Buch, Deutsch, Band 1, 210 Seiten, Format (B × H): 148 mm x 225 mm, Gewicht: 341 g
Dynamiken und Risikofaktoren in der evangelischen Kirche
Buch, Deutsch, Band 1, 210 Seiten, Format (B × H): 148 mm x 225 mm, Gewicht: 341 g
Reihe: Theologische Religionsforschung
ISBN: 978-3-8376-8342-4
Verlag: Transcript Verlag
1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Kaum ein Thema ist derzeit so herausfordernd für die evangelische Kirche wie sexualisierte Gewalt. Wir zeigen, inwiefern sexualisierte Gewalt mit kirchlichen Machtdynamiken, theologischen Konzepten und pastoralen Handlungsweisen verknüpft ist. Dabei ist es uns wichtig, die Risikofaktoren und Dynamiken sexualisierter Gewalt nüchtern zu analysieren und über Veränderungsbedarfe in Organisation, Pfarrberuf und Theologie nachzudenken.
2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Die evangelische Kirche begreift sich oft als eine gleichberechtigte Gemeinschaft, in der Macht keine Rolle spielt. Durch diese Verleugnung von Macht wirkt diese subtil und nicht selten manipulierend. Das Konzept der Pastoralmacht von Michel Foucault hilft das zu verstehen. Macht existiert in jeder Beziehung, auch in Fürsorge und Zuwendung, und kann dazu missbraucht werden, um sexualisierte Gewalt auszuüben und zu verschleiern.
3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Autobiografische und kunstbasierte Forschungsmethoden gewinnen in vielen Disziplinen zunehmend an Bedeutung. Gleichzeitig wächst das Interesse daran, wie Wissen durch künstlerische Praxis entsteht. Mein Buch versteht autobiografisches Theater nicht nur als Gegenstand wissenschaftlicher Analyse, sondern als eine Form künstlerischer Forschung, in der ästhetische Erfahrung, Reflexion und Wissensproduktion untrennbar miteinander verbunden sind.
4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Uns war es wichtig, den Erfahrungsberichten von Betroffenen breiten Raum einzuräumen und ihre Perspektiven ernst zu nehmen und theologisch zu reflektieren. Was sagen sie zu unserer Analyse? Das würde uns sehr interessieren. Darüber hinaus wäre es wünschenswert, mit den Kirchenleitungen ins Gespräch zu kommen. Auch wäre es gewinnbringend, mit Ethiker*innen und Genderforscher*innen das Gespräch über die Thematik zu vertiefen.
5. Ihr Buch in einem Satz:
Beziehungen, in denen eine große Nähe hergestellt wird, sind wertvoll, aber zugleich eine Ermöglichungsbedingung für sexualisierte Gewalt.




