Buch, Deutsch, 301 Seiten, ENGLBR, Format (B × H): 141 mm x 221 mm, Gewicht: 520 g
Buch, Deutsch, 301 Seiten, ENGLBR, Format (B × H): 141 mm x 221 mm, Gewicht: 520 g
ISBN: 978-3-7725-2778-4
Verlag: Freies Geistesleben GmbH
Wie weit kann man gehen, um die eigene Familie zusammenzuhalten? Laurence, 15 Jahre alt, geht jedenfalls ziemlich weit und manövriert sich dabei in eine Reihe grotesk-komischer
Situationen – nicht zuletzt, weil sein kleiner Bruder fest davon überzeugt ist, ein bissiger Hund zu sein …
Laurence Roach wünscht sich eigentlich nur ein normales Leben, doch das ist schwer, wenn die Mutter eine depressive Alkoholikerin ist. Als sie eines Abends nicht mehr nach Hause
kommt, erzählt er niemandem davon – aus Angst, er und sein Bruder Jay müssten sonst in Pflegefamilien. Er täuscht vor, seine Mutter sei noch da, zieht sich ihre Kleider an und verstrickt
sich immer mehr in ein Netz aus Lügen. Abend für Abend schleicht er zudem in die Telefonzelle und gibt sich in der Live-Sendung des lokalen Radiosenders für seinen verstorbenen
Vater aus, um seinen geheimen Traum zu verwirklichen. Nach zwei Wochen, in denen sich die beiden Brüder mit einem Minimum an Geld und Essen durchschlagen, entdeckt Laurence endlich eine Spur
von seiner Mutter. Aber jetzt fangen die Schwierigkeiten erst richtig an …
Weitere Infos & Material
Ich nehme den schweren Hörer und prüfe, ob niemand die Hörmuschel
mit Kaugummi verklebt oder ins Mikro gespuckt hat, bevor
ich eine von Mums geklauten Telefonkarten raushole und den Code
eingebe. Die Telefonnummer kann ich auswendig. Ich wähle und
lausche dem Rauschen in meinen Ohren, während ich warte, dass
jemand drangeht.
Die Glaswände der Telefonzelle sind flächendeckend mit Graffiti besprüht,
aber durch die Lücken kann ich die Fenster unserer Wohnung
sehen. Wenn Mum aus dem Fenster schauen würde, könnte sie mich
entdecken. Doch das tut sie nicht. Sie denkt, ich wäre in meinem
Zimmer. Sie rührt sich erst wieder, wenn ihr der Alkohol ausgeht, und
dann bin ich längst wieder da. Es sei denn, Jay würde wach … aber
darüber kann ich jetzt gerade nicht nachdenken.
Eine fröhliche Frauenstimme begrüßt mich – und ich bin auf
Sendung.




