George / Toyama-Szeto | Gott der Gerechtigkeit | Buch | 978-3-86827-616-9 | www.sack.de

Buch, Deutsch, 152 Seiten, PB, Format (B × H): 135 mm x 205 mm

George / Toyama-Szeto

Gott der Gerechtigkeit

12 Einheiten für Kleingruppen, Gemeinden oder zum Selbststudium
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-86827-616-9
Verlag: Francke-Buch

12 Einheiten für Kleingruppen, Gemeinden oder zum Selbststudium

Buch, Deutsch, 152 Seiten, PB, Format (B × H): 135 mm x 205 mm

ISBN: 978-3-86827-616-9
Verlag: Francke-Buch


Das Maß an Ungerechtigkeit in der Welt ist voll. Die Gemeinde steht vor der Herausforderung, eine Antwort auf Unterdrückung und Versklavung zu finden.
Schon viele tausend Menschen hat die christliche Hilfsorganisation IJM (International Justice Mission) weltweit aus Armut, Unterdrückung und Sklaverei gerettet. Dabei beruft sie sich auf Jesaja 1,17:
Lernt Gutes tun, trachtet nach Recht, helft den Unterdrückten, schafft den Waisen Recht, führt der Witwen Sache!
Dieses Arbeitsbuch schafft ein Bewusstsein dafür, dass Gott ein Gott der Gerechtigkeit ist. In zwölf Lektionen macht es Christen mit zentralen Passagen der Bibel vertraut und ermutigt dazu, sich am weltweiten Einsatz für Gerechtigkeit zu beteiligen.
In Zusammenarbeit mit IJM Deutschland.

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Zielgruppe


Christen, die sich dafür interessieren, was die Bibel zum Thema Gerechtigkeit sagt

Weitere Infos & Material


1. Der Schöpfer

„Das ist unfair!“ So argumentieren Kinder oft, sobald sie sprechen können. Jedes Mal, wenn ich so einen Ausruf der Entrüstung höre, staune ich darüber, dass offenbar schon kleine Kinder intuitiv einen Sinn für Gerechtigkeit haben. Natürlich geht es dabei meist um die eigenen Bedürfnisse: „Bekommt ein anderer etwa mehr als ich? Warum darf der Eis essen und ich nicht?“ Kleinkinder begehren auf, wenn sie Angst haben, zu kurz zu kommen, aber die Leidenschaft, die sie dabei an den Tag legen, scheint etwas von Gottes Leidenschaft für Gerechtigkeit widerzuspiegeln.

Dennoch vermeidet man in unserer Gesellschaft in der Regel absolute Aussagen und auch der Begriff von Gerechtigkeit ist oft unklar und verwirrend. Ein und dieselbe Person kann zugleich nach Gerechtigkeit streben und dabei die Freiheit eines anderen mit Füßen treten. Wir ehren und respektieren unterschiedliche Religionen und Kulturen, versuchen ihre Vorstellungen und Denkweisen zu tolerieren und vermeiden jegliche Form der Festlegung in der Hoffnung, dass dadurch alles gut würde.

Aber selbst eine Gesellschaft, die sich vor absoluten Wahrheiten scheut und in der unterschiedliche Lebenskonzepte und Wertvorstellungen nebeneinander bestehen, basiert auf gemeinsamen Werten: Kein Mensch darf einen anderen Menschen besitzen. Die Ausbeutung von Kindern, sei es als Arbeits- oder Sexsklaven, ist nicht tragbar. Gewalt ist nicht akzeptabel. Woher kommt dieser gemeinsame Sinn für den unveräußerlichen Wert jedes Menschen?

Fragen
In diesem Kapitel geht es um die ursprünglichen Absichten und Hoffnungen Gottes für die Menschheit.

Was erhoffen Sie sich von der Beschäftigung mit Gott und dem Thema Gerechtigkeit?

Was wissen Sie schon über Gerechtigkeit?
Was wollen Sie durch das Bibelstudium gerne herausfinden?
Auf welche Fragen hätte Sie gerne eine Antwort?

Text
1. Mose 1,1-2; 1. Mose 1,11-12; 1. Mose 1,26-31; 1. Mose 2,1-3; Psalm 139,13-16

Frage

Welche Eigenschaften Gottes zeigen sich in diesen Textpassagen?

Gottes Schöpfung offenbart Gottes CHARAKTER. In diesen Bibelstellen lernen wir Gott als Schöpfer kennen. 1. Mose 1 beschreibt Gottes Macht. Ein Wort von ihm genügt und etwas Neues entsteht. Psalm 139 beschreibt die Liebe und Zärtlichkeit Gottes, mit der er jedes einzelne Lebewesen erschafft. Vor allem aber lehren uns die Texte, die Welt mit Gottes Augen zu betrachten und Ausschau zu halten nach dem Guten, das er in seine Schöpfung hineingelegt hat. Die Schöpfungserzählung offenbart die Würde und den Wert jedes einzelnen Menschen.

Frage
In 1. Mose 1 sagt Gott, seine Schöpfung sei „gut“.

Inwiefern stimmt das, wenn Sie die Welt um sich herum betrachten?

Gottes Schöpfung spiegelt Gottes GÜTE wider. In diesen beiden Textpassagen zeigt sich Gottes Schöpfungsakt als Ausgießen seines Charakters in materieller Form. Gottes Güte wohnt in der gesamten Schöpfung. Die Verse zeigen Gottes unvorstellbare Schönheit und Herrlichkeit. Ein ganzes Universum ist nötig, um die Vielfalt der Güte Gottes widerzuspiegeln.

Achtung: Die Erschaffung des Menschen ist nach dem biblischen Bericht keine Reaktion auf Sünde. Sie ist weder ein Nebenprodukt von Krieg noch eine Folge von Gewalt, denn es existieren weder Gewalt noch Böses in Gott. In der Bibel lesen wir, dass die ursprüngliche Schöpfung eine Manifestation des Guten war, geschaffen durch einen Gott, der durch und durch gut ist. Deshalb lautet der wiederkehrende Refrain der Schöpfungserzählung in 1. Mose 1; „Und Gott sah, dass es gut war.“ Was er schuf, war nicht gut und schlecht zugleich, sondern durch und durch gut. Die Schöpfungserzählungen in 1. Mose 1 und Psalm 139 lehren uns etwas über Gottes Charakter. Er ist mächtig und fürsorglich, herrlich und zärtlich.

Fragen

Lesen Sie noch einmal die angegebenen Stellen aus 1. Mose.

Wie reagiert Gott auf seine Schöpfung in Vers 31?

Was sagt das über den Wert eines Menschen in Gottes Augen aus?
Die Schöpfung offenbart die Würde und den Wert der Menschheit. Beide Textpassagen verdeutlichen die Würde der Menschheit. Nach Psalm 139 wurde jeder von uns einzigartig und sorgfältig von Gott geformt. Er schuf jeden Einzelnen von uns nach seinem Bild (1. Mose 1,27). Dies verleiht jedem Menschen einen unvergleichlichen Wert. Wenn wir uns umsehen, sollten wir einander als Spiegel oder Abbilder von Gottes Güte betrachten. Als exklusive Geschöpfe unseres Herrn. Gott liebt jeden von uns.

Gottes Schöpfung zeigt, dass Menschen einen unveräußerlichen Wert besitzen, der nicht davon abhängt, was wir tun, sagen oder erreichen. In Vers 31 sagt Gott sogar, dass die Erschaffung des Menschen „sehr gut“ war – das Beste an der gesamten Schöpfung. Das bedeutet, dass unser Wert als Ebenbild Gottes nicht abhängig ist von unseren Leistungen, von unserer Familie oder der Meinung anderer. Unser Wert ist die Essenz unseres Seins, er ist in uns hineingewoben, der Kern unseres Wesens. Wir müssen nichts tun, damit Gott uns für wertvoll und gut hält. Im Gegenteil, wir sind gut und wertvoll, weil Gott uns geschaffen hat. Die Schöpfungserzählungen in der Bibel lehren, dass weder Menschen, noch Umstände, noch Worte den Wert und die Würde beeinträchtigen können, den Gott uns verliehen hat, als er uns schuf.

Fragen

Was lehren uns die Texte über den Menschen? Betrachten Sie die Welt um sich herum.

Wie gehen die Menschen miteinander um?

Ist ihr Verhalten angemessen oder widerspricht es der Ebenbildlichkeit Gottes?

Gottes Auftrag an die Menschen, sich fortzupflanzen und so Neues zu schaffen, verdeutlicht, dass jedes neue Lebewesen eine neue Quelle der Güte und von Gott „sehr gut“ gemacht ist. Wenn wir uns selbst oder unsere Mitmenschen betrachten, sollten wir uns und andere als wunderschöne und unendlich wertvolle Geschöpfe wahrnehmen. Vor diesem Hintergrund muss jeder Mensch mit Wertschätzung und Respekt behandelt werden. Das Wissen, dass wir Ebenbilder Gottes sind und dass Gott jedes Detail seiner Schöpfung liebt und pflegt, ist von besonderer Bedeutung, wenn wir uns später im Buch damit beschäftigen, warum Gott Ungerechtigkeit hasst.

Die Londoner Kirchengemeinde Holy Trinity Brompton veranstaltete ein riesiges Lobpreiskonzert in der Innenstadt. Die Veranstaltung fand in der ehrwürdigen Royal Albert Hall statt, in der normalerweise berühmte Musiker und Orchester auftraten. Nach Bekanntgabe des Termins meldeten sich allerdings mehr Menschen an, als erwartet. Die Veranstalter überlegten, wo sie die überzähligen Gäste unterbringen sollten. Schließlich baten sie im Buckingham Palace um die Erlaubnis, die königlichen Logen benutzen zu dürfen. Diese besonderen privaten Balkone sind normalerweise reserviert für Angehörige des britischen Königshauses, für Staatsoberhäupter oder für besondere Ehrengäste wie beispielsweise Nelson Mandela.

Der Buckingham Palace erteilte die Erlaubnis unter der Bedingung, man möge die Logenplätze nur an die ehrenwertesten Gästen vergeben. Nach der Veranstaltung schickten die Veranstalter der Königin ein Dankesschreiben. Darin schrieben sie, dass sie die Logen tatsächlich den am höchsten geschätzten Gästen zur Verfügung gestellt hätten – einer Gruppe von Obdachlosen.
Als Christen fordert uns Gott dazu auf, die Menschen mit seinen Augen zu sehen und sie nicht nach menschlichen Maßstäben zu beurteilen. Die Schöpfungserzählungen lehren, dass für Gott jeder Mensch von unschätzbarem Wert ist, ganz gleich, ob die Realität das abbildet oder nicht. In Gottes Augen verdienen die Queen und ein Obdachloser denselben Respekt.

Kinder aus Uganda sitzen vor dem Eingang ihres Hauses. Nachdem ein Nachbar die Familie bedroht und von ihrem Land verjagt hatte, erhielt sie es dank der Hilfe von IJM und der örtlichen Behörden zurück.

Vertiefung
Wie würden Sie jemandem erklären, was es heißt, nach „Gottes Ebenbild“ geschaffen zu sein?

Umsetzung in die Praxis
Wie werden Sie von anderen behandelt? Von Ihrem Chef, Ihrem Ehepartner, Ihren Freunden, Ihren Nachbarn?

Welche Menschen behandeln Sie entsprechend Ihrer Bedeutung, die Sie als Gottes Ebenbild haben?

Gibt es Verhaltensweisen, die es Ihnen schwer machen, sich selbst als Gottes Ebenbild zu betrachten? Wenn ja, welche Textpassagen oder Aussagen aus 1. Mose 1 und Psalm 139 (oder anderen Bibelstellen) können Ihnen helfen, sich Gottes Wertschätzung bewusst zu machen?

Jeder Mensch ist ein Ebenbild Gottes. Hat diese Tatsache Ihr Handeln und Ihre Entscheidungen in den letzten 24 Stunden beeinflusst? Inwiefern? Und wie könnte diese Tatsche Ihr Verhalten in den kommenden 24 Stunden beeinflussen?

Gibt es Menschen, mit denen Sie regelmäßig zu tun haben? Notieren Sie sich ihre Namen auf einem Zettel. Wie können Sie dazu beitragen, dass sich diese Menschen ihrer Gottesebenbildlichkeit bewusst werden? Gibt es bestimmte Verhaltensweisen, die Sie unterlassen sollten, damit sich diese Menschen wertgeschätzt fühlen?

Manche Menschen nehmen wir als Gegenüber gar nicht richtig wahr, weil wir ihre Dienste beispielsweise für selbstverständlich halten. Möglicherweise behandeln wir sie nicht mit dem ihnen gebührenden Respekt oder betrachten sie nur aus der Perspektive ihres Jobs, ihrer Herkunft oder ihres Geschlechts. So beschloss Nikki, Co-Autorin dieses Buches, dem Servicepersonal in einem Restaurant in Zukunft stets in die Augen zu sehen und ihnen zu danken, wenn sie eine Bestellung von ihr aufnahmen, etwas servierten oder abräumten – so als bewirtete sie jemand bei sich zu Hause.

Gibt es auch in Ihrem Leben Menschen, denen Sie mit mehr Wertschätzung begegnen sollten?
Wie können Sie durch Ihr Verhalten unterstreichen, dass sie Gottes Ebenbilder sind?

Bibelzitate zum Weiterdenken

Denn er, der mich im Mutterleib gebildet hat, er hat auch meinen Knecht geschaffen. Wir beide verdanken unser Leben ihm!
(Hiob 31,15)

Herr, ich danke dir dafür, dass du mich so wunderbar und einzigartig gemacht hast! Großartig ist alles, was du geschaffen hast – das erkenne ich!
(Psalm 139,14)

Ich habe dich schon gekannt, ehe ich dich im Mutterleib bildete, und ehe du geboren wurdest, habe ich dich erwählt. Du sollst ein Prophet sein, der den Völkern meine Botschaften verkündet.
(Jeremia 1,5)

Doch der Herr sagte zu ihm: „Lass dich von seinem Aussehen und von seiner Größe nicht beeindrucken. Er ist es nicht. Denn ich urteile nach anderen Maßstäben als die Menschen. Für die Menschen ist wichtig, was sie mit den Augen wahrnehmen können; ich dagegen schaue jedem Menschen ins Herz.“
(1. Samuel 16,7)

Deine Schönheit ist vollkommen, meine Freundin, kein Makel ist an dir.
(Hohelied 4,7)


Toyama-Szeto, Nikki A.
Nikki A. Toyama-Szeto ist in leitender Position bei IJM Washington. Ihr Anliegen ist es, in der weltweiten Gemeinde eine neue Leidenschaft für Gerechtigkeit im Sinne der Bibel zu entfachen. Vor ihrer Zeit bei IJM war sie als Programmleiterin bei »InterVarsity« tätig.

George, Abraham
Abraham George ist als Direktor für den Gemeindebereich von IJM (International Justice Mission) weltweit unterwegs. Er begleitet Fortbildungsseminare für Leiter und organisiert Kongresse und Konferenzen.



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