In der süditalienischen Provinz ist das Leben einer Tochter aus gutem Haus von Anfang an vorbestimmt. Um sich dieser vorgefassten Zukunft zu entziehen, geht Clara nach London, wo sie reichen Menschen Italienischunterricht gibt und sich mit Online-Dating die Zeit vertreibt. Aber die Hochzeit ihrer wunderschönen Cousine Rossella, die die unzertrennliche Gefährtin ihrer Kindheit war und jetzt für Brautkleider modelt, holt sie zurück nach Caserta. So findet sich Clara genau in der Welt wieder, aus der sie geflüchtet ist: Beim Junggesellinnenabschied trifft sie ihre alten Schulfreundinnen wieder und in den folgenden Tagen auch Luca, den Bräutigam, mit dem sie früher eine geheime Freundschaft verbunden hat. Plötzlich jedoch verschwindet Rossella spurlos. Und Clara, die überzeugt ist, dass ihre Cousine etwas verschweigt, stößt in deren Tagebuch auf ein Geheimnis, das die strahlende Zukunft bedroht, welche Rossella stets verkörpert hat…
Olga Campofreda lüftet den Schleier, der über dem Doppelleben und den verborgenen Sehnsüchten der “anständigen” Mädchen liegt. Dem traditionellen süditalienischen Frauenbild setzt Campofreda dieGeschichte einer jungen Frau entgegen, die sich gegen schon abgenutzte Träume und Gewohnheiten auflehnt, um einen neuen, ganz eigenen Weg zu gehen, den sie Tag für Tag ganz bewusst erringen muss.
Campofreda, Olga
Olga Campofreda wurde 1987 in Caserta geboren und lebt in London, wo sie am Institut für Italian Studies des University College über Bildungsromane, Gegen- und Jugendkulturen forscht und mit dem Italienischen Kulturinstitut zusammenarbeitet. Parallel trainiert sie die englische Under 20-Nationalmannschaft im Fechten. Ihren Erstlingsroman "La confraternita di Elvis" (ARPANet) veröffentlichte sie 2009; ihre Erzählungen sind in Zeitschriften und Literaturblogs erschienen. Zu ihren jüngsten Veröffentlichungen gehören "A San Francisco con Lawrence Ferlinghetti" (Giulio Perrone Editore 2019) und der Essay über Pier Vittorio Tondelli "Dalla generazione all’individuo" (Mimesis 2020). Sie ist Co-Autorin des Podcasts "The Italian Files" und gibt zusammen mit Eloisa Morra Elettra eine anthologische Reihe über die Beziehung zwischen Vätern und Töchtern (effequ) heraus.
Koskull, Verena von
Verena von Koskull, Jahrgang 1970, studierte Italienisch und Englisch für Übersetzer sowie Kunstgeschichte in Berlin und Bologna.
Nach dem Diplom an der Berliner Humboldt-Universität 1997 übernahm sie die Abteilung Rechte und Lizenzen des italienischen Verlages Fazi Editore in Rom.
Von 2000 bis 2002 arbeitete sie beim Berliner Alexander Fest Verlag im Sachbuchlektorat und in der Presseabteilung sowie als Assistentin des Verlegers.
Seit dem Jahr 2002 ist sie als Literaturübersetzerin selbstständig und übersetzt außerdem für die Wochenzeitung DIE ZEIT.
Bis Ende 2019 arbeitete sie nebenberuflich als Köchin in dem Berliner Restaurant Schädels.
Im Jahr 2020 erhielt sie für ihre Übersetzung des Romans Die katholische Schule von Edoardo Albinati den Deutsch-italienischen Übersetzerpreis.
Für das Frühjahr 2022 wurde sie von der Casa di Goethe in Rom als Stipendiatin ausgewählt, mit der Übersetzung des Romans La città dei vivi von Nicola Lagioia.
Sie lebt mit ihrer Familie in der Brandenburger Ostprignitz am Ruppiner See.