Gantner | Sternschnuppen der Menschheit | Buch | 978-3-902866-01-1 | www.sack.de

Buch, Deutsch, 136 Seiten, KART, Format (B × H): 125 mm x 205 mm, Gewicht: 240 g

Gantner

Sternschnuppen der Menschheit

Roman
Erscheinungsjahr 2012
ISBN: 978-3-902866-01-1
Verlag: Edition Laurin

Roman

Buch, Deutsch, 136 Seiten, KART, Format (B × H): 125 mm x 205 mm, Gewicht: 240 g

ISBN: 978-3-902866-01-1
Verlag: Edition Laurin


Ein auf Astronomie spezialisierter Wiener Naturwissenschaftler erfindet – um einer Frau zu imponieren – Geschichten menschlicher Sternstunden: Über 150 Personen lässt er in seinen Sternschnuppen der Menschheit kurz auf- und ebenso schnell wieder abblitzen: Aleksandra Mladenovic etwa, eine angeblich hochbegabte Schülerin, die ihr Wissen hauptsächlich aus der Konstruktion bizarrer Eselsbrücken schöpft oder die beiden Häftlinge Josef Poschenriedel und Rezwan Karimi, die eine unkonventionelle Freundschaft verbindet. Für einen kurzen Augenblick entkommen diese Menschen, die ansonsten höchstens durch Mittelmäßigkeit glänzen, dem Wiener Alltag, erstrahlen für einen Moment im Universum.Merkwürdiges, von osteuropäischem Improvisationstalent bis zu den Auswirkungen der Globalisierung, sollte auf ihn zukommen und in seinem literarischen Reisebericht Niederschlag finden. Am 16. Mai sah er sich so: „Ich bin gezeichnet im Schreiten, belastet und befreit.“

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„Ich bin mir zu 99 Prozent sicher.“„99 Prozent“, antwortete Michaela Sindelar: „Das klingt ja sehr sicher.“Der Mann am anderen Ende der Leitung hatte die ironische Spitze in ihrer Stimme nicht überhört: „Na, hören S’mal: ich bin mir wirklich gewiss. Ich war in Ihrem Wirtshaus, da hab ich den Führerschein noch gehabt. Und als ich daheim angekommen bin, war er weg. Die Logik ist doch unbestreitbar: der muss bei Ihnen sein.“„Und ich sag Ihnen: hier ist nix gefunden worden. Rufen S’ halt noch mal an, wenn Sie 100 Prozent sicher sind.“Michaela Sindelar legte den Hörer auf und sah sich das Foto auf dem Führerschein noch einmal genauer an. Ganz sicher: das Foto passte zu dem Gast, der ihren selbstgemachten Topfenstrudel zurückgehen hat lassen.(Vielleicht auch nicht uninteressant: Eine Sternschnuppe zieht hinter sich eine Plasmaspur her, die durch die Rekombination mit Elektronen für kurze Zeit zu leuchten beginnt. Plasma, der Name stammt von Irving Langmuir, gilt als der vierte Aggregatzustand und bildet 99 % der sichtbaren Materie im Universum. Ist insofern also nichts Besonderes.)


1980 in Salzburg geboren, Studium der Vergleichenden Literaturwissenschaft und DaF in Innsbruck, Wien und St. Étienne (Frankreich), daneben im Sozialbereich tätig, Unterrichtspraktikum an der University of Jordan (Jordanien), seit 2010 Lektor an der University of Reading (Großbritannien). Start-Stipendium für Literatur durch das bm:ukk.



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