Žemaite | Und ich dachte für mich | Buch | 978-3-912259-01-8 | www.sack.de

Buch, Deutsch, 240 Seiten, Format (B × H): 125 mm x 194 mm, Gewicht: 410 g

Žemaite

Und ich dachte für mich

Autobiographie
Erste Auflage
ISBN: 978-3-912259-01-8
Verlag: Guggolz Verlag

Autobiographie

Buch, Deutsch, 240 Seiten, Format (B × H): 125 mm x 194 mm, Gewicht: 410 g

ISBN: 978-3-912259-01-8
Verlag: Guggolz Verlag


Žemaite (1845–1921) wurde in eine polnischsprachige kleinadlige Familie in der westlitauischen Žemaitija geboren (nach der sie ihren Kunstnamen wählte) und fühlte sich zeitlebens dem einfachen Landleben nahe. Gegen den Willen ihrer Eltern heiratete sie einen Litauer, einen ehemaligen Leibeigenen. Mit fast 50 Jahren begann sie auf Litauisch zu schreiben: Geschichten über meist bäuerliche Frauenschicksale. Das Kopftuch nahm sie aus Solidarität mit der Landbevölkerung nie ab: Es wurde zum ikonischen Signum ihrer Erscheinung. Über soziale Verhältnisse und politische Umbrüche hinweg setzte sie sich für die Verbesserung der Lage der Frauen und eine Modernisierung der Gesellschaft ein.

Ihre Prosa ebenso wie ihre erstaunliche Autobiographie verfasste sie in mündlichem Ton, auf Litauisch mit žemaitischem Gepräge und polnischen, weißrussischen, russischen, jiddischen und deutschen Einflüssen. Was sie zu erzählen hatte, formulierte sie so, dass die Menschen sie verstanden. Allein das war schon ein politischer Akt, denn das Polnische galt als Sprache des Adels und der Oberschicht, und das Russische Reich versuchte, das Litauische und die lateinische Schrift aus der Öffentlichkeit zu verbannen. Žemaite war ein freiheitsliebender Geist – wenn es etwa um Frauenrechte ging oder um Religion und Ethik. Claudia Sinnig folgt in ihrer Übersetzung akribisch den sprachlichen Spuren, in denen sich die Ideen- und Sozialgeschichte niederschlägt, und bringt den humorvollen Erzählreichtum in eine lebenssatte deutsche Sprache, die über den Weg einer bis heute aufregenden Feministin vor der Zeit und über deren Lebens- und Liebesumstände Auskunft gibt.

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Weitere Infos & Material


Žemaite
Žemaite (bürgerlicher Name: Julija Beniuševiciute-Žymantiene, 1845–1921) stammte aus niederem, polnischsprachigem Landadel, doch das einfache Leben der žemaitischen Bauern zog sie an. Elementare Bildung erhielt sie, ausschließlich in polnischer Sprache, zunächst durch ihren Vater und später durch Privatlehrerinnen auf dem Gut einer Tante. Žemaite erlebte die politischen Umbrüche ihrer Zeit, etwa den Januaraufstand 1863/1864 gegen die brutale russische Fremdherrschaft und die nationalen Erweckungsbewegung Litauens. Mit einem litauischsprachigen ehemaligen Leibeigenen gründete sie eine Familie. Trotz der stets prekären bäuerlichen Existenz und der vielen Kinder hat sie ihre autodidaktischen Bemühungen nie aufgegeben. Nach dem Tod ihres Mannes veröffentlichte sie mit knapp 50 Jahren ihr erstes Werk, fortan verfasste sie insgesamt mehr als 350 Erzählungen, Novellen, Reden und Theaterstücke. Im Schreiben widmete sie sich den Verhältnissen, die sie aus ihrem eigenen Leben kannte: harte Arbeit, Kinder, Natur, Alltagsbräuche, Ohnmacht und Ermächtigung der Frauen. Nach der Jahrhundertwende reiste sie bis in die USA und nahm an verschiedenen internationalen Frauenkongressen teil.

Bleizgiene, Ramune
Ramune Bleizgiene arbeitet am Institut für Litauische Literatur und Folklore in Vilnius. Sie hat zahlreiche Bücher und Aufsätze zu litauischer Literatur und vor allem Autorinnen des 19. und 20. Jahrhunderts publiziert.

Sinnig, Claudia
Claudia Sinnig, 1965 geboren, aufgewachsen in Gotha, studierte Russisch und Englisch in Leipzig sowie Litauisch in Vilnius. 1989 war sie Mitbegründerin des Lithuanian Review, 1990 Mitarbeiterin für das erste frei gewählte litauische Parlament. Sie übersetzte u. a. Tomas Venclova, Jonas Mekas, Eugenijus Ališanka und Antanas Škema, 2025 wurde sie für die Übersetzung von Ricardas Gavelis’ Jahrhundertroman »Vilnius Poker« mit dem Straelener Übersetzerpreis ausgezeichnet. Heute lebt sie in Wuhden im Oderbruch.



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