Gailey | Komm mit mir | Buch | 978-3-910918-46-7 | www.sack.de

Buch, Deutsch, 380 Seiten, Format (B × H): 144 mm x 198 mm, Gewicht: 458 g

Gailey

Komm mit mir


Deutsche Erstausgabe, 1. Auflage 2026
ISBN: 978-3-910918-46-7
Verlag: Polar Verlag e.K.

Buch, Deutsch, 380 Seiten, Format (B × H): 144 mm x 198 mm, Gewicht: 458 g

ISBN: 978-3-910918-46-7
Verlag: Polar Verlag e.K.


Pastor Cap hat einen Kater. Er verlässt seine Kirche und sieht draußen eine Schar Krähen. Als er versucht, sie zu verscheuchen, entdeckt er, was sie verdecken: eine blutige Leiche. Fünfzehn Tage zuvor bereitet sich die Stadt Walnut Creek auf Ostern vor. Cap ist in seiner ewigen Glaubenskrise gefangen, während seine Teilzeitassistentin Robin versucht, ihren gewalttätigen, alkoholkranken Ehemann davon zu überzeugen, sich um ihrer drei kleinen Kinder willen einen Job zu suchen. Der Sohn von Maggie, die ehrenamtliche Organisatorin der Osterparade ist, leidet in der Mittelschule unter Mobbing. In diese explosive Mischung gerät Tess, eine gehörlose Frau, die vor ihrer Vergangenheit ieht und glaubt, dass sie ihren Problemen nur entkommen kann, wenn sie Selbstmord verübt. Cap rettet sie, kurz bevor ihr Auto in eine Schlucht stürzt, und bietet ihr Unterschlupf in seinem Haus an, während ihr Auto repariert wird. Als er sie fragt, woher sie kommt, schreibt sie „nirgendwo“ auf den Block, den sie zur Kommunikation benutzt. Tess ist bald das Stadtgespräch, löst eine Welle skandalöser Gerüchte aus und bringt das empfindliche Gleichgewicht der Stadtbewohner aus dem Lot. Was die Bewohner für Wahrheit hielten, stellt sich als Lüge heraus.

Selbst Cap muss einsehen, dass sein ganzes Leben darauf basiert, den Glauben seiner Eltern weiterzuführen.

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Zielgruppe


Leser von Kriminalromanen, von Cormac McCarthy und John Steinbeck, Rural Noir

Weitere Infos & Material


Er machte einen Schritt und ein stechender Schmerz schoss durch seinen Fuß das Bein hoch. Der Boden um die Tür war mit Scherben übersät. Aus dem Schnitt in seiner nackten Fußsohle sickerte Blut. Vor Schreck ließ er beinahe den Kaffeebecher fallen. Er zog die Glasscherbe aus seinem Fuß und bemerkte dabei die vielen gefrorenen roten Spritzer auf dem Beton, die nicht nur von seinem Blut stammen konnten. Vielleicht war es verschütteter Wein. Er trat auf die Veranda und sah zu den

Krähen, die sich mit gesträubtem Gefieder ankreischten und wie rasend mit gebogenen Krallen auf Beton und Eis scharrten. Cap blickte auf die Betonstufen, die den Hügel hinunterführten, auf dessen Kuppe sein Haus stand. Insgesamt dreiunddreißig.Die Treppe war viel zu steil, und er nahm sie so gut wie nie, erst recht nicht im Winter, wenn sie vereist war. Auf der Veranda stand ein Sack Salz griffbereit, falls er einmal daran denken sollte, welches zu streuen, aber noch war er verschlossen. Immer noch flatterten und hüpften die Krähen über den Boden und hackten nacheinander. Etwas musste sie reizen.

„Macht schon. Haut ab!“, rief er laut. Die Vögel achteten nicht auf ihn, schlugen nur weiter mit den Flügeln. Der Wind fuhr durch seinen Flanellschlafanzug, und gerade als er beschloss, zurück in die warme Küche zu gehen, blitzte zwischen dem wogenden Gefieder kurz etwas auf: ein Schuh. Ein schwarz verschmierter Schuh. Feucht glänzend. „Verdammt.“ Vorsichtig ging er die Stufen hinunter, aus dem Becher in seiner Hand schwappte heißer Kaffee auf seine Brust und seine Beine. Aufsteigende Panik verdrängte den Schmerz und auch den blutenden Schnitt in seiner Fußsohle spürte er nicht mehr. Ein paar Krähen flogen auf, dann noch ein paar und gaben Cap den Blick auf die untere Hälfte eines Körpers frei, der in einer gefrorenen Blutlache im Schnee lag. „O Gott …“ Erst in diesem Moment glitt der Becher aus seiner Hand und das Porzellan zerbarst an der Kante einer Stufe. Durch den Knall aufgeschreckt, stoben auch die übrigen Krähen auf und flohen mit diesem schrecklichen verzweifelten Krächzen in den Himmel über Pennsylvania, der sich augenblicklich verdunkelte.


Gailey, Samuel W.
Samuel W. Gailey wuchs in einer Kleinstadt im Nordosten Pennsylvanias auf und lebt heute auf der
abgelegenen Orcas Island. Seine Bücher wurden mit Steinbeck und Cormac McCarthy verglichen
und von der NY Times, Publisher‘s Weekly, Kirkus, Esquire und anderen gelobt. Seine Geschichten sind
faszinierende Studien menschlicher Schicksale.



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