Buch, Deutsch, 204 Seiten, Kartoniert, Format (B × H): 138 mm x 226 mm, Gewicht: 299 g
Reihe: Edition Moderne Postmoderne
Existenz und Leiblichkeit im digitalen Zeitalter
Buch, Deutsch, 204 Seiten, Kartoniert, Format (B × H): 138 mm x 226 mm, Gewicht: 299 g
Reihe: Edition Moderne Postmoderne
ISBN: 978-3-8376-8111-6
Verlag: Transcript Verlag
1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Der Mensch erscheint im Wettbewerb mit der künstlichen Intelligenz verkürzt als Gegensatz von Gehirn und Körper oder Programm und Materie. Doch die Zweiheit, die den Menschen bestimmt, muss komplexer beschrieben werden. Sie beruht auf einem Leib, der sich selbst empfindet, einer Existenz, die sich selbst entwirft, und auf Handlungen, die er in komplexen Zusammenhängen situiert. All dies ist zu uneindeutig, um in klaren Programmen erfasst zu werden und doch macht es den Menschen zum Menschen.
2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Bisher verglich sich der Mensch mit Gott und dem Tier, heute immer mehr mit der Maschine. Ihr gegenüber scheint er sogar ins Hintertreffen zu geraten. Anstatt auf den Sieg oder Untergang des Menschen im Wettbewerb mit der Maschine zu wetten, versuche ich Aspekte des Menschen zu beschreiben, die in diesem Wettkampf eher als Schwächen gelten würden, sich zuletzt aber als menschliche Grundmerkmale erweisen. So kann der Mensch vielleicht auf eine neue Weise zu sich selbst finden.
3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Wir müssen wieder lernen, Intelligenz nicht auf bloßes Problemlösen zu beschränken. Ohne das leibliche Empfinden, das intuitive Leben und das geschichtliche Handeln ist das menschliche Denken nur halb erfasst. Die menschliche Selbstbestimmung bewährt sich in Situationen der Ungewissheit. Um den Menschen zu verstehen, muss die Existenzphilosophie neu gedacht werden, damit sie die Ambivalenz des menschlichen Lebens aushalten kann, ohne sie durch vorschnelle Eindeutigkeiten zu verschleiern.
4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Ich würde es gerne mit Hannah Arendt diskutieren. Sie hat einst programmatisch einen selbstlosen Existentialismus gefordert, den ich im Buch auszuarbeiten versuche. Nun, da die künstliche Intelligenz den Raum unseres Handelns verändert, würde ich sie fragen, wie wir verhindern können, dass der Erscheinungsraum unserer Freiheit eingeschränkt wird und ob meine Beschreibung des Menschen uns neue Handlungsmöglichkeiten eröffnen kann.
5. Ihr Buch in einem Satz:
Menschen empfinden Ferne und Nähe, reflektieren ihr Leben im Ganzen, erzählen Fantastisches und schaffen Neues – die Maschine macht einfach weiter.




