Buch, Deutsch, 517 Seiten, Format (B × H): 170 mm x 240 mm, Gewicht: 700 g
ISBN: 978-3-86464-278-4
Verlag: trafo Wissenschaftsverlag
Von August 1925 bis zu seiner Verhaftung im März 1933 stand Ernst Thälmann an der Spitze der KPD, der größten Kommunistischen Partei außerhalb der Sowjetunion, einer Partei, die in diesen Jahren zeitweise bis zu 360.000 Mitglieder hatte und die bei reichsweiten Wahlen bis zu sechs Millionen Wähler mobilisieren konnte. Es gehört zur Tragik seines Lebens und der Geschichte seiner Partei, dass Thälmann dieser Aufgabe weder intellektuell noch charakterlich gewachsen war. Auch und gerade in Kenntnis der Persönlichkeit Thälmanns – seiner Fähigkeiten und vor allem seiner Unzulänglichkeiten – bleibt sein kometenhafter politischer Aufstieg innerhalb der kommunistischen Bewegung ein erstaunliches Phänomen, das zu verstehen und zu erklären auch mit dem Abstand vieler Jahrzehnte nicht einfacher wird. Denn schon seinen Zeitgenossen war bewusst gewesen, dass Thälmann wesentliche Eigenschaften fehlten, über die eine wirkliche Führungspersönlichkeit unbedingt verfügen muss. Hundert Jahre nach dem von der Kommunistischen Internationale in Moskau verfügten Aufstieg Thälmanns an die Spitze der KPD ist es höchste Zeit, einen neuen und differenzierten Blick auf das Leben und Wirken Thälmanns zu werfen. Thälmann hat durch sein Tun und Lassen den deutschen Parteikommunismus entscheidend geprägt. Mit seinem Namen sind die politischen Erfolge der KPD in den Jahren der Weimarer Republik verbunden. Nach der Machtübergabe an Hitler und die Nazipartei wurde er zum weltweiten Symbol des antifaschistischen Widerstandskampfes. Vor allem jedoch trug Thälmann maßgebliche Verantwortung für die folgenschweren Fehlentwicklungen seiner Partei.
Zielgruppe
Für Interessenten an der biografischen/historischen Neubewertung des KPD-Vorsitzenden Ernst Thälmann
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Einleitung
Danksagung
Kindheit, Jugend und frühes Arbeitsleben
Gewerkschafter und Parteiarbeiter in Hamburg
Im Ersten Weltkrieg
Exkurs: Rosa Thälmann
Novemberrevolution
Zweite oder Dritte Internationale
Von der USPD zur KPD
»Offensivtheorie«
Premiere in Moskau
Auf dem linken Flügel der Partei
Das Jahr 1923
Der Hamburger Aufstand
Triumph der Linken
»Bolschewisierung«
Exkurs: Im Reichstag
Exkurs: Der Rote Frontkämpferbund
»Kandidat der Arbeiterschaft«
Links gegen Ultralinks
Der Berliner Parteitag
Moskau greift ein
Exkurs: War Thälmann tatsächlich Vorsitzender der KPD?
Versuch eines Neubeginns
Fürstenenteignung
Der »Drecksbrief«
Kehrtwende nach links
Der Sechste Weltkongress
Die Wittorf-Affäre
Der Machtkampf
Thälmann schlägt zurück
»Blutmai 1929«
Der Weddinger Parteitag
Das »Freiheitsprogramm«
Der »rote Volksentscheid«
»Wer Hindenburg wählt…«
Antifaschistische Aktion
Die letzten Monate der Weimarer Republik
Hitler an der Macht
Thälmann als Parteifunktionär – eine Bilanz
Verhaftung
Verhöre und Folter
Eine Anklageschrift, aber kein Prozess
»Freiheit für Thälmann«
Exkurs: Brüssel bei Moskau
Haftjahre
Hoffen auf Stalin
Exkurs: Briefe für Moskau
Mord in Buchenwald
Statt eines Nachwortes
Anhang
Editorischer Hinweis
Abkürzungen
Personenregister
Quellen- und Literaturverzeichnis
Bildnachweis
Über den Autor




