Buch, Deutsch, Band 3, 498 Seiten, Format (B × H): 155 mm x 230 mm, Gewicht: 500 g
Reihe: Paratext-Studien
Buch, Deutsch, Band 3, 498 Seiten, Format (B × H): 155 mm x 230 mm, Gewicht: 500 g
Reihe: Paratext-Studien
ISBN: 978-3-11-914694-4
Verlag: De Gruyter
Für Gérard Genette ist der Paratext „zwischen Text und Nicht-Text nicht bloß eine Zone des Übergangs, sondern der Transaktion“. Er motiviert oder demotiviert als „Schwelle“ den Zugang zum Text, etwa wenn ein lockender Hinweis (Bestseller!) zum Eintritt einlädt oder die Information darüber, dass sich noch niemand für den Text interessiert hat (Zero Downloads, Zero Likes, H-Index Null), von der Lektüre abschreckt.
Paratexte, so die zentrale These des Bandes, machen eine aus. Denn genau an diesem Ort ändert sich etwas allein dadurch, dass auf die große oder geringe Beachtung einer Sache hingewiesen wird. Die Popularität entscheidet hier über die große oder geringe Wahrscheinlichkeit dafür, ob ein Beitrag schnell Resonanz findet und zur Weiterentwicklung der Disziplin, des Genres oder der Debatte beiträgt – oder ob ein Beitrag, ein Werk zwar gedruckt, aber nicht gelesen wird, nicht zitiert wird und so zunächst auch ohne Folgen bleibt.
Von der Literaturkritik könnte gerade ein Werk, das wenig öffentliche Resonanz gefunden hat, gefeiert werden; es könnte Preise erringen, die von Expert:innen, Kritiker:innen und Wissenschaftler:innen verliehen werden, und all dies aus Gründen – und nicht mit dem Hinweis auf die große Beachtung beim Publikum. Dies verhält sich bei Werken, die den Aufkleber „Spiegel-Bestseller“ oder „Oprah’s Book Club“ auf dem Umschlag tragen, genau umgekehrt: Es sind offensichtlich viele, die das Buch beachten, und dieser Umstand kann zu der Behauptung führen, dass das Werk deshalb wohl auch ganz gut sein müsse. Paratexte tragen so zu einer Transformation des Populären bei: Was von vielen Beachtung findet, erhält dadurch einen eigenen Rang (in einem Ranking) und Ansprüche auf Legitimität und Güte.




