Ernst | Arbeiterkino | Buch | 978-3-85449-716-5 | www.sack.de

Buch, Deutsch, 160 Seiten, gebunden, Format (B × H): 125 mm x 195 mm

Ernst

Arbeiterkino

Eine Jugend in Favoriten
Erscheinungsjahr 2026
ISBN: 978-3-85449-716-5
Verlag: Sonderzahl Verlagsges.

Eine Jugend in Favoriten

Buch, Deutsch, 160 Seiten, gebunden, Format (B × H): 125 mm x 195 mm

ISBN: 978-3-85449-716-5
Verlag: Sonderzahl Verlagsges.


Als Gustav Ernst nach gut fu¨nfzig Jahren wieder vor dem Haus seiner Kindheit steht, ist dieses nicht mehr wiederzuerkennen: Ein zusätzliches Stockwerk wurde aufgesetzt, die Fassade erneuert – auch die Namen, die neben den Klingeln zu finden sind, sagen ihm nichts. Zu gerne wu¨rde er seine Erinnerungen an das einst vertraute Haus auffrischen und eintreten, doch die Tu¨re, die damals immer offen stand, ist heute gut versperrt. Obwohl er bei sämtlichen Tu¨ren läutet, öffnet ihm niemand.Das literarische Interesse an der eigenen Jugend erklärt sich aus diesem Abstand, der nicht mehr zu u¨berbru¨cken ist. Aufgewachsen in Favoriten, dem zehnten Wiener Gemeindebezirk, wurde Ernst im Arbeitermilieu der Nachkriegszeit groß, unter Verhältnissen, die denkbar weit von den Standards, Wertvorstellungen und Wu¨nschen unserer Gegenwart entfernt sind. Um sich dieses Abstands und seiner eigenen Herkunft zu vergewissern, beginnt er damit, all jene Erinnerungssplitter zu Papier zu bringen, die seine Jugend in Favoriten ausmachen: Was entsteht, ist kein Memoir, sondern eine Art Kopfkino: Die Szenenfolge der Erzählungen bildet ein schillerndes Prisma einer verlorenen Zeit, in der die Lebensgeschichten der Eltern und der Verwandtschaft, der Nachbarn und der Schulkollegen die gesellschaftliche Realität dieser sozialen Schicht im Österreich der Jahre zwischen 1944 und 1965 erahnen lassen – und die Ernst gewohnt schonungslos zeichnet. Begleitet werden diese bruchstu¨ckhaften Schilderungen von aktuellen Reflexionen des Autors, der sich dabei beobachtet, wie ihm die Vertrautheit der eigenen Vergangenheit beim Erzählen immer fremder zu werden beginnt. Deutlich wird das vor allem angesichts jener Orte, die zentrale Schauplätze seiner Kindheit waren, heute aber gar nicht mehr existieren. Indem er diese nachzeichnet, entsteht nicht nur ein Mosaik seiner Kindheit und all jener Lebenswege, die mit dem seinen verbunden waren, sondern eine imaginäre Topografie eines ganzen Bezirks: ein Arbeiterkino der Nachkriegszeit.
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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Ernst, Gustav
Gustav Ernst, geb. 1944 in Wien. Studium der Philosophie, Geschichte und Germanistik. Lebt als freier Schriftsteller und Mitherausgeber der Literaturzeitschrift kolik in Wien. Schreibt Romane, Theaterstücke und Drehbücher für Kinofilme.



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