Friedl | Rom ruft an: Es klingelt bei dir | Buch | 978-3-95768-281-9 | www.sack.de

Buch, Deutsch, 232 Seiten, Format (B × H): 145 mm x 221 mm, Gewicht: 434 g

Friedl

Rom ruft an: Es klingelt bei dir

Lateinische Lebenskunst zum Staunen, Schmunzeln und Zitieren
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-95768-281-9
Verlag: Olzog

Lateinische Lebenskunst zum Staunen, Schmunzeln und Zitieren

Buch, Deutsch, 232 Seiten, Format (B × H): 145 mm x 221 mm, Gewicht: 434 g

ISBN: 978-3-95768-281-9
Verlag: Olzog


Bildung und Humor dürfen sich nicht gegenseitig ausschließen, im Gegenteil! Gebildete Menschen sind hintergründig witzig, verfügen über feine Ironie und können sich sehr gut artikulieren. Fremdwörter wirken von souveränen Persönlichkeiten – in ihre Erzählungen eingebaut – deshalb auch nicht arrogant, sondern eloquent. Dieses Buch vermittelt viele Weisheiten und gibt Hintergrundinformationen, die für alle Menschen von Interesse sind – insbesondere die 'mit ohne' Latein in der Schulzeit. Denn der eher wenig intelligente Spruch 'Wissen ist Macht – aber nichts wissen macht nichts!' mag von der Wortverdrehung her lustig sein, ist es aber nicht. Wissen ist Macht und nichts wissen macht verdammt viel aus – ist zwar nicht so originell, aber dafür wahr!

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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Vorwort

Handlungsanweisung für Menschen ohne Latein in der Schule

Wörter und Redewendungen, die uns bekannt sind

1 Sapientia est potentia – Intelligenz ist kein Zufall
Latein für Menschen, die denken, bevor sie fühlen

2 Cogito ergo – Philosophisches mit Biss
Über das Denken, das Zweifeln – und warum Kant kein Römer war

3 Temet nosce! – Werde, wer du nicht bist
Selbsterkenntnis zwischen Narzissmus und Selbstironie

4 Res publica, Res problematica – Gesellschaft und Politik entblättert
Wie Latein zeigt, dass der Staat schon immer ein Saftladen war

5 Medicus curat, natura sanat – Oder doch Wodka?
Über Ärzte, Aderlass und andere überlebte Behandlungen

6 Status quo, Curriculum Vitae & Co. – Die Lateinreste in unserem Bürokauderwelsch
Warum du kein 'Meeting' hast, sondern ein Tribunal der Mittelmäßigkeit

7 Amor vincit omnia? – Sex & Liebe, nackt übersetzt
Von römischer Wollust bis zur heutigen Dating-Apokalypse

8 Memento mori – Der Tod als Running Gag
Warum die Römer über den Tod lachten, während wir ihn googeln

9 Quatsch mit Sauce – Dumme Sprüche auf Latein
Wenn sich Pseudo-Intellektuelle auf die Fresse legen

10 Moral ohne Moralapostel
Wie uns die Römer ethisch überlegen waren – und trotzdem Schweine

11 Fiat iustitia – Recht, Unrecht und andere Illusionen
Ein Streifzug durch römische Juristerei mit Nebenwirkungen

Schlussworte

Bildnachweis


Quidquid latine dictum sit, altum sonatur – was auch immer auf Lateinisch gesagt wird (und sei es eine noch so große Banalität!), es klingt einfach anspruchsvoll und bei Menschen, die Latein nicht gelernt haben, kommt das meistens gut an. So einfach können Blender oder auch Gebildete also Eindruck machen. Schön ist, dass man – anders als im Französischen – diese Worte so spricht, wie sie geschrieben werden. Und wenn die Betonung auf dem einen oder anderen Vokal nicht den Vorstellungen von einem Lateinlehrer entspricht: Was soll’s, damit können wir alle gut leben!
In dubio pro reo oder auch quo vadis … und dann kommt meist ein Name für eine Person, ein Land oder eine Institution. Das und vieles mehr sind eingedeutschte Begriffe, mit denen man einfach umgehen kann und die man an der richtigen Stelle zu setzen hat. Auch q.?e.?d. oder ausgesprochen quod erat demonstrandum gehört dazu. Damit sind wir bei dem sinnvollen Latein – sinnvoll zum einen, weil es eben wirklich intelligente Weisheiten und keine billigen, pauschal gültigen Kalendersprüche sind, und zum anderen sinnvoll, weil es Weisheit, Bildung, Intelligenz und Tiefgang ausstrahlt. Sprüche für die Ewigkeit, ca. 2000 Jahre alt und dennoch nicht veraltet! Natürlich passen solche Sprüche nicht, wenn sich der Kranführer mit dem Kollegen am Betonmischer unterhält, und auch auf dem Fußballplatz wäre diese Art der verbalen Kommunikation in der Artikulation eher befremdend als befruchtend. Aber in einem richtigen Dialog bei einem gesellschaftlichen Event zwischen intelligenten und gebildeten Herren und Damen kann man so etwas einstreuen und dazu ein wichtiges, nachdenkliches oder gar souveränes Gesicht mit verklärtem Blick in die Ferne wagen. Aber vielleicht erst mal nur einen Spruch auf Latein bringen, denn wenn man nach der mittleren Reife eine kaufmännische Lehre gemacht und das Gegenüber nach sieben Jahren das sogenannte große Latinum absolviert hat, wird diese Person gern mit weiteren Sprüchen aufwarten – und für dieses Unterfangen muss sie nicht groß nachdenken.
In dubio pro reo – im Zweifelsfall für den Angeklagten. Schuld muss eben bewiesen und nicht lediglich erahnt werden. Quo vadis – wohin gehst du? Damit ist nicht so eine banale Trivialität gemeint, ob der Partner die Toilette oder die Küche aufsuchen wird, wenn er das Wohnzimmer verlässt. Nein, damit sind Lebenswege, lebensentscheidende Richtungen gemeint. Quo vadis, Achim – der Sohn Achim wird gefragt, nachdem er die Ausbildung hingeschmissen hat, wohin denn seiner Meinung nach sein neuer Lebensweg führen wird. Quo vadis, Russland – hier möchten wir Europäer wissen, welche Kriege Putin denn noch anstrebt. Quo vadis, Deutschland – die Politik reißt das Land immer weiter runter und der Boden scheint noch nicht erreicht zu sein; wir würden gern wissen, wann es mal wieder Politik in Deutschland für Deutschland gibt.
Kommen wir zu q.?e.?d. – was es zu beweisen galt, was zu beweisen war. Diese drei Buchstaben setzt man am Ende einer in sich schlüssigen Beweisführung. Weitere Worte unnötig. Sie können aber auch ganz bescheiden-arrogant »Beweisführung abgeschlossen« sagen.
Ganz wichtig ist, dass man diese lateinischen Worte nicht in den Raum wirft, um damit staunendes Schweigen ob der unfassbaren Intelligenz des Sprechenden zu demonstrieren. Nein, so ganz beiläufig bringt man q.?e.?d., sozusagen als Bestätigung dessen, was das Gegenüber sagte. Gleiches gilt für quo vadis und viele weitere Sprüche, die Sie auf den nächsten Seiten in diesem Buch launisch erläutert bekommen.
Kurz zu mir, also dem Autor: Latein und ich – eine Hassliebe. Zum einen spürte ich schon früh, dass viel Weisheit und auch Bildung im Können dieser Sprache liegt. Zum anderen zählten die Lateinstunden – und ich hatte ganze sieben Jahre Lateinunterricht am Gymnasium in Bayern – zu dem Schlimmsten, was ich in der Jugend erlebt habe. Bei meinem Großvater und Vater zählten indes die grausamen und menschenverachtenden Erlebnisse im Ersten und Zweiten Weltkrieg (an denen beide aktiv teilnehmen mussten!) zu den schlimmsten Dingen in den Jahren zwischen 16 und 24. Sie sehen, es ging mir richtig gut in der Jugend, denn ich hatte Problemchen, aber keine lebensbedrohlichen Konflikte! Heute freue ich mich über das gelernte Latein, weil ich mir viele fremd klingende Wörter selbst erklären kann, und auch, weil doch sehr viele Sprichwörter aus dem Lateinischen eben keine dummen Kalendersprüche sind. Nein, vielmehr echte Weisheiten, die schonungslos unser menschliches Wesen in bestimmten Situationen offenbaren. Vor allem medizinische Begriffe, nehmen wir nur mal dolor: Das steht für Schmerz(en). Ein Begriff, der leicht abgeändert oftmals auf Verpackungen von Arzneimitteln steht, die Schmerzlinderung versprechen.
Dass Latein mich in der Schule so nervte, lag an drei Dingen: Zum einen konnte ich oftmals von den Sätzen jedes Wort übersetzen, jedoch keinen auch nur annähernd vernünftigen Satz daraus bilden. Zweitens war mir völlig unklar, warum ich Latein lernen sollte, wo ich doch Ingenieur werden wollte und mich für Chemie, Physik, Sport und vor allem Mathematik interessierte. Und drittens kam hinzu, dass in den 70er-Jahren des 20. Jahrhunderts leider oftmals Menschen Lateinlehrer wurden, die zur Jugend keinen Zugang hatten und mit dem Begriff Pubertät nichts, aber auch gar nichts anfangen konnten: strenge Menschen ohne Empathie und mit einer oftmals lehrertypischen Arroganz gegenüber den Personen, die dieses Wissen nicht haben (können). Große Ausnahme war Herr Hobelsberger vom Nymphenburger Gymnasium in München Ende der 70er-Jahre – ein im Gedächtnis bleibender Name (nomen est eben doch nicht immer gleich omen!), jedoch ein großartiger Mensch: eine herzliche Persönlichkeit, zu der man aufblicken konnte, die aber auf uns Schüler niemals herabblickte. Ein Herr eben. Gleiches gilt für Herrn Hans Hell, Lateinlehrer am Luitpoldgymnasium München – er kam mit über 90 Jahren immer noch zu den Klassentreffen und bekam von uns Schülern stehende Ovationen. Starker Typ, der uns Latein, Deutsch und auch – sic! – Geräteturnen im Sportunterricht beibrachte.
Bleiben wir doch beim Wort Pubertät (eine mir bekannte Reinigungsfachkraft sagte dazu auch mal: Popularität). Pubertät ist ein Teil der Adoleszenz. Habe ich das nicht schön erläutert? Aber nun im Ernst: Puer ist der Bub, also das männliche Kind auf Latein. Pubertät bedeutet »Mannbarkeit« und steht für die Periode (also Fruchtbarkeit) bei Frauen ebenso wie die Möglichkeit der Männer, Samen zu erzeugen.
»Ich bin mit meinem Latein am Ende« – diesen Satz kennt jeder und hat jeder wohl schon mal verwendet. Bedeutet, man kommt nicht mehr weiter, jetzt müssen Profis ran. Latein – offenbar gibt es für fast alle Probleme und Situationen des täglichen Lebens einen Spruch aus dem Lateinischen und wenn selbst die nicht mehr reichen … ja dann ist man eben am Ende, kommt nicht mehr weiter. Wie selten uns das allen passiert zeigt, wie viele Antworten auf die mannigfachen Lebensfragen die alten Lateiner drauf haben. Beeindruckend, nicht?


Friedl, Wolfgang J.
Dr. Wolfgang J. Friedl ist 1960 geboren und arbeitet als freiberuflicher Ingenieur für Sicherheit in München. Beruflich hat er über 30 Fachbücher ­geschrieben, dann noch etliche in Richtung Sozial- und ­Gesellschaftskritik und auch ein Buch über stilvolle Männerfreundschaften. In einer Woche seines Lebens häuften sich die lateinischen ­Lebensweisheiten. Und dies, während er an einem Buch über Leben und Wirken von Rainer Langhans saß – da ­beschloss er, dieses Projekt ­anzugehen, und nun liegt es Ihnen vor.

Dr. Wolfgang J. Friedl ist 1960 geboren und arbeitet als freiberuflicher Ingenieur für Sicherheit in München. Beruflich hat er über 30 Fachbücher geschrieben, dann noch etliche in Richtung Sozial- und Gesellschaftskritik und auch ein Buch über stilvolle Männerfreundschaften. In einer Woche seines Lebens häuften sich die lateinischen Lebensweisheiten. Und dies, während er an einem Buch über Leben und Wirken von Rainer Langhans saß – da beschloss er, dieses Projekt anzugehen, und nun liegt es Ihnen vor.



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