Buch, Deutsch, 95 Seiten, Gebunden
Reihe: Essenzen
Visionen des Realen
Buch, Deutsch, 95 Seiten, Gebunden
Reihe: Essenzen
ISBN: 978-3-7965-5619-7
Verlag: Schwabe Verlag
'Einst warf das Meer Venus aus, heut gebiert das Trottoir Gestalten.' Kaum etwas unterstreicht Kurt Hinrichsens Faszination für die Frau und urbane Lebenswelten besser als dieses Zitat aus einem Brief an seine Eltern. Seine Werke spiegeln die Orientierung an grossen Epochen des Mythos und der Malerei wider. Zugleich zeugen sie von seinem Willen, ein Mensch seiner Zeit zu sein und zu malen,was er sieht.
Der 1901 als Sohn eines Psychiaterpaars geborene und in Basel aufgewachsene Hinrichsen siedelte 1925 nach Paris über, um seinen Traum von einer Künstlerlaufbahn zu verwirklichen. Formal puristische Tendenzen und die Verdrängung narrativer Inhalte beurteilte Hinrichsen als fatale Verarmung der Malerei. Selbstbewusst hielt er stattdessen an lebensweltlichen Themen fest. Vor prominenten, grossstädtischen Kulissen lässt er schrille, oft satirisch überzeichnete Figuren agieren und erfindet pointierte Szenen des mondänen Gesellschaftslebens. Während seine Stillleben, Landschaften und Porträts vergleichsweise traditionsgebunden sind, darf seinen Figurenbildern singuläre Qualität zugesprochen werden. Stimmungsmässig grell grundiert, bietet seine Malerei in ihrer Virtuosität und mit all ihren thematischen Kapriolen und Bocksgesängen ein grosses Schauvergnügen.
Abgerundet wird der Band durch das Erzählfragment 'Hendrik, der Maler' von Friedrich Glauser, einem der ersten und zugleich bedeutendsten deutschsprachigen Krimiautoren. Der Text geht auf Glausers Begegnung mit Kurt Hinrichsen 1932 in Paris zurück.




