Buch, Deutsch, 274 Seiten, Format (B × H): 150 mm x 230 mm
Die fatalen Folgen der Bahnliberalisierung in Europa
Buch, Deutsch, 274 Seiten, Format (B × H): 150 mm x 230 mm
ISBN: 978-3-593-52261-6
Verlag: Campus Verlag GmbH
Ohne ein technisch funktionierendes, preislich attraktives und flächendeckend verfügbares Bahnsystem kann die Verlagerung des Verkehrs auf die Schiene nicht gelingen. Scheitert die Verkehrswende, werden wachsender Straßenverkehr, anhaltender Flugverkehr und globalisierte Containerschifffahrt der Klimaerwärmung auch weiterhin den Weg bereiten. Vor diesem Hintergrund strebt die Europäische Kommission an, den grenzüberschreitenden Bahnverkehr bis 2050 zu verdreifachen.
Doch die Verkehrswende zugunsten der Bahn stockt seit Jahrzehnten. Dabei sind die Gründe für stagnierende und teilweise sogar schrumpfende Marktanteile im Personen- und Güterverkehr vielfältig. Eine überaus plausible, aber nach wie vor (zu) selten formulierte Erklärung lautet: Seit den 1990er-Jahren dominiert auch im europäischen Bahnwesen der neoliberale Dreiklang aus Liberalisierung, Deregulierung und Privatisierung, der den Wettbewerb zwischen den Eisenbahnverkehrsunternehmen zum Maßstab macht. Dagegen zeigt diese Studie durch einen Vergleich der Bahnsysteme in Deutschland, Großbritannien, Italien, den Niederlanden, Österreich, Schweden, der Schweiz und Spanien, wie die Schiene eine Renaissance erfahren kann.
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Inhalt
Vorwort von Renate Anderl
Vorwort von Gerhard Tauchner
Einleitung
1. Wie Brüssel den Markt öffnete: die Europäische Union als Treiber der Liberalisierungspolitik
1.1 Vom Verkehrswegeflickenteppich zu einer gemeinsamen Verkehrspolitik
1.2 Kontinuierliche Liberalisierung: die EU-Vorgaben für den Schienenverkehr
1.3 Die Theorie hinter der Reform: wettbewerbstheoretische Grundlagen europäischer Schienenverkehrspolitik
2. Zwischen Reformeifer und Realitätserkenntnis: Deutschland
2.1 Die Bahn(struktur)reform: ein Neustart im Bemühen um Einklang mit EU-Vorgaben
2.2 Verkehr, der verbindet – oder auch nicht: der Schienenpersonennahverkehr in Deutschland
2.3 Fernverkehr unter Konkurrenzdruck: Marktstrukturen im Schienenpersonenfernverkehr
2.4 FlixTrain: die neue Konkurrenz auf der Schiene
3. Starke Governance, gezielte Direktvergabe und kontinuierliche Investitionen: Österreich
3.1 Entwicklung und Organisation des österreichischen Bahnsektors
3.2 Wenn Auftrag statt Ausschreibung entscheidet: Direktvergabe im gemeinwirtschaftlichen Verkehr
3.3 Gründe für die Leistungsfähigkeit des österreichischen Schienenpersonenverkehrs
3.4 Zentralisierte Infrastruktursteuerung und hohe Netzqualität im österreichischen Eisenbahnwesen
4. Europa im Vergleich: wie Liberalisierungsprozesse (nicht) wirken
4.1 Wettbewerbsinseln mit Nebenwirkungen: Spanien und Italien
4.2 Verhaltene Bemühungen um Wettbewerb: die Niederlande
4.3 Pionier der Liberalisierung: Schweden
5. Privatisierung, Fragmentierung und Renationalisierung: Großbritannien
5.1 Umfassendes Glaubensbekenntnis zum Wettbewerb
5.2 Desintegration des britischen Bahnwesens
5.3 Kostspieliges Realexperiment zu Lasten der Steuerzahler:innen
5.4 Rückkehr zur staatlichen Koordination: das Ende eines neoliberalen Experiments
5.5 Renaissance von »Vater Staat«
6. Staatseigen und integriert: Schweiz
6.1 Schweizer Bahnreformen im historischen und institutionellen Kontext
6.2 Integriert statt fragmentiert: die Stärke institutioneller Strukturen
6.3 Hohe Leistungsfähigkeit und Angebotsqualität im Personenverkehr
6.4 Überzeugende Governance und stabile Finanzarchitektur
7. Vorzüge der Direktvergabe, Nachteile des Ausschreibungswettbewerbs und Investitionen als offenkundige Notwendigkeiten
7.1 Verschwiegene Kehrseite des Wettbewerbs: komplexe und kostspielige Regulierungsarchitektur
7.2 Folgen der Liberalisierung für europäische Bahnsysteme
7.3 Kontinuierliche Investitionen als Treiber von Verkehrsmarktanteilen
8. Kernbefunde: Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem Vergleich europäischer Bahnsysteme
9. Schlussfolgerungen
Danksagung
Anmerkungen
Abbildungen
Abkürzungen
Literatur




