Gailey | Tiefer Winter | Buch | 978-3-910918-22-1 | www.sack.de

Buch, Deutsch, 291 Seiten, Format (B × H): 146 mm x 200 mm, Gewicht: 478 g

Gailey

Tiefer Winter


Deutsche Erstausgabe, 1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-910918-22-1
Verlag: Polar Verlag e.K.

Buch, Deutsch, 291 Seiten, Format (B × H): 146 mm x 200 mm, Gewicht: 478 g

ISBN: 978-3-910918-22-1
Verlag: Polar Verlag e.K.


In der Kleinstadt Wyalusing wird eines Winterabends eine Frau brutal ermordet aufgefunden. Nebender Leiche liegt Danny Bedford, der eine tragische Hirnverletzung erlitten hatte, die ihn in seinengeistigen Fähigkeiten einschränkt. Trotz seines zurückgezogenen Lebens hat seine einschüchternde Größe dazu geführt, dass er von den Nachbarn aus Angst vor seinen Taten gemieden wird. Als der Deputy Danny neben der Leiche entdeckt, ist es für ihn oensichtlich, dass Danny die Frau umgebracht
hat. Eine unaufhaltsame Kette von Gewalt und Verbrechen, durchziehen eine eisige Nacht. Angesichts eines drohenden Schneesturms arbeiten der örtliche Sheri und ein State Trooper bis in die frühen Morgenstunden, um den Anschein von Ordnung aufrechtzuerhalten. Während sie ein kompliziertes Lügengeecht offenlegen, das die Gemeinschaft in Wyalusing in Frage stellt.
Mit Anklängen an Scott Smiths „A Simple Plan“ und Tana Frenchs „In the Woods“ ist „Deep Winter“ ein atmosphärisch dichter und raffniert gezeichneter Kriminalroman, der bis zur letzten Seite überrascht. Es ist unmöglich, der erschütternden Geschichte der Täuschung zu entkommen, in der die Wahrheit ungewiss ist und etwas Unheimliches unter der Oberfläche lauert.

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Im Schnee waren Dannys Fußabdrücke zu sehen. Sie konnten nur von ihm stammen. Carl beobachtete, wie Sokowski am Fuß einer Kiefer stehen blieb und zu dem Hochsitz auf halber Höhe des mächtigen Baums hochsah. Sokowski war von dem langen Anstieg komplett fertig und holte keuchend Luft. In seinem Bart hing gefrorener Rotz. Er kniete sich hin und sah sich die Fußabdrücke genauer an. Sie waren ziemlich frisch.
„Sind die von ihm?“, fragte Carl unnötigerweise.
Sokowski nickte. „Er muss da oben gepennt haben. Der Spast ist schlauer, als ich dachte. Ich hatte gehot, dass der Trottel in der Nacht erfriert. Hätte uns vieles leichter gemacht.“ Er stand auf und starrte in den Wald, rieb sein Blumenkohlohr, damit es wieder warm wurde. „Weit kann er nicht sein. Wir haben ihn bald.“
Sokowski kramte in seiner Jacke und zog ein Beutelchen Gras und Papers heraus. Schweigend sah Carl zu, wie Sokowski mit geübten Handgrien eine fette Tüte baute, sie zwischen die Lippen steckte und anzündete. Er zog ein paarmal, ohne den Rauch auszustoßen, und bot dann Carl den Joint an. Carl schüttelte den Kopf und sah weg.
„Stell dich nicht so an, Memme. Die Scheiße hier ist bald vorbei.“
Trotzdem, unter seiner dicken Jacke schwitzte, zitterte Carl. Er musste an Kelly denken, die wahrscheinlich zu Hause hockte und sauer war, weil er nicht einmal angerufen hatte. Bestimmt dachte sie, dass er sich mit irgendeiner Schlampe vergnügte. Carl wünschte sich, dass sie ihn vermissen würde, mit ihm zusammen sein wollte. Dabei wusste er genau, dass sie nichts dergleichen
tat – das war lange vorbei.
„Es ist nicht richtig“, sagte Carl leise.
„Was?“
Carl räusperte sich. „Das alles. Es hätte nicht passieren dürfen. Ich nde, wir sollten aufhören.“


Gailey, Samuel W.
Samuel W. Gailey wuchs in einer Kleinstadt im Nordosten Pennsylvanias auf und lebt heute auf der
abgelegenen Orcas Island. Seine Bücher wurden mit Steinbeck und Cormac McCarthy verglichen
und von der NY Times, Publisher‘s Weekly, Kirkus, Esquire und anderen gelobt. Seine Geschichten sind
faszinierende Studien der menschlichen Schicksale.



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