Buch, Deutsch, 190 Seiten, Format (B × H): 170 mm x 240 mm, Gewicht: 372 g
für Klein- und Mittelbetriebe
Buch, Deutsch, 190 Seiten, Format (B × H): 170 mm x 240 mm, Gewicht: 372 g
ISBN: 978-3-7041-0698-8
Verlag: dbv-Verlag (Österreich)
Dieses Praxishandbuch gibt einen Grundriss betriebswirtschaftlicher Erfolgsgrößen und bringt diese anhand eines durchgängigen Beispiels näher.
Die einzelnen Kapitel befassen sich mit den wichtigsten Bereichen unternehmerischen Handelns und erarbeiten in übersichtlicher Form die Erfolgsfaktoren: vom finanziellen und betrieblichen Rechnungswesen über die wichtigsten betrieblichen Kennzahlen, der effektiven Organisation unternehmerischer Abläufe bis zum geeigneten Management-Informations-System. Weitere Kapitel widmen sich dem unverzichtbaren Planungsprozess und daraus abgeleitet den Finanzierungsmöglichkeiten für Unternehmen. Praktische Beispiele und Lösungsansätze ergänzen die Ausführungen.
Die Autoren – Praktiker aus der Wirtschaftsprüfung und Unternehmensberatung mit langjähriger Erfahrung – wollen einen Beitrag zum Verständnis betriebswirtschaftlicher Abläufe in Unternehmen leisten und somit Unternehmern, Geschäftsführern, Führungskräften sowie allen in der Beratung Tätigen ein hilfreiches Nachschlagewerk anbieten.
Aus dem Inhalt:
• Betriebliches Rechnungswesen
• Kennzahlen
• Kostenrechnung/Kalkulation
• Planungsrechnung
• Finanzierung
• Betriebliches Berichtswesen
• Organisation
• Internes Kontrollsystem
• Management-Informationssystem/Balanced Scorecard
Zielgruppe
Gründer, Unternehmer, Führungskräfte, Rechnungswesen, Controlling, Berater, Studierende
Autoren/Hrsg.
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Vorwort
Kapitel 1 Das betriebliche Rechnungswesen
1.1 Einführung
1.1.1 Gesetzliche Bestimmungen
1.2 Struktur einer Bilanz
1.2.1 Anlagevermögen
1.2.2 Umlaufvermögen
1.2.3 Aktive Rechnungsabgrenzungsposten (ARA)
1.2.4 Aktive latente Steuern
1.2.5 Eigenkapital
1.2.6 Fremdkapital
1.3 Funktionsweise einer Bilanz
1.4 Gewinn- und Verlustrechnung
1.4.1 Begriffsdefinitionen
1.5 Praxisbeispiel
Kapitel 2 Kennzahlen
2.1 Einführung
2.2 Einteilung der Analysebereiche
2.2.1 Investitions- und Finanzierungsanalyse
2.2.2 Liquiditätsanalyse
2.2.3 Rentabilitätsanalyse
2.3 URG Kennzahlen
2.3.1 Schuldentilgungsdauer
2.3.2 Eigenmittelquote
2.4 Quicktest
2.5 Empfehlungen für KMU
2.6 Praxisbeispiel
2.6.1 Ertragsentwicklung - Detailübersicht
2.6.2 Entwicklung der Bilanzposition
2.6.3 Geldflussrechnung - Wohin ist Ihr Gewinn?
2.6.4 Quicktest nach Kralicek
2.6.5 Ist Ihr Unternehmen insolvenzgefährdet?
2.6.6 Investitions- und Finanzierungsanalyse
2.6.7 Liquiditätsanalyse
2.6.8 Rentabilitätsanalyse
Kapitel 3 Kostenrechnung/Kalkulation
3.1 Einführung
3.1.1 Allgemeines
3.1.2 Aufgaben der Kostenrechnung
3.2 Grundbegriffe der Kostenrechnung
3.2.1 Einnahmen - Erträge - Erlöse Ausgaben - Aufwand - Kosten
3.2.2 Einzelkosten, Gemeinkosten, Fixe Kosten, Variable Kosten, Deckungsbeitrag, Deckungsgrad
3.2.3 Profit Center, Kostenstellen, Kostenträger, Kostenarten
3.3 Ablaufschema der Kostenrechnung
3.3.1 Kostenartenrechnung
3.3.2 Kostenstellenrechnung
3.4 Betriebsergebnisrechnung
3.4.1 Gesamtkostenverfahren
3.4.2 Umsatzkostenverfahren
3.4.3 Vergleich Gesamtkosten- und Umsatzkostenverfahren
3.4.4 Vollkostenrechnung - Teilkostenrechnung
3.5 Kostenrechnungssysteme
3.5.1 Ist-Kostenrechnung
3.5.2 Normalkostenrechnung
3.5.3 Plankostenrechnung
3.6 Empfehlungen für KMU
3.7 Praxisbeispiel
3.7.1 Stundensatzkalkulation
3.7.2 Maschinenstundenkalkulation
3.7.3 Produktkalkulation
3.7.4 Gemeinkostenermittlung
3.7.5 Preisentscheidungen
Kapitel 4 Planungsrechnung
4.1 Unternehmensvision - Strategische - Mittelfristige - Operative Planung
4.2 Allgemeines zur Planungsrechnung
4.3 Bestandteile der Planungsrechnung
4.3.1 Erfolgsrechnung
4.3.2 Material-/Wareneinsatz
4.3.3 Personalkosten
4.3.4 Kapitalkosten
4.3.5 Fixe Kosten
4.3.6 Steuern
4.4 Planungsrechnungsschema
4.5 Finanzplanung
4.5.1 Aufbau des Finanzplanes
4.5.2 Laufende Geschäftstätigkeit
4.5.3 Investitionstätigkeit
4.5.4 Finanzierungstätigkeit
4.5.5 Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes
4.5.6 Möglichkeiten der Finanzmittelbeschaffung
4.6 Planbilanz
4.7 Empfehlungen für KMU
4.8 Praxisbeispiel
4.8.1 Erfolgsrechnung
4.8.2 Finanzplanung
4.8.3 Planbilanz
Kapitel 5 Finanzierung
5.1 Grundlagen der Finanzierung
5.1.1 Ausstattung eines Unternehmens mit Vermögen
5.1.2 Zielsetzung der Finanzierung
5.2 Die Finanzierungsformen
5.2.1 Eigenfinanzierung
5.2.2 Sonderformen der Eigenfinanzierung
5.2.3 Fremdfinanzierung
5.3 Finanzierungsregeln
5.3.1 Finanzierungsempfehlungen
5.3.2 Statische Finanzierungsregeln
5.4 Empfehlungen für KMU
Kapitel 6 Betriebliches Berichtswesen
6.1 Internes und externes Berichtswesen
6.2 Adressaten des Reporting
6.3 Grundsätze des internen Reporting
6.4 Reportingfrequenz
6.5 Aufbau eines Unternehmensreporting
6.6 Die Berichtserstellung
6.6.1 Erhebung des Zahlenmaterials
6.6.2 Reporterstellung
6.6.3 Reportpräsentation
6.6.4 Ergebnisprotokoll
6.7 Gestaltungsgrundsätze eines Reports
6.7.1 Währungsangaben
6.7.2 Grafiken
6.7.3 Erläuterungen
6.7.4 Abweichungen
6.8 Reporting Organisation
6.9 Reporting-Handbuch
6.10 Empfehlungen für KMU
6.11 Beispiel für einen Standardbericht
6.11.1 Ergebnisvergleich laufende Periode mit Vorjahr
6.11.2 Erlös- und Aufwandsübersicht mit Vorjahreswerten
6.11.3 Umsatzrelationen
6.11.4 Kurzfristige Erfolgsrechnung (KER)
6.11.5 Soll-/Ist-Vergleich Erfolgsrechnung 2017
6.11.6 Offene Posten (OP)-Liste Debitoren/Kreditoren
6.11.7 Kostenstellenauswertung
Kapitel 7 Die Organisation
7.1 Ziele der Organisation
7.2 Aufbauorganisation
7.2.1 Die Stelle
7.2.2 Stellenberechnung
7.2.3 Leitungsspanne
7.3 Kompetenzzuteilung und Leitungsbeziehungen
7.3.1 Einliniensystem
7.3.2 Mehrliniensystem
7.3.3 Stab-Linien-Organisation
7.3.4 Aufgabengliederung nach Funktionen
7.3.5 Aufgabengliederung nach Produktbereichen, Divisionen, Sparten
7.3.6 Matrixorganisation
7.3.7 Strukturierung des Führungsprozesses
7.3.7.1 Aufbauorganisation und Personalführung
7.3.8 Ablauforganisation
7.3.9 Gestaltung von Änderungsprozessen
7.4 Outsourcing
7.4.1 Grundlagen und Begriff
7.4.2 Gründe für Outsourcing
7.4.3 Formen des Outsourcing
7.4.4 Chancen und Risiken des Outsourcing
7.4.5 Für Outsourcing geeignete Dienstleistungsbereiche
7.4.6 Outsourcing-Controlling
7.4.7 Outsourcing-Vertrag
7.4.8 Conclusio
7.5 Organisation und Kontrolle
7.6 Empfehlungen für KMU
7.7 Nutzen einer Organisationsaufstellung
7.8 Ablauf einer Organisationsaufstellung
7.9 Praxisbeispiel
Kapitel 8 Internes Kontrollsystem
8.1 Begriffsdefinition
8.2 Inhalte IKS
8.3 Voraussetzungen für das IKS
8.4 Gliederung des IKS
8.4.1 Automatisierte Kontrollen
8.4.2 Organisatorische Sicherheitsmaßnahmen
8.4.3 Kontrollmittel
8.4.4 Kontrolle durch den Unternehmer
8.5 Empfehlungen für KMU
8.6 Checkliste - Selbsttest
8.7 Checklisten
8.7.1 Aufbauorganisation
8.7.2 Ablauforganisation
8.7.3 Rechnungswesen
8.7.4 Sicherungsvorkehrungen
8.7.5 Vorräte und Lagerhaltung
8.7.6 Verbindlichkeiten
8.7.7 Personalwesen, Lohn- und Gehaltsabrechnung
8.7.8 Einkauf und Beschaffung
8.7.9 Planungsrechnung
Kapitel 9 Management-Informationssysteme Balanced Scorecard
9.1 Management-Informationssysteme (MIS)
9.1.1 Was versteht man unter MIS
9.1.2 Voraussetzungen für ein MIS
9.1.3 Anforderungen an ein MIS
9.1.4 Aufbau eines MIS
9.1.5 Praxisbeispiel
9.1.6 Empfehlungen für KMU
9.2 Balanced Scorecard (BSC)
9.2.1 Was ist eine Balanced Scorecard?
9.2.2 Wann soll eine BSC eingesetzt werden?
9.2.3 Was kann eine BSC bewirken?
9.2.4 Wann sollte eine BSC noch nicht eingesetzt werden?
9.2.5 Erarbeitung einer BSC
9.2.6 BSC-Kennzahlen aus der Praxis
9.2.7 BSC-Checkliste
9.2.8 Empfehlungen für KMU
Anhang Glossar, Literaturverzeichnis, Stichwortverzeichnis
Kapitel 2: Kennzahlen
2.1 Einführung
Die Unternehmensführung erfordert einen Überblick über die wirtschaftliche Lage des Unternehmens. Das Rechnungswesen liefert viele Einzeldaten, die auf einen Blick nicht ohne weiteres überschaubar sind, und es ist daher notwendig, die Einzeldaten vergangenheits- und in weiterer Folge auch zukunftsorientiert zu aussagekräftigen Größen, wie unten überblicksmäßig dargestellt, zusammenzufassen.
Vergangenheit Gegenwart Zukunft
Bilanz Status Planbilanz
Gewinn- und Verlustrechnung Kurzfristige Erfolgsrechnung Leistungsbudget
Kapitalflussrechnung Kapitalflussrechnung Finanzplan
(Cashflow) (Cashflow)
Kennzahlen Kennzahlen Kennzahlen
Laufender Soll-/Ist-Vergleich
Wie aus obiger Darstellung ersichtlich, kommen den Kennzahlen im Unternehmenszeitablauf besondere Bedeutung zu.
Betriebliche Kennzahlen sind Zahlen oder Zahlenverhältnisse von Aufwands-, Ertrags- und Bestandsgrößen und geben Auskunft über Liquidität, Rentabilität und Finanzierung des Unternehmens.
Hinweis:
Liquidität: Unter Liquidität versteht man jederzeit alle Schulden zurückzahlen zu können.
Rentabilität: Die Rentabilität spiegelt die Ertragskraft des Unternehmens wider.
Grunderfordernis für das Überleben des Unternehmens ist, dass den kurz-, mittel- und langfristigen Zahlungsverpflichtungen jederzeit nachgekommen werden kann. Es geht somit um die Schaffung der optimalen Liquidität, da eine zu hohe Liquidität aufgrund nicht genutzter Mittel hohe Finanzierungskosten verursacht und daher die Rentabilität des Unternehmens mindert. Eine zu niedrige Liquidität hingegen gefährdet die Existenz des Unternehmens. Somit bedarf es einer konsequenten Liquiditätsplanung (= Finanzplanung) und der Berechnung von Liquiditätskennzahlen zur Bestimmung und Kontrolle der Zielerreichung.
Neben dem Erfordernis der jederzeitigen Möglichkeit zur Schuldentilgung, muss das Unternehmen aber auch Gewinne erzielen, um eine langfristige Liquidität sicherzustellen. Die Ertragskraft des Unternehmens wird durch Rentabilitätskennzahlen gemessen, die den Gewinn eines Unternehmens in Prozenten vom Umsatz oder Kapital ausdrücken.
Ein weiterer Kennzahlenbereich betrifft die Finanzierungsstruktur im Unternehmen, welche die finanzielle Stabilität widerspiegelt. Es wird die Zusammensetzung der Passiva, sprich der vorhandenen Schuldenanteile im Unternehmen, untersucht. Vollständige Stabilität wird durch eine 100%-ige Eigenfinanzierung erreicht. In der Praxis finden sich aber jedenfalls Lieferanten-, Bank- oder sonstige Verbindlichkeiten. Es empfiehlt sich somit die optimale Mischung aus Eigen- und Fremdkapital zu finden, ohne dass die finanzielle Stabilität gestört wird.
Für jeden einzelnen oben betrachteten Bereich gibt es eine Vielzahl von Kennzahlen. Wie bereits besprochen ist eine hohe Liquidität meist nicht mit einer hohen Rentabilität vereinbar, daher sollten die einzelnen Kennzahlen gemeinsam analysiert werden, um eine Kontrolle der Vergangenheit und Aussagen über die unternehmerische Zukunft gewährleisten zu können.
TIPP: Die Kennzahlenanalyse wird üblicherweise auf Grundlage einer Jahresbilanz erstellt. Wie bereits eingangs erwähnt, können aber auch Planerfolgsrechnungen und Planbilanzen einer Beurteilung mittels Kennzahlenanalyse unterzogen werden.
2.2 Einteilung der Analysebereiche
Die Kennzahlen, die im Zuge der Analyse gewonnen werden, können nach verschiedenen Kategorien gegliedert werden. Üblicherweise werden die Kennzahlen zu folgenden Bereichen zusammengefasst:
- Investitions- und Finanzierungsanalyse
- Liquiditätsanalyse
- Rentabilitätsanalyse
Die Investitions- und Finanzierungsanalyse beschäftigt sich mit der Aktiv- und Passivseite der Bilanz. Die Investitionsanalyse untersucht die Zusammensetzung des Vermögens hinsichtlich Anlage- und Umlaufvermögen und lang- und kurzfristig gebundenen Vermögensteilen. Die Finanzierungsanalyse widmet sich der Passivseite, also dem Verhältnis des Eigen- und Fremdkapitals im Unternehmen.
Die Liquiditätsanalyse zeigt mittels statischer (stichtagsbezogener) und dynamischer Kennzahlen (Cashflow) die Liquiditätssituation des Unternehmens und stellt ein Bindeglied zwischen Investition- und Finanzierungsanalyse dar.
Mittels Rentabilitätsanalyse erfolgt eine Beurteilung der Ertragskraft des Unternehmens.
2.2.1 Investitions- und Finanzierungsanalyse
2.2.1.1 Anlagenintensität
Beschreibung: Die Anlagenintensität zeigt den Anteil des Anlagevermögens am Gesamtvermögen und wird in Prozent ausgedrückt.
Berechnung:
Anlagevermögen x 100
---------------------------------
Gesamtvermögen
Aussage: Eine hohe Anlagenintensität ist meist bei Produktionsbetrieben üblich, bei Handelsunternehmen ist sie wesentlich geringer.
Eine hohe Anlagenintensität kann auf eine geringe Flexibilität hinsichtlich der Austauschbarkeit von Anlagevermögen hindeuten. Das heißt, bei Beschäftigungsrückgängen können nicht sofort alle mit dem Anlagevermögen zusammenhängenden Kosten eingespart oder alle Vermögensgegenstände zu einem angemessenen Preis verkauft werden.
Eine hohe Anlagenintensität deutet auf eine hohe Kapitalbindung hin. Dadurch kann das Liquiditätspotential eingeschränkt sein.
2.2.1.2 Umlaufvermögensintensität
Beschreibung: Die Umlaufvermögensintensität zeigt den prozentuellen Anteil des Umlaufvermögens am Gesamtvermögen.
Berechnung:
Umlaufvermögen x 100
---------------------------------
Gesamtvermögen
Aussage: Bei Handelsunternehmen ist sie wesentlich höher als bei Produktionsbetrieben.
Eine steigende Umlaufvermögensintensität kann einen negativen Aspekt haben, da aufgrund von Absatzeinbußen die Kundenforderungen rückläufig sein könnten oder die Zahlungsmoral der Kunden nachgelassen hat. Zusätzlich müssten die Zahlungsziele der Kunden und die Lagerdauer überprüft werden.
Die Investitionspolitik in das Anlagevermögen hat Einfluss auf die Kennzahl, da bei Unterlassen von Investitionen die Umlaufintensität jedenfalls steigen muss. Verzerrungen kann es auch geben, wenn zum Bilanzstichtag die Bestände saisonbedingt einen niedrigen Stand aufweisen. Bei zu hoher Umlaufvermögensintensität sollte jedenfalls das Lager auf zu hohe Bestände und das Mahnwesen untersucht werden.




