Brüntrup / Lütgemeier-Davin | Kurt Tucholsky als Briefschreiber | Buch | 978-3-95420-075-7 | www.sack.de

Buch, Deutsch, Band 15, 128 Seiten, Format (B × H): 148 mm x 210 mm, Gewicht: 280 g

Reihe: Schriften der Kurt Tucholsky-Gesellschaft

Brüntrup / Lütgemeier-Davin

Kurt Tucholsky als Briefschreiber

Beiträge einer Tagung der Kurt Tucholsky-Gesellschaft 2025
1. Auflage 2026
ISBN: 978-3-95420-075-7
Verlag: Verlag Ille & Riemer GbR

Beiträge einer Tagung der Kurt Tucholsky-Gesellschaft 2025

Buch, Deutsch, Band 15, 128 Seiten, Format (B × H): 148 mm x 210 mm, Gewicht: 280 g

Reihe: Schriften der Kurt Tucholsky-Gesellschaft

ISBN: 978-3-95420-075-7
Verlag: Verlag Ille & Riemer GbR


Kurt Tucholsky war nicht nur ein famoser sturmerprobter politischer Publizist, Journalist und Schriftsteller, ein erfahrener Rhetoriker, ein wortgewaltiger linker Aktivist, zuweilen ein Romancier mit romantischen, frivol-erotischen Anwandlungen, sondern eben auch ein passionierter Briefeschreiber, einer, der aber nicht ausnahmslos darauf bestand, dass persönliche, gar an einen Freund oder eine Geliebte gerichtete Briefe handschriftlich abzufassen seien. Für ihn war es durchaus erlaubt, sich einer Schreibmaschine zu bedienen, „um sein Herz auszuschütten", denn sie konnte ihm „so vertraut werden wie ein Federhalter".

Der hier vorliegende Tagungsband untersucht anhand ausgewählter Beispiele Facetten seiner Korrespondenz: Tucholsky als Verfasser von warmherzigen Liebesbriefen und als polternder wie verständnisvoller, in jedem Fall argumentationsstarker Korrespondenzpartner mit weltanschaulichen Kontrahenten.

Eine umfängliche Reflexion über das Briefeschreiber hat Tucholsky zwar nicht geliefert, aber Briefe gehören zu wichtigen Zeugnissen des Lebens und der literarischen Produktion Tucholskys. Sie nehmen einen beachtlichen Teil seines Werkes ein. In der Zeit seiner Emigration nach 1933 konzentrierte er sich erzwungenermaßen nahezu vollständig auf das Schreiben von Briefen, in einer Zeit, in der ihm jede Möglichkeit genommen wurde, in Deutschland zu publizieren, sich durch eigene Veröffentlichungen seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Es bliebe unvollkommen, geradezu ausgeschlossen, Tucholskys Biographie, seine Ideen, seine Gefühle, seine Bewertungen von Zeitereignissen und Persönlichkeiten ohne den Rückgriff auf seine Briefe zu erschließen und zu verstehen.

In manchen seiner Briefe erweist sich Tucholsky wie in einer Prosa als ein Schalk, als ironisierender Satiriker, als ein ausgeklügelt und gewitzt formulierender Publizist, als Mann, der sich mitunter selbst zu verballhornen verstand, der räsonieren, schimpfen, toben, verurteilen und mit einem Brustton der Überzeugung loben konnte.

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