.72
Salatsaucen.74
Milcharten77
Butter,Pflanzenfette und Öle. Schonendes Kochen und
Dämpfen.78
Suppen..80
Gemüse.85
Salate von gekochten Gemüsen...95
Kartoffelgerichte.97
Getreidespeisen.100
Saucen..105
Belegte Brötchen108
Süssspeisen...109
Gesundheits-Tees..115
Rezeptverzeichnis..117
Literaturverzeichnis.119
Sachregister.122


Einleitung
Was ist Rheuma?
Die chronisch-rheumatische Gelenks- und Bindegewebsentzündung ist in der Regel keine dramatische oder gar tödliche Erkrankung und doch bringt sie mehr Leiden über die Menschen als viele lebensgefährliche Krankheiten und ist für die Betroffenen und ihre Umgebung eine oft sehr schmerzliche und langwierige Erfahrung.
Für Gesunde ist es schwierig, sich in das Leiden solcher in der ganzen Schwere betroffenen Menschen hineinzuversetzen. Sie mögen sich noch so tapfer im Leben bewährt haben – das nützt nun wenig. Wenn die Krankheit sie überfällt, werden sie von heftigen Schmerzen geplagt, in den Bewegungen eingeschränkt und unfähig für ihre Arbeit und für tägliche Verrichtungen, und dies oft gerade an der Wende ihres Lebens. Statt die Früchte ihrer lebenslangen Aktivitäten – erfolgreiche Berufsausübung, Kindererziehung, Familienbetreuung – ernten zu dürfen und sich einem etwas geruhsameren Dasein zu erfreuen, müssen diese Frauen und Männer von allem lassen. Sie bewegen sich mühselig an Stöcken oder im Rollstuhl oder werden gar bettlägrig; und immer sind da die großen Schmerzen. „Sich selbst und den anderen zur Last und zu gar nichts mehr nütze“, hat sich einmal ein Patient ausgedrückt.
Lange Zeit hat die medizinische Forschung diese Krankheit vernachläßigt, sich auf Medikamente beschränkt, die – doch alle ähnlich – nur momentan lindern, aber nicht heilen konnten. Große Hoffnungen hatte man 1876 in die damals entdeckte, aus der Weide gewonnene Salicylsäure gelegt; später folgte eine Vielzahl synthetischer antirheumatischer Medikamente mit im Grunde ähnlicher Wirkungsart. Doch man kommt heute in der Rheumabehandlung wegen der geringeren Nebenwirkungen eher wieder auf die alte Salicylsäure zurück. Je stärker die Schmerzunterdrückung, desto größer die Gefahr von Nebenwirkungen, wie Magenblutungen, Magengeschwüre, Blutarmut u. a. m. Zudem läßt die Wirkung bei andauernder Einnahme nach. Besondere Gefahr besteht bei verborgenen Entzündungen und Geschwüren der Verdauungsorgane und bei Kindern, bei denen die Salicylsäure bei nur geringer, längerdauernder Überdosierung zu lebensgefährlicher Vergiftung mit Atemstörungen führen kann. Es gibt auch Hinweise, daß dieses Medikament mit der Zeit die Regulationszentren und das Bindegewebe schädigt und damit die Heilungschancen vermindert. Alle diese sogenannten nichtsteroidalen Antirheumatika hemmen das Enzym Prostaglandinsynthetase. Die Prostaglandine, in der Prostata entdeckte, aber im ganzen Organismus gebildete Hormone, vermitteln wesentliche Vorgänge der körpereigenen Abwehr gegen Infektionen und Tumore. Eine Dauertherapie mit den meisten Antirheumamitteln, denn sie gehören fast alle zu dieser Art, bedeutet also auch eine dauernde Hemmung wichtiger vitaler Abwehrvorgänge gegen Infektionen und Tumore, wie zum Beispiel die Fähigkeit der Entzündung zu ihrer Abwehr. Prostaglandine (E/F 2a) sind Entzündungsmediatoren, sie haben zusammen mit Leukotrienen, Histamin und anderen Substanzen die Fähigkeit zur entzündlichen Abwehr gegen Eindringlinge und beginnende Tumorgewächse. Zudem stabilisieren sie die Blutplättchenmembranen und damit die Blutge-rinnbarkeit, sie beeinflussen die Bildung des Nebenschilddrüsenhormons Pa-rat­hormon, fördern die Bildung und den Fluß der Galle, und sie vermitteln die Fähigkeit zur Fieberbildung. Hemmen wir andauernd die rheumatische Entzündung, ohne daß es zu einer Heilung kommt, so schwächen wir wichtige Körpervorgänge und besonders die körpereigene Abwehr.
1949 wurde die Hormonbehandlung der Arthritis mit Cortison und ACTH entdeckt. In der Mayo-Klinik in den USA wurden noch nie dagewesene Erfolge in der Rheumabekämpfung schon durch wenige Hormoninjektionen erzielt und in Filmen festgehalten. Eine neue Hoffnungswelle ging damals durch die medizinische Welt. Über die bisherige Rheumabehandlung schrieb man, ihr größter Wert hätte darin gelegen, daß sie dem Patienten das Gefühl gab, es werde für ihn etwas getan. Jetzt aber würde das Zeitalter der Arthritisheilung eingeleitet, denn man glaubte, das Mittel zur echten Rheumaheilung gefunden zu haben. Leider zeigte es sich rasch, daß die Wirkung der Nebennierenrindenhormone genau so nur vorübergehend möglich war, wie dies bei den nichtsteroidalen Antirheumatika der Fall ist, und ihre Anwendung mußte wegen der bedeutenden Nebenwirkungen bald begrenzt werden. Ihr größter Nachteil ist die Hemmung der natürlichen Hormonbildung und Regulation in der Hypophyse, den Nebennieren, der Schilddrüse und den insulinbildenden Zellen der Bauchspeicheldrüsen, und dies auch bei sehr sorgsamer Dosierung.
Die klinisch-pharmakologische Rheumatologie ist in den alten, etwas resignierten Zustand zurückgekehrt, man beschränkt sich im wesentlichen auf Schmerzlinderung, Bäder und Kuren der bekannten Art. Doch eines ist klar geworden: Wir können chronische Krankheiten nicht durch die Unterdrückung der Symptome heilen.
Die ganze Ärzteschaft ist dazu aufgerufen, die wirklichen Krankheitsursachen zu erkennen und zu erforschen. Dann nämlich erst können Heilungswege gefunden und eingeleitet werden.
Diese Botschaft findet nun in der medizinischen Forschung der letzten Jahre ihren Niederschlag. Sie ist endlich verstanden worden. Trotz aller Unsicherheiten über die Entstehungsursachen der chronisch-rheumatischen Entzündung besteht heute Einigkeit darüber, daß dem Leiden eine Gesamtkrankheit des weichen Bindegewebes zugrunde liegt.
Ursprung des Rheumas ist die Erkrankung des weichen Bindegewebes (Mesenchym)
Dieses zarte Gewebe sondert eine Sub­stanz ab, die für die gesamten Körpervorgänge von größter Bedeutung ist. Es ist die vom Molekularbiologen Pischinger in Wien (1990) erforschte Grundsubstanz des weichen Bindegewebes. Die gesamten Lebensvorgänge des Organismus werden durch diese Grundsubstanz reguliert.
Folgen wir nun der anatomischen und bio­chemischen Betrachtung Pischingers, damit wir die Anordnung und Bedeutung der Grundsubstanz als großartig angelegtes extrazelluläres Regulationssystem besser verstehen können: Besonders reich an Grundsubstanz und damit besonders reaktiv ist das lockere, „weiche“ Bindegewebe. Das allerfrüheste Bindegewebe, durch welches die frühe embryonale Entwicklung und Ausdifferenzierung der menschlichen Form vermittelt wird, nennen wir in der Medizin Mesenchym.
Man glaubte früher, daß dieses mesenchymale Bindegewebe nach der vollendeten Ausreifung des Embryos zum derberen Bindegewebe des geborenen Menschen umgewandelt werde.
Dies ist jedoch, wie man heute weiß, nicht der Fall. Das zarte mesenchymale, an Grundsubstanz reichhaltige Bindegewebe bleibt zeitlebens erhalten. Es ist im ganzen Körper vorhanden und zeigt ein typisches Verteilungsmuster: Es begleitet alle, auch die kleinsten Blutgefäße, die Kapillaren, und bildet das sogenannte reticuläre, also netzförmige Gewebe, in welchem die weißen und roten Blutkörperchen gebildet werden. Wir finden es überall unter der äußersten Schicht unserer Haut und der Schleimhäute des Magendarmkanals und der Atemwege und der Lunge. Wir finden es in der Milz, im Lymphgewebe, im Fettgewebe, in der Schleimhaut der Gebärmutter, in den Eierstöcken und Hoden, in den empfindlichsten Teilen der Zähne und überall im Gehirn und Rückenmark.
Unsere Nervenfasern, Muskelfasern und Sehnenfasern sind in dieses lockere, grundsubstanzhaltige Bindegewebe eingebettet. Die Läppchen unserer sämtlichen Drüsen, der Keim-, Hormon- und Speicheldrüsen, der Brustdrüse, der Prostata, der Tränendrüsen usw. sind von weichem Bindegewebe unmittelbar umgeben. Auch die Umgebungsschicht der großen Gefäße, der Aorta und der Venen sowie derjenigen des Brustfells, des Bauchfells und des Herzbeutels, wie auch der Außenschicht des Herzens besteht aus diesem weichen Bindegewebe. Ebenso finden wir das Mesenchym in den weichen Hirnhäuten, die direkt auf der nervenzellentragenden grauen Substanz der Hirnrinde aufliegen. Die Gelenkinnenhaut, die Synovia, besteht weitgehend aus weichem, an Grundsubstanz reichem Bindegewebe, wie auch die innerste Schicht des Periosts, welches als sehr empfindliche Haut sämtliche Knochen überzieht und deren Wachstum und Heilung nach Knochenbrüchen reguliert.
Die Organe sind von bindegewebigen Organkapseln umgeben und werden durch sie gefestigt. Überall finden wir die Übergänge des weichen Bindegewebes zu den harten Bindegewebsstrukturen, wo das weiche, zarte, regulierende Gewebe die harten Strukturen bildet, festigt und erneuert, so über den Sehnen, den Sehnenplatten, den Bändern und der harten Hirnhaut, an der harten Lederschicht der Haut, der Hornhaut des Auges, am Knorpel, an den Knochen und in der Zahnsubstanz. In Begleitung der Gefäße und Nerven werden auch diese organartigen Strukturen mit lockerem Bindegewebe versorgt. Selbst der harte Knochen ist durchdrungen von feinen Kanälchen, den sogenannten Haverschen und Volkmannschen Kanälchen, und das Dentin der Zähne von sogenannten Dentinkanälchen, die ihre Fortsetzung selbst in feinen Poren des Zahnschmelzes finden.
Die Allgegenwärtigkeit und die Verteilung des weichen Bindegewebes illustriert eindrücklich dessen Aufgabe. Sie besteht darin, alle Zellen und alle Hartsubstanzen des Organismus zu regulieren und funktionstüchtig zu erhalten.
In der harten Bindegewebsschicht, die unsere gesamten Muskelschichten umgibt und schützt, findet man in nahen Abständen Lücken von 3–7 ?mm Durchmesser. Nur an diesen Stellen dringen, eingehüllt in lockeres Bindegewebe, Gefäße und Nerven in die tiefen Körperschichten ein. Heine (1988) konnte nachweisen, daß diese Durchdringungsstellen mit den Akupunkturpunkten der chinesischen Medizin identisch sind. Einzelne chinesische Ärzte sind in der Lage, über eine einzige an einem solchen Punkt gesetzte Nadel durch eine äußerst gekonnte, vibrierende Manipulation die Regulation weit entfernter Körperregionen zu beeinflussen.
Auch die Knochenschicht des menschlichen Schädels ist an den Akupunkturpunkten von kleinen, mit weichem Bindegewebe gefüllten Lücken durchdrungen. Durch sie dringen feine gewundene Bündel aus Blutgefäßen und Nerven, die in die Kopfhaut eintreten. Über solche Akupunkturpunkte kann die Funktion und Regeneration einzelner Regionen des Gehirns stimuliert werden (Yamamoto, 1993).
Die biochemische Struktur des weichen Bindegewebes
Es ist mir sehr wichtig, die biochemische Struktur der Grundsubstanz dieses alles durchdringenden weichen Bindegewebes ein wenig zu erklären: Sie besteht aus großen Molekülen, die aus Eiweiß- und Zuckeranteilen zusammengesetzt sind, den sogenannten Proteoglykanen. Diese Moleküle bilden ein komplexes Maschenwerk von hochdifferenzierter Anordnung. So bildet die Grundsubstanz eine Art Molekularsieb, durch das der gesamte Stoffwechsel von den Blutgefäßen zu den Zellen und umgekehrt hindurch muß. Die Porengröße dieses Filters wird durch die Dichte der Proteoglykane, durch deren biochemische Konzentration, durch geladene Teilchen (Elektrolyte) und durch den Säure-Basengehalt des weichen Bindegewebes reguliert. Je mehr negative Ladung die Grundsubstanz enthält, desto eher ist sie zum Austausch von Ionen, von geladenen chemischen Teilchen fähig.
So sind es denn die Proteoglykane der Grundsubstanz des weichen Bindegewebes, welche die elektrische Ladung und den Gewebsdruck im gesamten Bindegewebe bestimmen und regulieren. Es entsteht im weichen Bindegewebe eine elektrische Grundspannung, eine elektrische Ladung. Jede Veränderung der Qualität der Grundsubstanz bewirkt eine Änderung des elektrischen Potentials und damit der Funktion der Gewebe.
Die alles durchdringende Grundsubstanz verhält sich so nach Pischinger – wenn auch viel komplexer – ähnlich den Informationsleitungssystemen, wie wir sie in der Computertechnik kennen.
Keine Blutgefäße und keine Nervenendigungen können die Zellen des Körpers direkt erreichen. Kein Stoff, keine Information kann in die Zelle hinein oder aus der Zelle heraus gelangen, ohne durch die Grundsubstanz hindurch zu müssen und ohne von ihr reguliert zu werden.
Die Grundsubstanz, die den ganzen Körper durchdringt, kann auch mit einem Lei-tungssystem ähnlich einer Fiberglas­optik verglichen werden: Sie nimmt Information von außen auf und leitet sie zu den Zellen und umgekehrt. Sie ist sozusagen unser Informatiksystem. Die Bindegewebszelle des weichen Bindegewebes ist damit der Regulator des Flusses hochgeordneter Energie (Informationsenergie) des menschlichen Organismus, indem sie die Grundsubstanz laufend absondert und reguliert.
Wir haben gesehen, wie diese Grundsub­stanz als ein im embryonalen Zustand verbleibendes Bindegewebe sämtliche Organzellen und zellulären Strukturen des Organismus umgibt und jegliche stoffliche und energetische Zufuhr und Ausfuhr aus den Zellen reguliert, indem sie die ordnenden Informationsimpulse an jede Zelle ständig weitergibt, an die Zellmembran, wo sie deren Ladung und eventuelle Entladung beeinflußt (Muskelspannung, Nervenspannung), oder über die membranständigen sogenannten zweiten Boten, die von hier aus die Aktivität der Gene regulieren (Heine und Schaeg, 1979). Somit ist der Weg des Informations­flusses im menschlichen Organismus einwandfrei nachgewiesen worden, der Weg, den die ordnenden Informationen durch alle Strukturen des Organismus beschreiben.
Die Verknüpfung des weichen Bindegewebes mit dem Hormonsystem und dem vegetativen Nervensystem
Das Grundsystem ist mit dem Hormonsystem und dem vegetativen Nervensystem eng verknüpft: Über die Kapillaren ist die Grundsubstanz an das System der endokrinen Drüsen (Hormondrüsen) angeschlossen. Die vegetativen Nervenendigungen enden blind in der Grundsub­stanz. Beide Systeme, das hormonale und das neurovegetative Nervensystem, sind gemeinsam im Hirnstamm miteinander verschaltet. Auf diesem Wege werden über das Grundsystem übergeordnete Zentren wie das Gehirn und das Hormonsystem beeinflußt. Die weißen Blutkörperchen, die sich wie Amöben durch das Bindegewebe hindurchbewegen, können durch ihre Zellprodukte (Prostaglandine, Interleukine, Interferone, Proteasen, Proteaseinhibitoren u. a.) die Blutgefäßkapillaren, die vegetativen Nerven-
fasern und die Bindegewebszellen, welche die Grundsubstanz regulieren, gegenseitig beeinflussen. Daraus resultiert ein ungeheuer komplexes, vernetztes humorales System, wie es als wissenschaftlicher Vorläufer in der Säftelehre des Hippokrates, des Galen und des Paracelsus vor Jahrhunderten auf die damals eben mögliche einfache Weise beschrieben worden ist (Heine, 1990, in Pischinger).
Plötzlich können wir wissenschaftlich verstehen, warum an Rheuma leidende Men-schen Veränderungen von Temperatur, Feuchtigkeit, Luftdruck, Luftladungen unterworfen sind, und warum so große Nahrungseinflüsse und so große seelische Einflüsse zu beobachten sind.
Die medizinische Wissenschaft hat gelernt, den Menschen als unglaublich komplex reguliertes, immer in seiner Gesamtheit reagierendes Wesen zu verstehen, sie hat gelernt, daß alle Bereiche der Lebensvorgänge von immateriellen, energetisch hochgeordneten energetischen Vorgängen reguliert werden. Die medizinische Wissenschaft ist reif geworden, das von Descartes eingeleitete Zeitalter des Maschinenmodells des Menschen zu überwinden. Wieder neu hat sie entdeckt, daß das Lebensprinzip und alle Lebensvorgänge nicht mit den materiellen biochemischen Vorgängen erklärbar sind, sondern immaterieller Natur sind.
Krankheit bedeutet einen Verlust der Ordnung in diesem komplexen biologischen System des menschlichen Organismus, Gesundheit bedeutet dessen Ordnung.
Krankheit erzeugt jeder Einfluß, der sich den Gesetzen der naturgegebenen biologi-schen Ordnung unseres Organismus widersetzt. Heilend wirkt jeder Einfluß oder Eingriff, der dazu angelegt ist, dessen Ordnung wieder herzustellen. Es wird klar verständlich, weshalb symptomunterdrückende Medikamente nicht heilen konnten. Hingegen wirkt jede Handlung, jede Therapie, die darauf ausgerichtet ist, die Ordnung des komplexen biologischen Systems unseres Organismus wieder herzustellen, in Richtung einer echten, dauerhaften Heilung. Wir nennen dies Ordnungstherapie.
Das neue Verständnis des menschlichen Organismus ist es, was dem Rheumakranken allen Grund zum Mut gibt, den großen Weg der Heilung seiner Krankheit einzuschlagen. Ein berechtigter Mut, denn wie wir sehen werden, sind heute der Erfahrungen genug vorhanden und sind der klinisch-wissenschaftlichen Beweise viele erbracht worden, daß eine starke Besserung des chronischen Rheumatismus und oft eine Heilung des Krankheitsprozesses möglich sind. Es ist die Aufgabe dieses kleinen Handbuches, dies aufzuzeigen und dem Rheumakranken das Rüstzeug zu vermitteln, damit er seinen Beitrag zur Heilung leisten kann. Dem behandelnden Arzt kann das Handbuch eine Hilfe sein, wenn es darum geht, seinen Patienten das nötige Wissen für den echten Heilungsprozeß zu vermitteln.


Bircher, Andres
Über den Autor:
Dr.med. Andres Bircher ist Enkel von Dr.med. Maximilian Bircher-Benner. Nach dem Medizinstudium in Zürich und Genf, zehnjährige Tätigkeit als Spitalarzt in Anästhesiologie, Intensivmedizin, Rettungswesen, Chirurgie, Kinderheilkunde, Psychosomatik, Hämatologie, Geriatrie, Psychiatrie und Psychotherapie, als Facharzt an Zürcher Universitätskliniken in leitender Position. Lehranalyse bei Brian Kenny. Chefarzt einer Klinik für Innere Medizin in Zürich und später in der Westschweiz, Studium und Facharztausbildung in TCM und Akupunktur in Wien, Neuraltherapie, Manualtherapie, klassische Homöopathie, Ausbildung zum deutschen Facharzt in Balneologie, Klimatologie und physikalische Medizin. Wissenschaftliche Arbeiten über die Nahrungsenergie, Diätetik und die Wirkungen der regulativen Medizin. Ärztlicher Leiter des medizinischen Zentrums Bircher-Benner



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