Garnier / Vogel | Interkulturelle Ritualpraxis in der Vormoderne: Diplomatische Interaktion an den östlichen Grenzen der Fürstengesellschaft. | Buch | 978-3-428-14784-7 | www.sack.de

Buch, Deutsch, 180 Seiten, Format (B × H): 157 mm x 233 mm, Gewicht: 250 g

Garnier / Vogel

Interkulturelle Ritualpraxis in der Vormoderne: Diplomatische Interaktion an den östlichen Grenzen der Fürstengesellschaft.


1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-428-14784-7
Verlag: Duncker & Humblot

Buch, Deutsch, 180 Seiten, Format (B × H): 157 mm x 233 mm, Gewicht: 250 g

ISBN: 978-3-428-14784-7
Verlag: Duncker & Humblot


Zeichen, Gesten und Rituale erwiesen sich als zentrales Medium politischer Ordnungsstiftung in der europäischen Fürstengesellschaft der Vormoderne. Die in diesem Band versammelten Beiträge nehmen Kontakte mittel- und westeuropäischer Mächte zu ihren östlichen Nachbarn in den Blick, um das Potenzial und die Grenzen symbolischer Kommunikation im interkulturellen diplomatischen Austausch auszuloten. In den Beziehungen zum Moskowitischen und zum Osmanischen Reich lässt sich zwar beobachten, dass sich die Sprache der Rituale im Kulturkontakt der Vormoderne insofern als lingua franca erwies, als bestimmte Zeichen nahezu universell verständlich waren. Im Detail gab es jedoch unzählige regionale Varianten der weitgehend arbiträren symbolischen Zeichen. Die Zeremonialsprache der europäischen Fürstengesellschaft war in diesem Sinne nur ein Dialekt unter vielen. Rituale boten daher nicht nur die Chance interkultureller Kommunikation, sondern sie gaben ebenfalls reichlich Anlass zu Missverständnissen.

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Weitere Infos & Material


Claudia Garnier / Christine Vogel
Einführung

Gerd Althoff
Rituale als lingua franca im Hochmittelalter? Kulturübergreifende Verständigung an den östlichen Grenzen des Reiches

Claudia Garnier
Das Ringen um Rang und Ehre: Ritualpraxis am Moskauer Hof aus der Perspektive westlicher Gesandter

Jan Hennings
'A Perfect Relation of The Reception, Audience, and Dispatch, of All Ambassadors from Foreign Princes, sent unto The Emperour of All Russia': Pristav, Master of ceremonies und die Dokumentation des frühneuzeitlichen Gesandtschaftsrituals in vergleichender Perspektive

Florian Kühnel
'No Ambassadour Ever Having the Like'. Die Übertretung der diplomatischen Rituale und die Stellung der Gesandten am osmanischen Hof

Christine Vogel
Der Sonnenkönig an der Hohen Pforte: Herrschaftsrepräsentation und diplomatische Soziabilität im Palais de France in Konstantinopel

Gábor Kármán
Ein Handkuss für den Pascha? Siebenbürgische Gesandte in Ofen


Claudia Garnier ist seit 2011 Professorin für Geschichte der Vormoderne an der Universität Vechta. Sie promovierte an der Universität Gießen mit einer Arbeit zu politischer Freundschaft und fürstlicher Netzwerkbildung im 13. Jahrhundert (1998) und habilitierte sich an der Universität Münster mit einer Studie zur 'Kultur der Bitte' (2008). Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen Strategien interkultureller Kommunikation zwischen Ost und West in der Vormoderne, politische Netzwerkbildung und Kommunikationsformen im ausgehenden Mittelalter, politische und religiöse Ausschlussverfahren in der mittelalterlichen Gesellschaft sowie Fehdeführung, Konfliktbeilegung und Schiedsgerichtsbarkeit im Spätmittelalter.

Christine Vogel, promovierte Historikerin, ist seit 2010 Juniorprofessorin für Geschichte vom 17. bis zum 19. Jahrhundert mit europäischer Ausrichtung an der Universität Vechta. Zuvor war sie in unterschiedlichen Projekten an den Universitäten Mainz, Gießen, Rostock und als Humboldt-Stipendiatin in Paris tätig. Zu ihren Arbeitsschwerpunkten gehören neben der Mediengeschichte der Aufklärung und der Revolutionszeit auch die Untersuchung interkultureller diplomatischer Kontakte in der Frühen Neuzeit, insbesondere zwischen Frankreich und dem Osmanischen Reich.



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