Buch, Deutsch, 277 Seiten, PB, Format (B × H): 210 mm x 148 mm, Gewicht: 930 g
Praxis-Ratgeber zu den wichtigsten Ablehnungsgründen mit zahlreichen Antrags-Beispielfällen für tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
Buch, Deutsch, 277 Seiten, PB, Format (B × H): 210 mm x 148 mm, Gewicht: 930 g
ISBN: 978-3-931589-93-6
Verlag: Deutscher Psychologen Verlag
Jeder zehnte berichtspflichtige Kassenantrag wird nicht wie beantragt vom Gutachter befürwortet. Wer sich für eine sachliche Auseinandersetzung mit Gutachtern oder für das manchmal unvermeidliche Obergutachterverfahren wappnen möchte, erhält nun Hilfestellung. Die Autoren verdeutlichen die verschiedenen Fallstricke des Gutachterverfahrens und veranschaulichen die häufigsten Ablehnungsgründe anhand zahlreicher Praxisbeispiele.
Der Leser erfährt, wie das Verfassen von Antragsberichten einem Perspektivenwechsel und der Verbesserung der eigenen therapeutischen Arbeit dienen und zugleich Spaß machen kann.
Zielgruppe
Psychologen, Psychotherapeuten, psychologische Gutachter
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Was ist zu tun, wenn ein Psychotherapieantrag nicht im vollen Stundenumfang
bewilligt wurde, wenn die Gutachter Nachbesserungen fordern oder den Antrag
sogar gänzlich ablehnen? Dann stellen sich leicht Gefühle von Unzulänglichkeit,
Kränkung, Entwertung und Verärgerung ein und der Gutachter wird häufi g zur
Projektionsfläche für Gefühle von Ohnmacht und narzisstischer Wut.
Diese negativen Gefühle bringen uns nicht weiter. Wir können unsere Leser
an dieser Stelle nur damit trösten, dass wir diese Gefühle aus eigener Betroffenheit
kennen und sie als menschlich und natürlich ansehen. Letztendlich sind wir aber
gezwungen, zu einer vernünftigen Auseinandersetzung mit der Problematik zurückzufi
nden. Es geht um folgende wesentliche Anforderungen:
Wir müssen die Nachteile, die wir und unsere Patienten durch eine negative
Stellungnahme des Gutachters erleiden, möglichst rasch und vollständig beseitigen.
Wir müssen Vorkehrungen treff en, dass wir ein solches Problem möglichst nicht
mehr bekommen.
Wir müssen anerkennen, dass die Kritik des Gutachters auch als Anlass genommen
werden kann, gegebenenfalls eigene Wissenslücken durch Lektüre und
Weiterbildung aufzufüllen.
Um Sie, liebe Leserin, lieber Leser, für eine sachliche Auseinandersetzung mit
Gutachtern und für das manchmal unvermeidliche Obergutachterverfahren
zu wappnen, haben wir dieses Buch verfasst. Unser primäres Ziel ist es, Sie vor
den häufi gsten Fehlern beim Schreiben von Berichten zu bewahren. Das Buch
soll Ihnen prophylaktisch die verschiedenen Fallstricke des Gutachterverfahrens
verdeutlichen. Wenn aber das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist und der
Gutachter Ihren Bericht nicht bewilligt (bzw. genauer: die Kosten-Bewilligung
nicht befürwortet) hat, wollen wir Sie in doppelter Hinsicht unterstützen: Zum
einen wollen wir dazu beitragen, dass Sie die schmerzvolle Nichtbefürwortung
und Stellungnahme des Gutachters konstruktiv nutzen, um Ihre Diagnostik und
Th erapieplanung noch einmal selbstkritisch zu refl ektieren, zum anderen wollen
wir Sie zu einem möglichst zeitökonomischen und zielführenden Vorgehen anleiten,
damit Sie ohne weitere Umwege eine vollständige Bewilligung der von Ihnen
geplanten Therapie erwirken.
Wir geben Ihnen zunächst eine Übersicht über die häufi gsten Gründe, die zu
einer Ablehnung führen. Dabei basieren unsere Angaben im Wesentlichen auf die
Ergebnisse verschiedener Studien von Prof. Gerd Rudolf (siehe Kapitel II). Es folgen
Beispiele aus der Praxis, welche die aufgeführten Ablehnungsgründe konkret verdeutlichen.
Jedem abgelehnten Fall sind die erfolgreiche oder erfolglose Überarbeitung
bzw. der Widerspruch beigefügt, welche von den Psychotherapeuten vorgenommen
wurden und welche von uns ausführlich diskutiert beziehungsweise überarbeitet wurden.
Anhand dieser Praxisbeispiele veranschaulichen wir die Gründe, die zu der einen
oder der anderen Entscheidung geführt haben. So lassen sich die Anforderungen,
die der Bericht für eine erfolgreiche Bewilligung erfüllen muss, besser verstehen.
Zum Schluss geben wir Ihnen einen Leitfaden, wie Sie auf abgelehnte Berichte im
Obergutachterverfahren reagieren können, an die Hand.
Das Gutachterverfahren ist umstritten (siehe unter anderem Köhlke, 1999), gedacht
ist es aber im Sinne der Patienten, die hier auch vor falschen Behandlungen
geschützt werden sollen. Und das sollte auch das Anliegen eines jeden professionellen
Th erapeuten sein. Das Gutachterverfahren soll die Qualität der Behandlungen
schützen und prüfen, was natürlich wiederum keineswegs bedeutet, dass die besten
Th erapeuten auch die besten Berichte schreiben. Dass das Berichte-Schreiben keine
Qual und kein Prüfungsstress sein muss, sondern einem Perspektivenwechsel und
der Verbesserung der eigenen therapeutischen Arbeit dienen und auch noch Spaß
machen kann, das wollen wir hier gerne vermitteln.




