Ciulla / Romano | Kosovo | Buch | 978-3-88975-203-1 | www.sack.de

Buch, Deutsch, 228 Seiten, PB, Format (B × H): 130 mm x 210 mm, Gewicht: 180 g

Ciulla / Romano

Kosovo

Die UNO als Geisel der Mafia und der USA
1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-88975-203-1
Verlag: Zambon Verlag & Vertrieb

Die UNO als Geisel der Mafia und der USA

Buch, Deutsch, 228 Seiten, PB, Format (B × H): 130 mm x 210 mm, Gewicht: 180 g

ISBN: 978-3-88975-203-1
Verlag: Zambon Verlag & Vertrieb


Giuseppe Ciulla und Vittorio Romano beschreiben unbefangen das Land, wie sie es vorfinden. Ihre Unbefangenheit mag sie auch zu einer manchmal etwas naiven Sichtweise führen, deren Ursprung sicher in der einseitigen Beeinflussung durch die italienischen Medien liegt, die vollkommen einseitig als Hofberichterstatter der NATO arbeiten. Z. B. unterstellen Ciulla und Ramano Miloševic, dass er Kosovaren vertrieb. Albaner wollten nur vor dem NATO Bombenteppich flüchten, manche nach Süden (Albanien) andere gingen dagegen nach Norden (Serbien) und stellten sich somit unter Miloševics Schutz, da sie als Flüchtlinge einfach den kürzesten Weg zur Rettung suchten, wie es üblicherweise Menschen auf der Flucht machen.
Alle Interviewten haben ihre persönliche Sichtweise, oft um ihre Interessen zu verteidigen. Wir meinen, dass besonders jene Einschätzungen der historischen Wahrheit am Nächsten kommen, die selbstkritisch und ohne eigenes Interesse die Widersprüche und Konflikte im Interview darstellen. Z. B. tun dies die italienischen Funktionäre, die selbstkritisch feststellen, dass sie sich im Kosovo wohl „am falschen Ort“ befinden.
Giuseppe Ciulla und Vittorio Romano gelingt es auf diese Art und Weise einen differenzierten Blick auf einen Kosovo zu werfen, den man wie Hannes Hofbauer durchaus so beschreiben kann:

Der Kosovo erinnert eher an ein Bild nach dem 30jährigen Krieg denn an eine europäische Region zu Beginn des 21. Jahrhunderts.

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INHALT

Danksagungen
Vorwort
Einleitung
Erster Teil

Prolog: „Wir haben die Falschen bombardiert“
„Do you know Lamborghini?“
„Kampfbereit“
Besser mit Tito
27. April 1999
„Wir sind auf dem Balkan, Baby“

Zweiter Teil

Der Fall Medicus
Das Horrorhaus
Der Henker im Parlament
Llapi group
Die heiße Kartoffel
Der Fall Lushtaku und der OSZE-Bericht
Antworten
Das geheime Verzeichnis
Die Schook-Methode
Die Entwicklungen im Fall Lushtaku
„Lushtaku ist ein Terrorist“
Der von der UNO gedeckte Auftragskiller
Exemplarische Bestrafung
Der Gebirgskodex
Ihr werdet binnen eines Jahres sterben
Das Archiv der Geheimnisse
Frieden oder Gerechtigkeit
Der Premier zittert
Der Schatten der Geheimdienste

Dritter Teil

Mitrovica: Steine, Unrat, Blut
AK47: Das Gesetz der Kalaschnikow
Sofortiger Einsatz
Tötet die Väter!
Armee mit klaren Vorstellungen gesucht

Schlussbetrachtungen

Die jüngste Geschichte Kosovos

Nachwort


Für die Ethnisierung sozialer und ökonomischer Probleme traten seit 1989 in allen Teilrepubliken und Regionen verstärkt nationalistisch argumentierende Protagonisten auf. Zur Katastrophe dynamisiert hat sich dieses Phänomen allerdings erst durch die Einmischung des Westens.
Nach dem Sturz von Slobodan Milosevic sind nun alle Republiken des ehemaligen Jugoslawien zum Tummelplatz ausländischer Militärs, Politiker und NGO-Vertreter geworden. Den geopolitischen Interessen der USA stehen die wirtschaftlichen Begierden des deutsch geführten EU-Europa gegenüber.
Hannes Hofbauer
Diesem Urteil von Hannes Hofbauer schließen wir uns als Verlag an. Wir verlegen dieses Buch als Zeugnis über das Leben im heutigen Kosovo. Im Vielvölkerstaat Jugoslawien lebten die unterschiedlichen Ethnien meist friedlich mit- und auch nebeneinander. Natürlich machte ein Serbe seine groben Scherze über einen Albaner und umgekehrt sowie ein Bayer über einen Preußen. Ein Kroate reiste ohne Probleme nach Montenegro, ein Bosnier nach Novisad. Ich fuhr von Ljubljana über Zagreb, Belgrad, Skopje nach Griechenland. Ich arbeitete für eine US-amerikanische Firma in Zagreb, Belgrad, Dubrovnik und Sarajewo. Wir planten die Winterolympiade in Sarajewo. Wir arbeiteten friedlich mit Kroaten, Slowenen, Kosovaren, Serben etc. Und alle waren voller Stolz, dass ihr Land, dass Jugoslawien in Sarajewo die Winterolympiade durchführen konnte. Es gab keinen Hass, keine Gehässigkeit. Ein derber Scherz eines katholischen Kroaten über einen Moslem in Sarajewo, ja oder umgekehrt ein Flachs eines Bosniers über einen serbischen Popen. Aber Krieg, Völkermord, wer hätte jemals auf diesen Gedanken kommen können.
Die Mörder sitzen in Washington, in Bonn (damals), im sogenannten demokratischen Westen. Dort werden die Menschenrechte ja ständig (miss)geachtet. Im Namen dieser Rechte führen sie Kriege, zetteln sogenannte ethnische „Säuberungen“ an, legen sie Feuer zwischen Menschen und Völkern, die friedlich zusammen und miteinander lebten. Das hat eine lange Tradition und Geschichte. Aktuelle Beispiele sind Syrien, Libyen, der Sudan und verschiedene afrikanische Länder, historische z. B. Guatemala, Laos, Kampuchea, Vietnam. In Guantánamo werden Menschen ohne Gerichtsverfahren festgehalten. Mit Drohnen werden angebliche Terroristen in Pakistan, Jemen etc. ohne Rücksicht auf Zivilisten verfolgt und ermordet. Kein Prozess, nur „kurzer“ Prozess mit den bekannt „Kollateralschäden“. Auch so ein Unwort, das Mord (erschossen auf der Flucht nannten das die Faschisten) auf ein technisches Problem reduziert.
Wir teilen nicht alle Aussagen des hier vorliegenden Buches. Wer gegen wen da gemordet hat, ist schrecklich. Und ob unter Tito Jugoslawien ein Paradies war, sei dahingestellt. Aber wo gibt es ein Paradies. In den USA? Mit Sicherheit nicht. Das Buch beschreibt wie die kosovarische Mafia und ihre Hintermänner die Gesellschaft zerrüttet, zu einem Paradies der Drogenhändler, der Prostitution und der Korruption gemacht haben. Es zeigt, wie die NATO und all diese seltsamen UNO Kampftruppen ein Schlachtfeld aus dem Kosovo machten.
Das hier vorliegende Buch ist ein ehrliches Zeugnis zweier italienische Journalisten, die die im Kosovo stationierten italienischen Soldaten, Beamten und Fachleute interviewten:

Fragen und Antworten sind im Kosovo allen klar. Sie finden sich in den Beziehungen zwischen der örtlichen politischen Macht und den Funktionären der Vereinten Nationen, die das Land zusammen bis zum Eintritt der europäischen Mission regiert haben. Sie finden sich in der Trägheit der KFOR-Streitkräfte, die in zweitrangige Aufgaben verwickelt und verpflichtet sind, das Gesicht von Verbrechen abzuwenden, die jeden Tag in diesem Teil des Balkans begangen werden.
…. Die Spuren führen uns zu seiner Nähe zum gegenwärtigen Premierminister Hashim Thaçi. Aber es gibt noch mehr. Alles ist in einem vertraulichen OSZE-Bericht erhalten, der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, die sich in Kosovo im Interesse der Mitgliedstaaten um den „Aufbau der Demokratie, der Institutionen und des Rechtsstaats“ sowie anderer liebreizender Dinge kümmert. Der Bericht ist eine richtiggehende Anklageschrift gegen ein System. Sami Lushtaku wird als „Kommandant der Kosovo Liberation Army [die UÇK, Anm. d. Verf.], in zahlreiche kriminelle Handlungen verwickelte Person und dem Präsidenten der PDK Thaçi nahestehend“ bezeichnet. Der Bericht zeichnet die Tatsachen und die von dem internationalen Staatsanwalt Marcello Maresca infolge der Drohungen gegen Richter Gërdovci durchgeführten Ermittlungen nach. In einem Abschnitt heißt es: „Das Telefon von Herrn Lushtaku wurde abgehört. Den Abhörprotokollen zufolge hat er selbst den Angriff auf den Richter bestätigt, während er mit einer anderen Person sprach. Außerdem hat Maresca selbst hinzugefügt, dass Lushtaku von den Abhörungen und von den Ermittlungen gegen ihn wusste“.
Giuseppe Ciulla und Vittorio Romano beschreiben unbefangen das Land, wie sie es vorfinden. Ihre Unbefangenheit mag sie auch zu einer manchmal etwas naiven Sichtweise führen, deren Ursprung sicher in der einseitigen Beeinflussung durch die italienischen Medien liegt, die vollkommen einseitig als Hofberichterstatter der NATO arbeiten. Z. B. unterstellen Ciulla und Ramano Miloševic, dass er Kosovaren vertrieb. Albaner wollten nur vor dem NATO Bombenteppich flüchten, manche nach Süden (Albanien) andere gingen dagegen nach Norden (Serbien) und stellten sich somit unter Miloševics Schutz, da sie als Flüchtlinge einfach den kürzesten Weg zur Rettung suchten, wie es üblicherweise Menschen auf der Flucht machen.
Alle Interviewten haben ihre persönliche Sichtweise, oft um ihre Interessen zu verteidigen. Wir meinen, dass besonders jene Einschätzungen der historischen Wahrheit am Nächsten kommen, die selbstkritisch und ohne eigenes Interesse die Widersprüche und Konflikte im Interview darstellen. Z. B. tun dies die italienischen Funktionäre, die selbstkritisch feststellen, dass sie sich im Kosovo wohl „am falschen Ort“ befinden.
Giuseppe Ciulla und Vittorio Romano gelingt es auf diese Art und Weise einen differenzierten Blick auf einen Kosovo zu werfen, den man wie Hannes Hofbauer durchaus so beschreiben kann:

Der Kosovo erinnert eher an ein Bild nach dem 30jährigen Krieg denn an eine europäische Region zu Beginn des 21. Jahrhunderts.

Ronald Koch für den Verlag



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