Dubro, Lukas
Lukas Dubro startete das Kapsel-Projekt im Jahr 2017 mit der ersten Ausgabe des Magazins. Am besten ist er gerade in Montreuil zu erreichen, wo er nicht mehr nur intensiv Chinesisch lernt.
Imbach, Jessica
Jessica Imbach ist seit 2024 Juniorprofessorin an der Universität Freiburg. Von 2017 bis 2024 war sie als Postdoktorandin für Chinastudien an der Universität Zürich tätig. In Forschung und Lehre beschäftigt sie sich mit moderner und zeitgenössischer chinesischer Literatur, Erzähltheorie, digitalen Medien, Wissenschafts- und Technologiestudien sowie den Umweltgeisteswissenschaften. Als wissenschaftliche Leiterin des vom Europäischen Forschungsrat geförderten Projekts SINOFANTASY untersucht sie chinesische Fantasy- und Science-Fiction-Literatur als Spiegel gesellschaftlicher Transformationen seit den 1990er-Jahren. Für ihre Dissertation »Not Afraid of Ghosts: Stories of the Spectral in Modern Chinese Fiction« wurde sie 2018 mit dem Dissertationspreis der Universität Zürich ausgezeichnet. 2023 erhielt sie den FAN Early Career Research Award in der Kategorie Geistes- und Sozialwissenschaften. Im Jahr 2025 wurde ihr ein Margarete-von-Wrangell-Stipendium für eine dreijährige Postdoktorandenstelle an ihrem Institut zugesprochen.
Verso, Francesco
Francesco Verso (Bologna, 1973) ist ein mehrfach ausgezeichneter Science-Fiction-Autor und -Herausgeber. Er veröffentlichte zahl reiche Romane und Kurzgeschichten. Seit 2014 arbeitet er als Herausgeber von Future Fiction, einem multikulturellen Projekt, das die beste Science-Fiction in Übersetzung aus 15 Sprachen und mehr als 40 Ländern sucht und veröffentlicht – mit Autoren wie Ian McDonald, Ken Liu, Liu Cixin, Chen Qiufan, Olivier Paquet, Vandana Singh, Lavie Tidhar und anderen. Seit 2019 ist er Ehrendirektor der Fishing Fortress Science Fiction Academy in Chongqing, wo er einen Workshop für Kreatives Schreiben ins Leben rief. Er lebt in Rom.
Cixing, Liu
Liu Cixin ??? ist der bekannteste chinesische Science-Fiction-Autor. Er hat lange als Ingenieur in einem Kraftwerk gearbeitet, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Seine Romane und Erzählungen wurden bereits neun Mal mit dem Galaxy Award prämiert. Liu Cixins Roman »Die drei Sonnen« wurde 2015 als erster chinesischer Roman überhaupt mit dem Hugo Award ausgezeichnet – dem bedeutendsten Preis des Science-Fiction-Genres – und wird international als ein Meilenstein der Science-Fiction gefeiert; Liu Cixin war der erste Autor aus Asien, der den Preis erhielt. Mit den beiden Folgebänden »Der dunkle Wald« und »Jenseits der Zeit« wurde die Trisolaris-Trilogie als TV-Serie mit dem Titel »3 Body Problem« von Netflix verfilmt.
Wanqing, Yang
Yang Wanqing ??? wurde 1983 in Harbin geboren. Er studierte Wirtschaft und lebt mittlerweile in Kunming. Seine Geschichten wurden mehrfach ausgezeichnet, »Der Rückkehrer« mit einem der wichtigsten chinesischen Science-Fiction-Preise, dem Galaxy Award. Zu seinen Lieblingsthemen zählen Erinnerung und Amnesie, oder wie er selbst sagt: »Die Ohnmacht und Widerstandsfähigkeit des Menschen in den Fluten der Geschichte«. Seine Erzählungen erschienen unter anderem in der US-amerikanischen Science-Fiction-Zeitschrift »Clarkesworld«. Yang Wanqing ist bislang in Deutschland unveröffentlicht.
Shen, Chong
Chong Shen ?? ist seit Beginn des Kapsel-Projekts Teil der Redaktion und arbeitet an jeder Übersetzung mit. Er promovierte in Germanistik an der Freien Universität Berlin. Derzeit lehrt und forscht an der Deutschabteilung der Fudan-Universität in Shanghai.
Winkler, Konrad B.
Konrad B. Winkler arbeitet seit der dritten Ausgabe an den Übersetzungen mit und liest die Kapsel-Hefte Korrektur. Er hat Sinologie und Kunstgeschichte in Hamburg und Taipei studiert. Als King Konane produziert er stimmungsvolle Soundscapes – nachzuhören u. a. auf dem Album »place without darkness«.
Song, Han
Han Song ??, geboren 1965, gilt als einer der besten Science-Fiction-Autoren Chinas. Er hat die Romane »Let’s Go Look for Aliens« über UFO-Sucher in China und »Manmade Man« über Klontechnologie geschrieben. Zu seinen wichtigsten Werken zählen außerdem »2066: Mars Over America«, »Red Ocean«, »Subway«, »High-Speed Rail«, »Tracks« und die »Hospital«-Trilogie. Er wurde mehrfach mit dem Galaxy Award ausgezeichnet, Chinas höchstdotiertem Science-Fiction-Preis, und wird von vielen jüngeren Schriftsteller:innen als Vorbild genannt. Neben seiner literarischen Arbeit ist er für die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua tätig. Bei der Lektüre seiner Werke wird deutlich, dass die Science-Fiction ein »leicht verzerrter Spiegel ist, in dem sich die moderne chinesische Gesellschaft widerspiegelt« (Paper Republic).
Wenker, Marius
Marius Wenker verantwortet seit Beginn die Gestaltung des Kapsel-Projekts. Vor Kapsel gaben Lukas Dubro und er das Fanzine Cartouche heraus. Er studierte an der Kunsthochschule Weißensee in Berlin und der Faculdade de Belas-Artes in Lissabon.
Meyer zu Venne, Felix
Felix Meyer zu Venne ??? stieß kurz nach der ersten Ausgabe zu Kapsel dazu und hält seitdem nicht nur den Kontakt nach China, sondern sucht – inzwischen als Mitherausgeber – die Geschichten aus und übersetzt sie. In Berlin unterrichtet er Chinesisch und forscht an der HU Berlin zu chinesischem Theater.
Jia, Xia
Hinter dem Pseudonym Xia Jia ??, geboren 1984, verbirgt sich Wang Yao, die nicht nur Science-Fiction schreibt, sondern auch zu ihr forscht, übersetzt, Drehbücher verfasst und Kreatives Schreiben unterrichtet. Xia Jia ist die erste chinesische promovierte Wissenschaftlerin mit einer Spezialisierung auf Science-Fiction. Sie lehrt als Professorin an der Jiaotong University in Xi’an chinesische Literatur und war Gastdozentin an der University of California. Ihre Kurzgeschichte »In den Wolken« wurde zweisprachig in der zweiten Kapsel-Ausgabe veröffentlicht. Weitere ihrer Geschichten erschienen auf Deutsch im Band »Quantenträume« und »Zerbrochene Sterne« bei Heyne. In ihren Geschichten verbindet sie Science-Fiction mit Fantasy, Mythen und Legenden zu einer genreüberschreitenden Mischung, in der der SF-Charakter durch die Vielzahl nicht-wissenschaftlicher Elemente weitgehend verwischt wird – ein Ansatz, der als »Porridge Science Fiction« bezeichnet wird. Für sieben ihrer Erzählungen gewann sie den Galaxy-Award, Chinas bedeutendsten Science-Fiction-Award.
Wang, Regina Kanyu
Regina Kanyu Wang ???, geboren 1990, ist eine der engagiertesten Vertreterinnen der chinesischen Science-Fiction: Sie schreibt, gibt Anthologien heraus, gründete ihren eigenen Fanclub, reist um die Welt zu Conventions und promovierte zu Frauen in der Science-Fiction. Sie gab die Anthologie »The Way Spring Arrives and Other Stories« mit Texten von weiblichen und nonbinären Autor:innen aus China (Tordotcom, 2022) heraus. Auf Deutsch erschien die Geschichte »Das verlorene Paradies« in der Anthologie »Sechs Geschichten von heute über morgen« und in der 6. Kapsel-Ausgabe ihre Geschichte »Zhurong auf dem Mars«, mit Illustrationen und Begleittexten. Mit der letztgenannten Erzählung war sie in der Kategorie »Beste Kurzgeschichte« für den bedeutendsten Science-Fiction-Preis nominiert, den Hugo Award.
Betz, Karin
Karin Betz, geboren 1968, übersetzt chinesische und englische Literatur, ist Herausgeberin, Moderatorin, Dozentin und DJ. Zu den von ihr übersetzten Autoren gehören Mo Yan, Liao Yiwu und Liu Cixin. Für ihre Übersetzungen wurde sie vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Helmut-M.-Braem-Übersetzerpreis 2024 und dem 17. Special Book Award of China (2024).
Shi, Gu
Gu Shi ??, geboren 1985, ist Autorin spekulativer Fiktion und leitende Stadtplanerin in Peking. Seit 2012 arbeitet sie als Wissenschaftlerin an der Chinesischen Akademie für Stadtplanung und Design in Shanghai. Ihre Kurzgeschichten wurden mit den chinesischen Literaturpreisen Galaxy und Nebula ausgezeichnet und erschienen u. a. im größten Science-Fiction-Magazin Chinas, der »Science Fiction World«. Ihr erster Erzählband »Möbius Continuum« wurde in China 2020 veröffentlicht. Ihre Geschichte »Eine Einführung zu Ouvertüre 2181, zweite Auflage« war 2024 für den Hugo-Award nominiert, einen der wichtigsten Preise für Science-Fiction-Literatur. Gu Shis Geschichten werden ins Englische, Italienische, Deutsche, Spanische, Japanische, Koreanische, Russische und andere Sprachen übersetzt. Ihre Geschichte »Möbius Raumzeit« erschien im Band »Quantenträume« (Heyne). Ihre Geschichte »Jade beschaffen« ist Teil der englischsprachigen Anthologie »The Way Spring Arrives and other Stories« (Macmillan), hg. von Regina Kanyu Wang und Emily Jin. Bei Maro erschien 2025 ein Band mit vier Geschichten der Autorin: »Im Ozean ein Mutterschiff«, in der auch »Eine Einführung zu Ouvertüre 2181« enthalten ist.
Qiufan, Chen
Chen Qiufan ???, geboren 1981 in Shantou, ist ein vielfach preisgekrönter chinesischer Science-Fiction-Autor, Übersetzer, Kurator und Jury-Mitglied bei zahlreichen SF-Wettbewerben. Er ist stellvertretender Vorsitzender des Science-Fiction-Literaturausschusses des chinesischen Schriftstellerverbands sowie Vorstandsmitglied der China Science Writers Association, Vorstandsmitglied des Schriftstellerverbands der Provinz Guangdong sowie Vorsitzender dessen Science-Fiction-Literaturausschusses. Zu seinen Werken zählen der Roman »Die Siliziuminsel« (Heyne) und der Erzählband »KI 2041. Zehn Zukunftsvisionen« (Campus), den er gemeinsam mit dem KI-Pionier Kai-Fu Lee geschrieben hat. Chen verfasst, neben Kurz- und Langprosa für Erwachsene, auch Science-Fiction-Romane für Kinder. Er erforscht, schreibt und referiert über den Einsatz von Künstlicher Intelligenz und AIGC in kreativen Prozessen. Als Assistenzprofessor lehrt er kreatives Schreiben an der School of Arts and Social Sciences der Hong Kong Metropolitan University. In der Kapsel-Anthologie »Sechs Geschichte von heute über morgen« wurde seine Kurzgeschichte »Die Blume von Shazui« veröffentlicht.
Hermann, Marc
Marc Hermann, geboren 1970, studierte Sinologie und promovierte über Ideologie- und Moralkritik im Werk von Zhang Ailing. Heute lebt er als Übersetzer aus dem Chinesischen und Dozent in Bonn. Zu den von ihm übersetzten Autoren zählen Wang Jinkang und Liu Cixin. An der Universität Bonn leitet er Seminare zu moderner und zeitgenössischer chinesischer Literatur und gibt Übersetzungsworkshops für Literarisches Übersetzen aus dem Chinesischen.
Baoshu
Baoshu ??, 1980 geboren, studierte Philosophie in Peking und Leuven, Belgien. Er veröffentlichte bereits SF-Kurzgeschichte und -Romane für Kinder und Erwachsene und fungierte als Herausgeber von SF-Anthologien. Seine Werke wurden in über zehn Sprachen übersetzt, darunter Englisch, Japanisch, Italienisch und Deutsch, und erhielten zahlreiche Auszeichnungen, so bereits mehrfach den Nebula und den Galaxy Award. Mit seinem Roman »Botschafter der Sterne« (Heyne), der von Liu Cixin persönlich autorisierten Fortsetzung der »Trisolaris«-Saga, gelang Baoshu der internationale Durchbruch. 2024 erhielt er beim Literaturfestival Another Light in Madrid den Sheridan-Le-Fanu-Preis für Phantastikliteratur. Zudem war er Finalist für den Hugo Award 2024 in der Kategorie »Beste Kurzgeschichte«. Baoshu mag an Science-Fiction, dass in ihr Wissenschaft, Politik und Philosophie kollidieren und Wurmlöcher zu anderen Welten geöffnet werden. Sein Schreiben sieht er als Weg, die Verbindung zu diesen Welten aufrechtzuerhalten. Für die Kapsel-Ausgabe »Träume« (Heft 4) schrieb er eine Utopie zum Titelthema.