Broder / Maxeiner / Nicolay | Neugier.de | Loseblattwerk | www.sack.de

Loseblattwerk, Deutsch, 64 Seiten, GBSCHU, Format (B × H): 225 mm x 290 mm, Gewicht: 400 g

Broder / Maxeiner / Nicolay

Neugier.de

Neugierde, 1.10, Made in India, Indien, Deutschland, Die Achse des Guten
Erscheinungsjahr 2010
ISBN: 978-3-9813868-0-6
Verlag: stadt land fluss
FAQ zu Loseblattwerken (mit und ohne Fortsetzungsbezug)

Neugierde, 1.10, Made in India, Indien, Deutschland, Die Achse des Guten

Loseblattwerk, Deutsch, 64 Seiten, GBSCHU, Format (B × H): 225 mm x 290 mm, Gewicht: 400 g

ISBN: 978-3-9813868-0-6
Verlag: stadt land fluss


Neugier.de heißt eine neue Zeitung, hinter der kein großer Verlag steht, sondern ein Team von Autoren. „Wir haben diese Zeitung gegründet, weil uns die Gleichförmigkeit des Denkens in Deutschland auf die Nerven geht. Insbesondere die Vorstellung, dass die Zukunft besser sein könnte als die Gegenwart, kommt fast nicht mehr vor“ sagen die Autoren (darunter bekannte Namen wie Henryk Broder, Dirk Maxeiner und Vera Lengsfeld). Und dies sei der Grund, warum die Redaktion für die erste Ausgabe nach Indien gegangen sei. Die Redaktion stieg in einen Billigflieger, zog in eine Wohnung in der Stadt Pune und produzierte dort zusammen mit indischen Mitarbeitern die komplette erste Ausgabe. „Die Menschen dort werden von der Zuversicht angetrieben, ihr Leben zu verbessern. Sie sind optimistisch und dem Fortschritt zugewandt. Wir waren neugierig auf diese Weltsicht. Und wir haben den Perspektivwechsel für den Blick auf Deutschland genutzt.“ Das Ergebnis ist nicht nur unterhaltsam sondern auch spannend, weil mit so manchem deutsch-indischen Mythos aufgeräumt wird. Die nächste Ausgabe von Neugier.de wird in Reykjavik auf Island entstehen. www.neugier.de

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Weitere Infos & Material


Kommentare: 4 / Broders Ausflüge: 6 / Karriere in Indien: 8 / Morgenthau 2.0: 9 / Grüne Gentechnik: 16 / Homestory Pune: 17 / Heilige Kühe: 25 / Sauvik Chakraverti_ Interview: 28 / Indien ist überall: 29 / Marko Martin_ Essay: 30 / Indische Götter: 32 / Vera Lengsfeld_ 2 Grad Celsius: 33 / Soziales Design: 41 / Zwei Jahrhundert-Leben: 44 / Oliver Hartwich_ No Future, nein Danke: 46 / Wolf Lotter_ Wer spart, verliert: 48 / Deutsch-indische Befindlichkeit: 49 / Bollywoods Kinderstube: 51 / Henryk M. Broder_ Jugendkultur in Indien: 52 / Lexikon: 54 / Menschen mit Neugierde: 57 / Autoren: 62 / Impressum: 63


Konjunkturprogramm.Zehntausend Sozialhilfe-Empfänger, die sich natürlich freiwillig gemeldet haben, weil sie der sozialen Kälte der Bundesrepublik entfliehen möchten, werden nach Indien geflogen und bekommen eine Hütte in einem der Slums in Pune, die nicht ganz so schlimm sind wie in Mumbai oder Kalkutta. Deutsche TV-Teams fliegen mit, um täglich über das Schicksal der neuen Slumbewohner zu berichten. Ich wette, dass innerhalb von höchstens zwei Wochen das Jammern und Klagen über die soziale Kälte in der Bundesrepublik verstummen würde und dass die Sozialhilfeempfänger anfangen würden, Dankesbriefe und Blumen an Angela Merkel zu schicken. Als flankierende Maßnahme dazu müsste man hundertausend indische Slumbewohner in die Bundesrepublik holen, jedem tausend Euro Startkapital geben und sie in unseren „sozialen Brennpunkten“ ansiedeln. Mit dieser Anschubfinanzierung von nur hundert Millionen Euro würde man es den Indern ermöglichen, kleine Geschäfte und Werkstätten aufzumachen und so eine Binnennachfrage schaffen, die die Wirtschaft nachhaltig ankurbeln würde. Dann würde es nicht lange dauern, bis alle alleinerziehenden Mütter der Bundesrepublik sich nichts sehnlicher als einen indischen Mann wünschen würden.


Das größte Problem im Vorfeld der Entstehung von Neugier.de bestand darin, unseren Lebenspartnerinnen klarzumachen, dass vier Freunde einen Monat nach Indien in Klausur verschwinden. Die Unterstellungen reichten von Männerkränzchen bis Lustreise (Kamasutra!). Immerhin haben wir es auf einen Hochzeitsthron geschafft, auf den uns eine Heiratsgesellschaft zum Erinnerungsfoto bat. Von links nach rechts: Tim Maxeiner (24), Fotograf und Surfer, der vor allem ein Problem hatte: er ist viel zu groß für den Subkontinent; Dirk Maxeiner (57), Autor und Kolumnist für DIE WELT, der eine Woche brauchte, um seinen Laptop in das Tata-Netz einzuloggen; Henryk M. Broder (64), Spiegel-Autor und Enfant terrible der deutschen Medienlandschaft, bewies hellseherische Fähigkeiten beim Aufspüren guter Restaurants; Fabian Nicolay (43), Designer, wurde beim Verhandeln von Rikscha-Tarifen immer nach vorn geschickt und hat diese Zeitung zusammen mit Dirk Maxeiner konzipiert und gestaltet.



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