Buch, Deutsch, 246 Seiten, Format (B × H): 150 mm x 230 mm, Gewicht: 404 g
Wie die empirische Bildungsforschung die Bildungspolitik in die Irre geführt hat
Buch, Deutsch, 246 Seiten, Format (B × H): 150 mm x 230 mm, Gewicht: 404 g
ISBN: 978-3-593-52292-0
Verlag: Campus Verlag GmbH
Hat die PISA-Studie von 2000 wirklich gezeigt, dass das deutsche Bildungssystem grundlegend falsch aufgestellt ist? Länder mit integrativen Bildungssystemen wie Finnland und Schweden schnitten deutlich besser ab als Staaten mit einer frühen und strengen Leistungsdifferenzierung, etwa die Schweiz, Österreich und besonders Deutschland. In der Folge setzte sich schnell die Forderung durch, die Differenzierung abzuschaffen oder zumindest die Bildungswege stärker zu öffnen und die Anforderungen zu senken. Hartmut Esser zeigt in seiner Studie jedoch, dass diese Schlussfolgerungen auf einer fragwürdigen Interpretation und selektiven Rezeption der PISA-Ergebnisse beruhten. Er dokumentiert die Irrtümer und korrigiert die Befunde am Fall der deutschen Bundesländer. Das Ergebnis ist die nahezu komplette Widerlegung der gängigen Position der Bildungspolitik: Bildungssysteme, die strikt nach den Fähigkeiten differenzieren, erreichen ein höheres Leistungsniveau – gerade auch bei Kindern in schwierigen Lagen und aus Migrantenfamilien –, ohne dass sich der Einfluss der sozialen Herkunft erhöht. Das Buch tritt damit der verbreiteten Auffassung entgegen, Leistungsorientierung und eine strikt danach organisierte Differenzierung der Bildungswege und des Unterrichts seien nichts weiter als längst überholte Relikte von Ständegesellschaften, reproduzierten nur die soziale Ungleichheit und passten nicht länger in eine Welt von Diversität und beständigem Wandel. Das Gegenteil ist der Fall. Man hätte es längst schon wissen können.
Autoren/Hrsg.
Fachgebiete
Weitere Infos & Material
Inhalt
Vorbemerkungen
Teil A. Wie kaum in einem anderen Land?
1. Estland
2. Die deutschen Bundesländer
3. Der Streit um die Systeme
Teil B. Grundlagen
4. Das Modell der Leistungsdifferenzierung
4.1 Der Rahmen
4.2 Allgemeine Bedingungen und Zusammenhänge
4.3 System-Effekte
Exkurs über die Frage, ob die Intelligenz über die soziale Herkunft gleich verteilt ist und was das für die Stringenz beim Ability-Tracking bedeutet
5. Hypothesen und Kausalstruktur
5.1 Die Hypothesen
5.2 Die Kausalstruktur
6. Daten, Zuordnungen und Analysen
6.1 Datengrundlage und Verteilungen
6.2 Die Zuordnung der Bundesländer
6.3 Analysen
Teil C. Die Befunde
7. Sortierung, Übergang und Bildungsbeteiligung
8. Die Strukturierung der Schulklassen
9. Die Leistungen in der Sekundarstufe
9.1 Leistungen in der Sekundarstufe: 1. Die nicht konditionalen Effekte der Stringenz
9.2 Leistungen in der Sekundarstufe: 2. Die konditionalen Effekte der Stringenz
Zwischenfazit
Teil D. Klärungen und Korrekturen
Vorbemerkung
10. Das »gemeinsame Lernen«
10.1 Interne Differenzierung
10.2 Das »längere gemeinsame Lernen«
10.3 Frühe Trennung?
11. Stringenz und Stratifikation
11.1 Kollateral-Stratifikation
11.2 Mindeststandards und Resilienz
11.3 Migrantenkinder
12. Öffnung und Auflösung
12.1 Das Gymnasium
12.2 »Sekundarschulen«
12.3 Öffnung und Leistungsverfall
Teil E. In der Falle
Vorbemerkung
13. Auf halbem Weg: Der DVD-Ansatz
14. Blinde Flecken: Hamburg und Ungarn
15. Bis dann alles passt: »Better Together?«
Nachtrag
Literatur




