Buch, Deutsch, 96 Seiten, Gebunden, Format (B × H): 145 mm x 205 mm
Buch, Deutsch, 96 Seiten, Gebunden, Format (B × H): 145 mm x 205 mm
ISBN: 978-3-69097-064-8
Verlag: Schoeffling + Co.
Lyrik und Bürokratie – was könnte einander ferner sein? Während die eine ganze Welten öffnet, indem sie das Mehrdeutige und das Dazwischen feiert, zwingt die andere das Leben in Kästchen. Von diesem paradoxen Ausgangs punkt schürfen die neuen Gedichte der gefeierten Lyrikerin Carolin Callies tief in den Ordnungsstrukturen der Gegenwart: Da wird ein Fuchs zum Vorgesetzten und kümmert sich nachts um die Akten, ein Formular will alles über unsere Laster erfahren und lässt dafür genau eine Zeile Platz, ein Zettelkasten verliert erst seine Buchstaben und dann seine Ordnung.
In fünf Kapiteln – Registratur, Formulare, Todesbescheinigungen, Protokolle, Schublade – durchdringt Callies die Ordnungen von Sprache und Körper, aber auch von Natur und Tod. So wuchert die Bürokratie wie Misteln über die Seiten. Komisch und sinnlich zugleich spielen sie mit den Formen der Verwaltung und lassen Lücken, die wir als Lesende selbst zu füllen haben.
Und es zeigt sich: Lyrik und Bürokratie verbindet so einiges. Beide ordnen Sprache und folgen Regeln, und beide wissen, dass diese Regeln brüchig sind: »immer gelten regeln, bis keine regeln mehr gelten«.




