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Buch, Deutsch, Band 100, 108 Seiten, Format (B × H): 125 mm x 200 mm, Gewicht: 140 g
Reihe: Theatertexte
Ein Schauspiel
Buch, Deutsch, Band 100, 108 Seiten, Format (B × H): 125 mm x 200 mm, Gewicht: 140 g
Reihe: Theatertexte
ISBN: 978-3-98859-196-8
Verlag: Wehrhahn Verlag
Otto Heinrich Freiherr von Gemmingen (1755–1836) war Mitbegründer des Mannheimer Nationaltheaters, an dem 1782 Schillers »Räuber« uraufgeführt wurden. Schon zu Beginn von Dalbergs Intendanz legte er seine »Mannheimer Dramaturgie« (1778/79) vor, in der Naturwahrheit und Menschenkenntnis als höchste ästhetische Grundsätze ausgerufen werden. Dieses Prinzip setzt er in seinem Familiendrama »Der teutsche Hausvater« (1780) mustergültig um. Gemmingens empathischer Familienvater lässt die Mesalliance zwischen Adel und Bürgertum zu, während sie in Schillers »Kabale und Liebe« (1784) tragisch scheitert. Graf Wodmar ermahnt seinen Sohn dazu im Zeichen der »Rechtschaffenheit«: »dein Stand hebt die Verbindlichkeiten des ehrlichen Mannes nicht auf«, der Grafensohn soll die geliebte Malertochter heiraten, die ein Kind von ihm erwartet. Den jüngeren Sohn bewahrt er durch Zahlung von Spielschulden vor der Schande, und die Scheidung seiner Tochter von ihrem eitlen Hofmann verhindert er durch die Bande des gemeinsamen Kindes. Mit diesem redlichen und vernünftigen Hausvater, der auch Bauern vor korrupten Amtmännern schützt, begründet v. Gemmingen ein neues Modell des Familiendramas, das Diderots »Le Père de famille« (1758) adaptiert. Es wird zur Folie für »Kabale und Liebe«, später auch für Julius von Sodens »Die teutsche Haus-Mutter« (1797) oder August von Kotzebues »Die deutsche Hausfrau« (1813).




