Antike Mythologie und moderne Metapher
Buch, Deutsch, 389 Seiten, Format (B × H): 128 mm x 203 mm, Gewicht: 450 g
ISBN: 978-3-518-58618-1
Verlag: Suhrkamp Verlag AG
Wurde Dionysos erst in der Moderne dionysisch? Dionysos, Sohn des Zeus, Gott der Ekstase, wurden viele Eigenschaften zugeschrieben. Aber nur eine unterscheidet ihn von allen anderen Göttern: sein plötzliches 'Erscheinen', jene mysteriöse Ereignishaftigkeit, die mit seinem Auftreten verbunden war und schon in den griechischen Texten thematisch wurde. Karl Heinz Bohrer begibt sich in seinem neuen Buch auf die Spuren dieser Eigenschaft des Dionysos und zeigt, wie sie sich sukzessive vom Mythos abgelöst hat und nach 1800 zum Signum der romantisch-modernen Literatur und Philosophie wurde.
Hölderlins dionysischer Augenblick, Nietzsches dionysische Ästhetik und die mythopoetische Metapher der modernen Lyrik bei Pound, T. S. Eliot, Rilke und Paul Valéry sind die wichtigsten Stationen, an denen das Dionysische des modernen Dionysos erkennbar wird: als Ausdrucksform des 'Ereignisses' und des 'Erscheinens', die zu zentralen Kategorien der zeitgenössischen Kunst- und Literaturtheorien werden. Die Diskussion der Theorie des 'Ereignisses' im Surrealismus sowie prominent bei Martin Heidegger und Jean-François Lyotard schließt diese fesselnde Studie zum dionysischen Diskurs der Moderne ab.
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Weitere Infos & Material
Wie dionysisch war, wie dionysisch wurde Dionysos
Poetische Erfindung im dionysischen Feuer: Hölderlin
Der dionysische Augenblick
Die poetologische Identifikation
»Das Heilige sei mein Wort«
Mythologie, Mythos, Metapher
Götterferne Mythologeme: Keats, Shelley, Kleist
Ästhetik des dionysischen Affekts: Nietzsche
Schrecken, Schein, Maske
Das »Wunder« des »aesthetischen Zuschauers«
Die neue Maske des Dionysos
Das Dionysische nach der Tragödie
Mythisch-Machen statt Mythos
Avantgarde mit dionysischen Wörtern: Pound, Eliot, Valéry
Das Ereignis dionysischer Wörter bei Pound
Eliots melancholische Aktualisierung der Mythologie
Valérys mythopoetische »Erregung«
Kanonisierung des Mythos bei Rainer Maria Rilke
Fazit: Neue Sichtweisen brauchen ästhetische Argumente
Epilog: Warum Ereignis?




